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Kategorien > Fantasy > Abenteuerreise

Das Amulet 2

von Lilly

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Leise klopfte sie gegen die Tür und wartete geduldig, denn es dauerte immer unbeschreiblich lange bis Maria an der Tür war. Dann endlich ging sie auf und eine kleine, vom Alter und der Arbeit gebeutelte Frau strahlte ihr entgegen. Ihr Rücken war krumm, ihre Haut dünn und ihre Adern blickten wulstig unter dieser hindurch. Unzählige dunkle Altersflecken zierten die ausgetrocknet wirkende Haut, die leicht gelb schimmerte, und Lilly wusste jeden Tag mehr, das sie nicht mehr lange leben würde. Das machte ihr Herz schwer und sie musste kurz auf ihre Füße blicken um diesen Gedanken vertreiben zu können.
„Lilly, Engel, schön dass du Zeit gefunden hast, komm doch herein zu mir.“
Humpelnd trat sie beiseite und Lilly betrat die kleine und viel zu voll gestellte Wohnung. Es roch nach frisch gebackenem Kuchen und heißer Milch.
„Ich habe einen Kuchen gebacken und wollte ihn gerade probieren solange er noch heiß ist, würdest du mir die Freude machen und mir dabei Gesellschaft leisten?“
„Aber gerne“, antwortete sie lächelnd und nahm auf der bereits ziemlich abgesessenen Couch Platz. Wie gerne hätte sie ihr geholfen, doch Maria wollte nie irgendwelche Hilfe, das hatte sie ihr schon bei ihrem ersten Besuch ziemlich klar deutlich gemacht.
Die warme Milch duftete in ihrer Nase und vermischte sich mit dem Kuchen. Schwerfällig nahm Maria neben ihr Platz und nippte an der Milch.
„Lilly, ich wollte dir etwas geben.“
Sagte Maria bedächtig nach einer kurzen Pause des Schweigens und griff neben sich. Verwundert sah Lilly sie an, ein Geschenk? Bevor sie widersprechen konnte, sah sie auch schon ein wunderschönes goldenes Amulett, das an einer Kette vor ihrem Auge baumelte.
„Oh“, entrann es ihrem Mund:“ Es ist wunderschön.“
„Ja, das ist es wirklich“, stimmte ihr Maria mit leiser Stimme zu, und betrachtete es noch einmal selbst ausgiebig, als hätte sie es zum ersten Mal in ihren Händen.
„Es ist auch mir einst vor vielen Jahren Geschenkt worden.“
Bestimmend nahm sie Lillys Hand und legte das Schmuckstück in diese hinein.
„Nein“, protestierte Lilly:“ Das kann ich nicht annehmen.“
Marias Blick machte sie plötzlich etwas nervös, denn er war durchdringend und unbeschreiblich ernst, als würde sie gerade ihre Gedanken durchwühlen.
„Du kannst“, es war keine bitte, es schien ein deutlicher Befehl zu sein:“ Du musst!“
Lilly sah sie fragend an, denn sie verstand kein Wort.
„Bitte… du musst, du bist der einzig richtige Mensch dafür.“
War dies etwa ein flehen? Tiefe falten gruben sich in die runzelige Stirn der alten Frau.
„Maria, ich verstehe nicht.“
Und das war die Wahrheit. Maria legte ihre Finger über das Amulett in Lillys Hand. Sie wirkte müde wie noch nie zuvor und es schien als würden ihre Augen schwimmen.
„Es ist etwas ganz besonderes, es ist etwas Magisches und es sucht sich seine Besitzer selbst aus. Sieh nur hin.“
Langsam nahm sie ihre Hand wieder weg und Lilly blickte auf das Amulett. Erschrocken weiteten sich ihre Augen, denn es begann zu leuchten, nein es strahlte, es bebte sanft in ihrer Hand und es strömte ein warmes Gefühl durch ihren Arm. Sie wusste nicht, was sie tun sollte, ob es besser wäre wenn sie es fallen ließe, doch sie konnte nicht, sie konnte noch nicht einmal ihre Augen davon nehmen.
„Bei Gott“, flüsterte sie und Maria stimmte ihr sanft zu:“ Ja, bei Gott. Es ist eine Ehre erwählt zu werden, es zeugt von deinem großen Herzen, deinem klaren Verstand.“
„Was redest du da?“
Verlor sie langsam den Verstand, war das ihre Erschöpfung, ihre Müdigkeit?
