Das Abenteuer geht weiter, Kapitel 2
von
Momo
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*Kapitel 2 – viele Räume und ein Buch*
Während ihre Überlegungen sie gefangen hielten, merkte sie kaum wie hungrig sie eigentlich war, bis sich ihr Magen schließlich lautstark zu Protest meldete. Es schien Mittag zu sein. Deshalb sprang sie auf, warf ihren Reiseumhang, den sie immer noch trug, auf einen der Stühle und machte sich dran ihr neues Zuhause nach etwas Essbarem zu durchforsten.
Nach anfänglicher Orientierungslosigkeit fand sie sich doch recht bald zurecht und spähte ab und zu, neugierig wie sie war, hinter einige der vielen Türen. Manche waren verschlossen, doch die meisten ließen sich öffnen. Allerdings schienen sich hinter vielen einfach nur Gästezimmer zu verstecken. Als sie zum Ende eines Flures gelangt war, fand Lu dort eine große, dunkle und massive Holztür mit metallenen Beschlägen. Über den Türbogen war in feinen Linien geschrieben „Suche und du wirst finden was du begehrst.“ Lu drückte vorsichtig die Klinke herunter und musste sich ein wenig anstrengen den rechten Flügel der Tür einen Spalt weit aufzudrücken und hinein linsen zu können. Sie hatte die Bibliothek gefunden. Die Wände dieses Raumes waren so hoch, dass Lu fast schwindlig wurde als sie nach oben schaute. Sie wollte gerade ganz eintreten als sie ein erneutes ärgerliches Brummen aus der Richtung ihres Magens vernahm. Die Küche hatte definitiv Vorrang.
Lu wollte sich gerade umdrehen und die Türe hinter sich schließen, doch als sie den ersten Schritt zurück tun wollte, stieß sie auf unerwarteten Widerstand und geriet ins Straucheln. Lu schaute hinunter um zu sehen was sie gebremst hatte. Zu ihrer Überraschung war sie in eine hüfthohe Elfenfrau hineingelaufen. Diese schien genauso erschrocken wie sie und hielt sich an ihrer rot-weiß karierten Schürze fest. „Wer seid Ihr denn und was macht Ihr hier?“ fragten beide zur selben Zeit und schauten sich verdutzt an. Lu streckte zuerst die Hand aus und lächelte freundlich „Ich bin Lu. Ich bin erst vorhin hier angekommen zusammen mit Frederik, meinem Schutzengel. Aithon hatte uns erwartet.“ Die Elfe erschrak und machte augenblicklich einen tiefen Knicks. „Entschuldigt Milady. Ich wusste nicht, dass die Herrschaften schon angekommen sind.“ Lu winkte sofort ab und wurde etwas rot. Es hatte sie noch nie jemand Milady genannt. „Nennt mich ruhig Lu. Alle meine Freunde tun das. Und wie ist euer Name?“ die Elfe schaute verwirrt, antwortete aber gehorsam „Mein Name ist Elfriede. Ich bin hier eine der Küchenelfen.“ Lu klatschte begeistert in die Hände „Super. Ich verhungere gleich.“ Das war natürlich nicht möglich, da Engel genauso wenig verhungern können wie sie altern, oder eines natürlichen Todes sterben können. Je mächtiger ein Engel, desto unantastbarer ist er und somit auch nahezu unsterblich. Hunger jedoch ist eine ihrer durchaus menschlichen Eigenschaften.
Die Elfe lächelte sie an und sagte „Na dann komm mit mein Kind. verhungern lassen wollen wir dich nun wirklich nicht.“ Und so verließen sie den Korridor und gingen hinunter in die Eingangshalle. Dort zeigte die bereits etwas verknitterte Frau ihr eine Tür neben der großen Treppe. „Hier befindet sich die Küche. Wenn du Hunger hast bist du hier jeder Zeit herzlich willkommen.“ Beide grinsten. Das war etwas, was ganz nach Lus Geschmack war. Sie hatte die kleine Elfenfrau spätestens ab hier fest ins Herz geschlossen.
