Das Amueltt 15
von
Lilly
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24.12.2006
Deutschland
Hamburg
Lillys Rücken schmerzte unglaublich, ein brennender und zerreisender Schmerz, der sich bis in ihre Arme hineinzog. Scherben lagen dicht um ihren Kopf herum verteilt, als sie ihre Augen aufschlug und sie sah einen Bilderrahmen ganz in ihrer Nähe. Ganz langsam richtete sie sich auf und sah das zerschlagene Bild, sie erkannte es. Sie war wieder zu Hause, sie war zurück in ihrer Wohnung, in ihrer Zeit. Sie trug wieder ihre Kleidung und als sie zum Fenster blickte, sah sie das es heller Tag war und etwas Schnee viel.
Welches Datum hatten sie? Lange konnte sie nicht weggewesen sein, es war noch immer Winter. Vielleicht rechnete sich die Zeit wie die ihre, vielleicht verlief alles parallel zu einander?
Mit schmerzenden Muskeln erhob sie sich total schwerfällig vom Boden, schwankte eine Sekunde und stützte sich an der nun bilderlosen Wand ab. Hastig packte sie sich mit einem mal an den gerollten Kragen ihres Pullovers und zog ihn nach unten, die Wunde … sie war noch da. So schnell es ihre schweren und ungelenken Füße zu ließen, lief sie in ihr kleines fensterloses Badezimmer und zog eine Schublade des kleinen Badezimmerschrankes auf. Erleichtert griff sie nach einer Schachtel Amoxicillin 500 und nahm direkt zwei Tabletten. Überdosis hin oder her, dachte sie, bloß keine Infektion, denn mit dieser Naht konnte sie zu keinem Arzt gehen, der würde einen Schock über deren Aussehen bekommen. In der Schublade lag auch noch ein kleines Flächen H2O2 das sie öffnete, tröpfelte etwas davon auf einen Schminkpad um die Naht damit zu säubern, nachdem sie sich ihren Pullover ausgezogen hatte. Es begann weiß zu schäumen und es schmerzte etwas, doch es würde helfen, das wusste sie.
Schwerfällig kämmte sie sich ihre Haare und band sich einen schlichten Pferdeschwanz. Erschöpft, ein enganliegendes schwarzes Rollkragenshirt anziehend, schlurfte sie in ihr Wohnzimmer, schaltete den Fernseher ein und sah direkt auf dem Videotext nach dem Datum. Völlig überrascht setzte sie sich, es war gerade einmal der 24. 12., Zwölf Uhr mittags. Sie war nur eine Nacht weg gewesen, niemand hatte ihr verschwinden bemerkt, niemanden würde sie davon erzählen müssen und sie war für heute Abend noch verabredet. Da begann sie auf einmal zu weinen, bitterlich und schlug ihre zitternden Hände vors Gesicht. Sie war entkräftet, zerschlagen, verwirrt, alles tat ihr weh und sie konnte das alles wieder einmal gar nicht begreifen, dieses hin und her….
Nach einer Weile der Ruhe, die sie einfach gebraucht hatte um sich etwas zu fangen, erhob sie sich und wollte rüber zu Maria gehen, ihr konnte sie davon berichten und endlich ihre Fragen stellen. Sie putzte noch einmal kräftig ihre Nase, betrachtete ihr etwas rötliches Gesicht im kleinen Garderobenspiegel und rieb sich ihre Augen trocken. Tief atmete Lilly noch einmal durch, richtete ihre Kleidung und verlies ihre Wohnung, die ihr irgendwie mit einem mal viel zu klein vorkam.
Überrascht blieb sie stehen, denn die Wohnungstür von Maria stand weit offen und sie hörte leises Getuschel. Vorsichtig schlich sie hinüber und blickte scheu um den Türrahmen herum. Sofort entdeckte sie Frau Berger, die aufgelöst zu seien schien und zwei junge Männer in edlen dunklen Anzügen.
„Frau Berger?“
Lillys Stimme war dünn und unsicher und als ihre Nachbarin sie mit verweintem Gesicht ansah, erschrak sie sichtlich.
„Was ist passiert, wo ist Maria?“
Hastig trat sie über die Schwelle.
„Oh Lilly“, jammerte Frau Berger auf und kam mit ausgetreckten Armen auf sie zu. In Windeseile fand sie sich in einer festen Umarmung wieder. Sie verstand überhaupt nicht was hier vor sich ging.
