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Kategorien > Fantasy > Abenteuerreise

Das Amulet

von Lilly

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23.12.2006
Deutschland
Hamburg


Langsam stieg sie die Stufen zu ihrer kleinen Wohnung hinauf. Schon wieder war der Aufzug kaputt und Lilly begann langsam schwerer zu atmen. Ihr Herz schlug immer schneller und allmählich bildeten sich kleine Schweißperlen auf ihrer Stirn. Sie war wirklich nicht unsportlich, sie joggte fast jeden dritten Tag einige Kilometer, ging ins Fitnessstudio und war allein durch ihre Arbeit als Tierarzthelferin in einer großen Klinik immer auf den Beinen. Doch in den zehnten Stock zu laufen, mit zwei gefüllten Einkaufstaschen, war nach einem harten Arbeitstag, einer kurzen Nacht, einfach zu viel.
Atemlos kam sie endlich oben an, stellte die schweren Taschen ab und traf Frau Berger. Eine kleine freundliche Dame, die noch ziemlich Fit für ihr unbekanntes, aber doch sehr fortgeschrittenes Alter war.
„Guten Abend Lilly, schon wieder so lange gearbeitet?“
Langsam lehnte sie sich an die Wand und atmete tief durch.
„Sie wissen ja wie das ist, ohne Fleiß keinen Preis.“
Eigentlich hasste sie solche Sprichwörter, doch ihr Kopf schien leer zu sein, nach solch einem Tag und ihr viel einfach gar nichts anderes ein.
„Ja, ja, das Leben kostet viel zu viel und selbst im Tot nehmen sie dich noch aus.“
Sagte Frau Berger übertrieben ernst und klopfte Lilly mütterlich auf die Schulter.
„Ach bevor ich es vergesse, ich habe gesehen, dass Maria vor einer Stunde vor deiner Tür stand, vielleicht solltest du einmal nachsehen was sie von dir wollte.“
Fest drückten ihre schwieligen Hände, die von jahrelanger harter Arbeit zeugten, ihre kalten Finger, bevor sie dann langsam die Stufen herab stieg. Lilly sah ihr nach und seufzte schwer. Wie sehr fehlte ihr eine Familie, wie sehr vermisste die Wärme und Zuneigung der Menschen die ihr doch nah sein müssten. Sie dachte an ihre Mutter die schon so lange Tot war, dass sie sich kaum noch an ihr Gesicht erinnern konnte und etwas, das sie an sie erinnerte, hatte sie nicht. Zu ihrem gewalttätigen Vater hatte sie gar keinen Kontakt mehr. Ihr Bruder Nils war Soldat, ein Offizier und leider nur selten in Deutschland. Er koordinierte die Truppenführung im Ausland. Ihre kleine und wunderschöne Halbschwester, Susann, Studierte BWL und Sprachwissenschaften in München und auch sie bekam sie viel zu selten zu Gesicht. Und ihren jüngsten Bruder, Johann, sah sie seit ihrer Lehre bei einem Bauzeichner in Mainz, gar nicht mehr. Sie in Hamburg, ihre Schwester in München, ihr einer Bruder in Mainz und der andere in der Welt, das war nicht gerade förderlich für den Familienzusammenhalt, der sowieso nicht gerade ausgeprägt war.
Seufzend nahm sie ihre Taschen und ging den langen Flur entlang. Das Licht der Neonlampe flackerte und schmerzte in ihren müden Augen. Endlich kam Lilly vor ihrer Wohnung an und schloss etwas umständlich die Tür auf. Sie staß diese auf, schaltete das Licht an und ging hinein. Es war nur eine kleine Einzimmerwohnung mit großen Fenstern, aber ihr Ruhepol.
Nachdem sie ihre Jacke in die eine Ecke und ihre Schuhe in eine andere Ecke geschleudert hatte, begann sie ihre Einkäufe in den Kühlschrank und in den Schrank zu räumen, und gähnte dabei herzhaft vor sich hin. Mitten in ihrem Tun hielt sie inne und ging zu ihrem aufdringlich blickenden Anrufbeantworter. Sie drückte den Knopf und machte sich wieder an die Arbeit.
-Hallo liebes, hier ist Annika, du denkst morgen daran den Sekt mit zu bringen? Wir sehen uns dann in genau 21 Stunden und ich freue mich darauf, dich endlich mal wieder zu sehen. Ich habe schon ganz vergessen wie du ausschaust (lacht), mach`s gut– BEEP
-Lil, hier ist Lena. Leider arbeitest du noch immer, du armes, ich wollte dir erzählen das Stefan angerufen hat, er will noch einmal mit mir reden und vielleicht klärt sich ja jetzt alles auf, drück mir die Daumen, ich hab dich lieb! Wir sehen uns morgen und dann erzähl ich dir alles brühwarm – BEEP
-Hey große Schwester, ich dachte ich rufe dich mal an und erzähle dir, das ich mein vorletzte Prüfung für dieses Semester bestanden hab, und das als Kursbeste. Ich gehe jetzt mit Christopher feiern, ruf mich an wenn du Zeit und Lust hast. Ich vermisse dich… Tschüss – BEEP
Lächelnd blickte sie kurz auf das kleine schwarze Gerät hinter sich und stolz breitete sich in ihrer Brust aus. Was war ihre kleine Schwester nur so klug und wie eifrig lernte sie für das was sie wollte… Sie sollte ihr ein Vorbild sein.
-Frau Dechent, mein Name ist Arno Bauer. Ich muss ihnen leider mitteilen, dass sie ihre Abschlussprüfung zur Tierpsychologin nicht bestanden haben. Für einen neuen Termin zur Nachprüfung melde ich mich noch einmal in den nächsten Tagen bei Ihnen. Es tut mir leid, ihnen dies so kurz vor Weihnachten mitteilen zu müssen, trotzdem einen schönen Abend noch und ein seliges Weihnachtsfest– BEEP
Schwer lehnte ihr Kopf am Schrank und müde schloss sie ihre Augen. Eine Nachprüfung, alles noch einmal, sie wusste nicht, ob sie das überhaupt noch wollte. Jeden Tag zwölf Stunden arbeiten, für einen Hungerlohn und dann noch lernen…, das wurde ihr alles zu viel. Warum konnte sie nicht so sein wie ihre Geschwister? Ihnen viel es leicht sich einen Ruck zu geben und zu lernen, für ihr Ziel das sie vor Augen hatten. Sie hingegen musste sich fast zum Lernen prügeln und ihre Legasthenie machte ihr dies nicht einfacherer. In den Augen ihrer Familie war sie so oder so eine Versagerin, nur eine kleine ungebildete Tierarzthelferin. Ihnen war es egal, dass sie ihre Arbeit sehr gut machte, dass sie beliebt bei allen war und das ihr wissen, dem eines studierten Arztes glich. Man schätze ihr Fachwissen hoch ein, genauso wie ihre Ansicht in vielen Dingen. Zehn Jahre arbeitete sie nun in dieser Klinik, länger als alle anderen. Kaum einer hielt es länger als vier Jahre aus, denn der stress war einfach ein zu großer Faktor. Selbst ihre langjährige Beziehung mit Jan, einem mittlerweile Studierten Humanmediziner, ging deshalb in die Brüche. Er wollte sie zur Hausfrau machen, Kinder, putzen und alles was dazu gehörte. Sie war bereit ihre Stelle zu reduzieren, doch alles aufzugeben, von jetzt auf gleich, schien ihr unlogisch. Und dann liebte sie ihren Beruf, die Tiere, die Menschen um sie herum, dass sie ihn bat, dies nicht von ihr zu verlangen. Doch anstatt auf sie zu zugehen und über ihren Vorschlag einmal nach zu denken, setzte er ihr direkt die Pistole auf die Brust. Entweder er, oder ihre Arbeit. Sie glaubte, dass dies ein schlechter Scherz sei, doch er meinte es unwahrscheinlich ernst und so nahm sie ihm alles vorneweg. Sie gab ihm seinen Ring zurück und schickte ihn fort. Das war nun vor genau einem Jahr und er hatte nicht einmal versucht sie wieder zurück zu gewinnen, stattdessen heiratete er genau ein halbes Jahr später, die Tochter des Chefarztes von der Klinik in der er arbeitete.
Schwer ausatmend schloss sie ihren kleinen Kühlschrank und ihr viel Maria wieder ein.
Laut schloss sie die Tür hinter sich und ging zur Wohnung ihr gegenüber. Maria war eine uralte Frau die

