Das Amulett 9
von
Lilly
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„Willst du mit mir nach draußen, William hat es erlaubt.“
Mollyn stürmte in ihr Zimmer und plapperte ihr diese Frage atemlos zu. Lilly saß mit verschränkten Beinen auf ihrem Bett und erschrak ein wenig, da sie gerade tief in ihre Gedanken versunken war. Sie dachte an ihr wirkliches Zuhause, an ihre Geschwister, an ihre Freunde und ihre Arbeit.
„Nach draußen?“
Sie war hörbar überrascht und setzte sich nun auf die Kante ihres Bettes. Mollyn nickte aufgeregt und hielt ihr einen schweren dunklen Umhang entgegen. Etwas zögerlich griff sie danach und fragte verwundert:“Ihr habt keine Angst das ich fliehe?“
Mollyn lachte und stellte eine Gegenfrage:“ Und wo willst du hin?“
„Hm… da hast du wohl recht.“
Lilly schmunzelte einsichtig und zog sich den Umhang über, während sie sich von ihrem Bett erhob. Sofort wurde ihr warm, und sie roch an dem rauen Stoff. Es roch nach einem schon ewigen Aufenthalt in einem selten gelüfteten Schrank. Doch Lilly dachte nur daran, das die kühle frische Luft, diesen Muff bald vertreiben würde.
Mollyn ging im geschmeidigen Gang voraus und Lilly folgte ihr dicht auf. Vor der Treppe stand ein junger großer Soldat mit kinnlangen blonden Haaren, die durch seine leichten Locken, etwas zerzaust aussahen. Sein Gesicht war sehr markant und er war, dachte sich Lilly, nicht schlecht anzusehen. Mollyn stellte ihn anständig vor:“ Lilly, Das ist Jonas MacFullen, mein ehrenwerter Cousin und unser heutiger Aufpasser.“
Er verbeugte sich vor ihr und ließ sie dabei mit seinen himmelsblauen Augen nicht eine Sekunde aus den Augen. Lilly schmunzelte nur zur Begrüßung und schon folgte sie Mollyn weiter nach unten und dicht hinter ihr lief der junge Krieger und beobachtete jede ihrer Bewegungen mit aufmerksamem Blick.
Unten durchquerten sie die Halle und als sie dann endlich nach draußen traten, roch Lilly den Schnee, die kalte frische Luft und ein Gefühl von ersehnter Freiheit machte sich in ihrem Herzen breit.
„Willst du die Pferde sehen? Unsere Zucht ist beeindruckend.“
Mollyn wartete gar nicht auf eine Antwort, sondern zog sie einfach mit sich einen steilen Hang herab, auf dessen oberen Spitze sich die Burg erhob. Lilly musste bei ihrem Tempo achtgeben, das sie nicht stolperte und den ganzen Berg herab kullerte, um dann als Schneekugel unten an zu kommen.
Am unteren Ende befanden sich weitere Hütten, und ein Gebäude stand gerade im Bau. Männer hämmerten, auf feuchtem Holz herum und balancierten geschickt auf den dicken Balken herum. In der Nähe befand sich eine abgezäunte Weide auf der mindestens zehn Pferde im Schnee herumtollten. Manche wälzten sich ausgiebig und prusteten danach den Schnee von ihren Nüstern.
„Siehst du den jungen verrückten Hengst dort?“
Mollyn zeigte auf ein rotbraunes Tier das ungestüm zwischen allen umher tollte und Lilly nickte. Er war frech, aufdringlich und völlig ungestüm.
„Sein Name ist Vox, Latein für Stimme, denn William sagt immer: Gott… hat dieses Pferd viel zu sagen.“
Lilly runzelte fragend ihre Stirn und Molly erklärte ihr weiter:“ Er wiehert und wiehert und ist immer am prusten, als wäre er ein alter Mann, der sich über alles nur noch beschwert, und dabei ist er auch noch so unverschämt.“
Jetzt musste Lilly lachen und das brachte Jonas dazu noch einen Schritt auf sie zu zugehen und er legte seinen Arm dicht hinter ihr auf das Holzgatter.