„Oh Lilly“, sie weinte wirklich bitterlich:“ Oh Lilly, ich kann es nicht glauben.“
Fordernd löste sie sich aus der Umarmung und fragte noch einmal, vollkommen ungeduldig:
„Was ist hier los? Wo ist Maria?“
„Tot, Kind, sie ist leider heute Nacht verstorben.“
Mit einem leisen Stöhnen umfasste sie ihren Hals und spürte die schwere Kette unter ihren kalten Fingern, die sie dann umfing.
„Ich habe geklopft, doch du hast nicht aufgemacht.“
„Ich… ich war nicht da.“
Und das war die Wahrheit und das brach ihr das Herz.
„Sind Sie Frau Dechent?“
Es war einer der Männer, er wirkte noch sehr jung, seine blonden Haare waren klebrig vom Gel, doch seine Augen waren unglaublich blau, fast durchsichtig. Lilly sah ihn etwas kritisch an und nickte zögerlich.
Da legte er auf einmal seine Aktentasche auf seinen linken Unterarm, öffnete diese und griff hinein. Er wirkte unglaublich geschäftig, vielleicht etwas zu geschäftig in ihren Augen.
„Wir kommen von der Kanzlei Weigelt, Falk und Söhne…, Frau Kasrrovicz hat uns gebeten, das wenn sie eines Tages sterben sollte, dies hier“, er zog einen großen, schweren beigen Umschlag hervor:“ Ihnen auf schnellstem Weg zukommen zu lassen. Es gehört nun alles Ihnen.“
„Was?“
Ihre Unterlippe bebte unkontrolliert, als sie diesen Umschlang entgegen nahm, sie verstand rein gar nichts mehr. Was meinte er damit, es gehörte nun alles ihr? Was gehörte ihr?
„Frau Kasrrovicz hat Ihnen all ihren Besitz hinterlassen. Sie hat leider keine Angehörigen und so sind sie alleinige Erbin.“
Völlig außer sich blickte sie auf Frau Berger, die besorgt ihre Hand tätschelte.
„Darunter fällt unter anderem diese Eigentumswohnung, alles was sich darin befindet und ein Vermögen von…“, er unterbrach sich und warf erneut einen Blick in seinen Aktenkoffer, kramte etwas herum und sagte dann:“ Von zur Zeit ca. 4,4 millionen Euro.“
Als Lilly das hörte, erstarrte alles an ihr, selbst ihr Herz blieb stehen. Besorgt legte Frau Berger einen Arm um ihre Taille, denn sie wurde schlagartig so eigenartig blass.
„Frau Dechent, geht es Ihnen gut?“
Es war der junge Anwalt, der sie nun besorgt wirkend durch die viel zu enge Wohnung führte und auf dem Sofa platzierte. Er setzte sich dicht neben sie und legte seinen Aktenkoffer auf den Tisch vor sich.
„Ich verstehe, das es jetzt viel verlangt ist, aber ich brauche Ihre Unterschrift, Ihr Einverständnis, das sie das Erbe annehmen.“
Er zog einen dicken Bogen Papiere hervor, legte es vor sie auf den Tisch und zog einen teuer wirkenden Kugelschreiber aus der Innenseite seines Jacketts hervor. Er hielt ihn vor ihre bleiche Nase und erklärte:“ Ich brauche drei Unterschriften und dann gehört alles Ihnen.“
Mit zitternden Fingern nahm sie den Stift und umklammerte ihn irgendwie ungelenk aussehend. Sie blickte auf diesen Stapel Papier, mit irgendwelchem Kauderwelsch bestückt, das sie sie nicht verstand und schloss dann für eine Sekunde ihren Augen. Sie würde niemals auch nur irgendeine Antwort auf all ihre Fragen erhalten. Maria konnte ihr nichts mehr erklären, ihr nicht helfen. Warum ist sie gestorben, warum so schnell, warum jetzt?
„Was ist passiert?“
Wollte Lilly auf einmal wissen und blickte dem jungen Mann, dessen Namen sie nicht kannte, in seine hellen Augen.
„Frau Dechent“, er klang irgendwie altklug und sie fühlte sich auf einmal wie eine
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Kommentare
hannah-victoria schrieb am 2009-09-21 18:01:04:
uiiii sehr sehr toll geschrieben wie immer
aber leider bisi kurz aber egal hihi freu mich schon auf de nächsten teil ucucuc
Bone1979 schrieb am 2009-09-21 17:46:50:
Schließe mich den anderen an.
Lass uns nicht all zu lange warten.
MfG
kleine taube schrieb am 2009-09-15 16:23:34:
so cool!!
Danke für diesen teil, hoffentlich gehts aber bald weiter!
Deine Freundin
kleine taube
!!! schrieb am 2009-09-14 19:12:05:
Oh toll!!!!!!
Ich hoffe es geht schnell weiter!!!
Lg
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