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Kommentare

Lilly schrieb am 2008-03-21 22:45:54:
Sanke Zhara,
ja ja, man sollte kaum klauben das eine kleine (und ich bin echt nicht sehr groß) Fantasie hat. Hab ich wohl von meinem Opa (der hat uns immer fantastische Geschichten erzählt) und von ihm habe ich aber auch mein rechtschreib Problem.... ja ja, man erbt nicht immer nur das Gute!!! hi hi hi....
Liebe Grüße
Lilly

P.s. DANKE BONE, ich freue mich über jeden neuen Leser, der meine Geschichten gerne liest....
Bone1979 schrieb am 2008-03-19 22:25:02:
ich schließe mich den anderen gerne an. Interessant und werde versuchen am Ball zu bleiben. Mach
mich jetzt an Teil Zwei.
Mal sehen wie es weiter geht...
MfG
zhara schrieb am 2008-03-07 14:55:14:
Wow was soll man sagen. Ziemlich gut, wie alles was du schreibst. Man könnte niemals denken das eine Tierartzhelferin soviel Fantasy hat^^
Ich würde jetzt auch noch rechtschreibfehler bewerten, aber da ich darin selbst ne Niete bin gilt das nicht. *Grins*
Freue mich auf mehr
deine zhara
CoraLove schrieb am 2008-01-14 18:08:30:
Also bis jetzt wirklich interessant geschrieben und ich bin einmal gespannt wie es weiter geht.
Mensch, du hast wirklich Talent!!
Lg
Immortal Soul schrieb am 2007-12-29 12:27:43:
Ich finde die story echt interessant und würde mich freuen, wenn du bald weiterschreiben würdest.

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