Lu wurde an einen wuchtigen Küchentisch gesetzt, dem man es ansah, dass er öfter in Gebrauch war und eh sie sich versah stand ein großer Teller mit dampfender Suppe vor ihr und ein Stück Weißbrot lag daneben. Sie bedankte sich artig und begann sofort eifrig drauflos zu löffeln, was die Elfe nur zum schmunzeln brachte. Diesen Effekt hatten Lúthiens Tischmanieren allerdings auf die meisten Leute.
Elfriede setzte sich gegenüber von ihr auf einen Stuhl und sah sie an. „Wie groß du geworden bist. Kaum zu glauben. Ich kannte dich schon, da warst du gerade erst geboren, noch so winzig und so unschuldig. Doch dann wurdest du weg gebracht, zu deiner Sicherheit. Ach wie hat deine arme Mutter um dich geweint. Sie kam jeden Abend zu dir auf die Erde um dich zu sehen. Es hätte ihr fast das Herz gebrochen dich nicht bei ihr haben zu können. Nur gut dass dein lieber Vater sich um sie gekümmert hat.“ „Du scheinst meine Eltern sehr gut zu kennen.“ Sagte Lu und blickte sie interessiert an. „Naja, ich arbeite schließlich seit über 300 Jahren in diesem Schloss. Da bekommt man schon so einiges mit.“ „Elfriede…“, die Frau unterbrach sie „Ach, nenn mich doch Elfi. Das macht hier jeder so.“. Lu lächelte ihr freundlich zu „Elfi, weißt du irgendwas darüber was mit meinen Eltern passiert sein könnte?“. Elfi seufzte „Es ist sehr merkwürdig. Als ich sie das letzte Mal sah schien sie ein wenig nervös zu sein. Sie hatte erwähnt dich wieder besuchen zu wollen, sagte aber dass sie vorher noch etwas zu erledigen habe. Sie sagte nur leider niemandem was dies war. Der Einzige, der es wusste war dein Vater und der ist ja auch verschwunden.“ Sie seufzte erneut. „Sehr tragisch. Seit dem Tag ist das Schloss so still. Es ist fast unheimlich. Früher fanden hier so prunkvolle Feste statt, alles war voller Leben. Jedes der über hundert Gästezimmer war belegt und es war das reinste Chaos.“ Elfi schmunzelte bei der Erinnerung. „Du hättest hier bestimmt eine wundervolle Kindheit gehabt. Es sind die falschen Umstände unter denen du herkommen musstest.“ Sie atmete noch einmal tief durch und schlug mit den flachen Händen auf den Tisch und fuhr mit lauterer und bestimmterer Stimme fort „Aber es hilft ja nichts. Wir schaffen das schon und wenn ich zur Not selbst mit zupacken muss um die Herrin Gabriel wieder zurückzubringen. Ich bin es ihr Schuldig. Sie hat mich damals aufgenommen und war mir gegenüber immer freundlich und nie harsch. Also wenn du irgendwie Hilfe brauchst, sag es mir ruhig. Ich werde tun was ich kann.“
Lu hatte in der Zeit in der Elfi erzählt hatte, ihre Suppe aufgegessen und fühlte sich nun pudelwohl. Jetzt konnte sie auch wieder geordnet denken, was ihr mit leerem Magen deutlich schwerer gefallen war. Sie überlegte was sie nun als nächstes machen sollte. Es drängte sie erneut in die Bibliothek, doch andererseits fragte sie sich, ob sie nicht doch lieber Frederik suchen sollte. Nach kurzer Überlegung siegte allerdings die Neugierde was sie wohl in dem großen Raum finden würde. Vielleicht erneute Hinweise auf ihre Herkunft oder ein weiteres Puzzelteil des Geheimnisses?
Lu bedankte sich brav bei Elfi und teilte ihr mit, was sie sich vorgenommen hatte. Elfi konnte ihr nur noch hinterher rufen „Viel Glück und grüß mir Fizzle. Erschreck’ dich nicht wenn du sie triffst.“. Doch das hörte Lu schon gar nicht mehr. In zunehmender Eile war sie schon aus der Küchentür getreten und hatte sich auf den Weg zur Bibliothek gemacht.
Dort angekommen öffnete sie genauso erfurchtsvoll die große Tür wie beim ersten Mal. Sie machte sich dünn, schlüpfte hinein und zog die Tür sogleich wieder hinter sich zu. Feine Staubflöckchen
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