„Ich kann es nicht mehr hüten, ich bin den Aufgaben nicht mehr gewachsen, ich bin zu alt“, kurz schwieg sie und sah sehnsüchtig auf Lillys Hand, die sich noch immer keinen Millimeter gerührt hatte, umpackte auf einmal fest ihr Gesicht und brachte sie dazu sie anzusehen, bevor sie weiter sprach:“ Es wird dich mit sich nehmen, es wird dir ein Stück Wunder schenken, es wird dir zeigen wie sinnlos die Zeit ist und wohin du wirklich gehörst. Lilly, es ist dein Schicksal, deine Bestimmung.“
„Was bedeutet das, wohin nimmt es mich mit?“
Maria lies sie wieder los und meinte etwas verunsichert, nicht sicher ob sie dieser Wahrheit schon gewachsen war:“ Durch die Zeit.“
Lilly blickte nun wieder auf ihre Hand und sah, das das Licht langsam wieder abflachte und dann ganz verschwunden war.
„Ich weiß nicht weshalb, aber… aber ich kann nicht anders als dir zu glauben, doch was bedeutet durch die Zeit?“
„Das was es bedeutet, du wirst es erfahren, irgendwann und du wirst glauben den Boden unter den Füßen zu verlieren, doch jede Reise hat ihren Sinn und ein Ziel.“
„Aber warum ich?“
Maria hörte ihre Verzweiflung und berührte sanft ihr Knie.
„Das weiß nur das Medaillon allein. Doch als du zum ersten Mal meine Wohnung betratest, spürte ich wie es unter meiner Bluse zu vibrieren begann, es war fordernd, anders als sonst. Und da wusste ich, das du es bist, meine Nachfolgerin, und es hätte sich keinen besseren Menschen aussuchen können.“
Vorsichtig nahm sie es ihr aus der Hand und streifte ihr die großzügige Kette über den blonden Schopf. Wehmütig strichen ihre Finger noch einmal über das Metall und sie meinte hörbar traurig:“ Wenn etwas so lange dein Leben bestimmt, dich begleitet, dann ist es nicht leicht es einfach aus den Händen zu geben“, sie griff sich an ihren Hals, bevor sie weiter sprach:“ Ich werde sein Gewicht vermissen, die schwere würde, es zu tragen.“
Auf einmal wurde ihr Blick wieder ernst und sie erklärte ihr eindringlich:“ Du musst es beschützen, Lilly, gib es niemals aus den Händen, lege es niemals ab, denn andere wollen es auch, doch nicht für das Gute. Verstehst du mich?“
Lilly nickte schweigend.
„Du wirst sie erkennen, manchmal schnell, manchmal fast zu spät. Sie stellen dir Fallen, belügen dich und nutzen dein Vertrauen aus“, fest umschlang sie ihre Hände und sah ihr tief in die grünen Augen:“ Das, ist die Last des Medaillons, seine Bürde, du darfst keinem Menschen vertrauen, nicht seinen Worten, nicht seinen Taten. Du musst dieses Geheimnis immer alleine mit dir herumtragen, kein Wort darf über deine Lippen kommen, keine Andeutungen einen Raum verlassen. Es macht dich einsam und verletzlich.“
„Die Bürde erscheint mir größer als das Wunder.“
Gab Lilly zu bedenken und sie sah das ein fast unmerkliches Lächeln über das Gesicht von Maria huschte.
„Oh glaube mir, die Bürde kommt nicht im Geringsten an das Wunder heran.“
Abrupt lies Maria auf einmal ihre Hände wieder los wandte sich dem Kuchen zu und meinte auf einmal:“ Und jetzt geh, nimm dir deinen Kuchen mit, ich muss etwas alleine sein.“
„Aber ich habe noch soviele Fragen.“
Flehte Lilly regelrecht, doch Maria sagte:“ Morgen, heute bin ich zu müde dazu.“
Skeptisch betrachtete Lilly ihr Profil und ein Gedanke schoss ihr plötzlich durch den Kopf: Was ist, wenn es kein morgen mehr gibt?
Ihre Augen füllten sich mit Tränen und herzlich umarmte sie ihre so lieb gewonnene Nachbarin.
„Ich werde darauf acht geben“, flüsterte sie:“ Ich werde es hüten wie einen

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Kommentare

Bone1979 schrieb am 2008-03-19 22:34:35:
Sehr spannend. Mir gefällt die Geschichte. Ich werde auf jedenfall dran bleiben.
Teil Drei entgeht mir nicht...
MfG
jess schrieb am 2007-12-29 12:01:47:
du hast einen ziemlich guten schreibstil!! ich werde gern die nächsten kapitel lesen! lg jess^^

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