„Magst du denn Pferde überhaupt?“
„Ja, sogar sehr gerne.“
„Na gut, dann komm!“
Sie stieg nicht gerade Damenhaft zwischen den Holzbalken hindurch und Lilly folgte ihr etwas zögerlich.
„Hey“, rief ihnen Jonas nervös hinterher, doch Mollyn lächelte beschwichtigend über ihre Schulter und er seufzte nachgebend.
Lachend und Hand in Hand stapften sie durch den Schnee auf die Pferde zu, die sie geduldig kommen ließen, aber nicht aus den Augen lassend.
„Ist sie gefügig?“
William riss Jonas aus seinen fernen Gedanken und er sah hecktisch über seine Schulter. Er glaubte gleich eine Standpauke zu erhalten und meinte nervös:“ Ja“, und schnell blickte er wieder nach vorne:“ Sie macht keine Anstalten irgendetwas zu tun was ihr schaden könnte.“
William sah, dass sie zwischen den Pferden standen und sie streichelten.
„Und was tun die beiden auf einen meiner Weiden?“
„Sie… ähm…“, er räusperte sich laut:“ Mollyn wollte ihr die Pferde zeigen. Sie scheinen sich gut zu verstehen.“
„Hm…“, war sein einziger Kommentar. Während er sah, das Lilly sich in den Schnee kniete und der junge wunderschöne Hengst langsam auf sie zu kam und ihre vom kalten Wind leicht zerzausten Haare beschnupperte, während sie seinen Hals liebevoll streichelte, wurde MacDougen auf einmal ganz still und versteifte sich ein wenig.
Der Hengst schien sich wohl zu fühlen in ihrer Gegenwart und setzte sich vor sie, was für gesunde Pferde völlig ungewöhnlich war.
„Was tut sie da?“
Wollte William erschrocken wissen, denn so etwas hatte er noch nie gesehen und als dann Vox seinen Kopf auf ihren Schoss legte um sich diesen liebevoll streicheln zu lassen, blickten Jonas und er sich ungläubig an.
Auf einmal spürte Lilly das Amulett auf ihrer Haut, es vibrierte ganz sacht, es wollte ihr irgendetwas sagen, deuten, doch sie verstand nicht was. Besorgt legte sie ihre Hand darüber und schloss für einen Augenblick ihre Augen.
Mollyn kniete sich zögerlich neben Lilly und sah sie etwas entsetzt an.
„Was machst du da?“
Fragte sie und Lilly meinte achselzuckend, ihre Augen wieder öffnend, in der Hoffnung, das man ihre eigene Unsicherheit nicht sah:“ Ich habe keine Ahnung…, er scheint mich einfach zu mögen, glaube ich.“
Vox wieherte zur Bestätigung und knabberte an ihrem Umhang herum.
„Das scheint wohl so zu sein.“
Sagte Mollyn leise kichernd und fuhr ihm einmal durch seine lange Mähne.
„Nur musst du wissen“, fügte sie noch hinzu:“ Ist er normalerweise nicht so Menschenfreundlich. Er lässt sich nur ungerne anfassen und obwohl er schon fast drei Jahre alt ist, hat es noch immer keiner geschafft in einzureiten. William überlegt ihn zu Kastrieren, denn er glaubt nicht, das man mit solch einem wilden Tier züchten kann.“
Auf einmal entdeckte sie ihren Bruder neben Jonas, der nicht gerade erfreut zu ihnen herüber sah. Er wirkte wütend und unschlüssig.
„Oh…“, begann sie erschrocken:“ William… komm wir gehen lieber.“
Ungeduldig zog sie Lilly an ihrem Arm nach oben und sie liefen langsam zu ihm herüber. Vox folgte ihnen.
„Was ist los?“
Fragte Lilly nervös.
„Er… er mag nicht, wenn fremde an seine Pferde gehen, sie sind so etwas wie sein teuerstes Gut.“
Stotterte Mollyn und ihre Schritte verlangsamten sich um so näher sie ihm kam.
„Oh“, brummte Lilly fast stumm und schon standen sie am Gatter. MacDougens Blick schien Mollyn zu durchbohren. Sie blickte angespannt zu Boden, und Lilly sah, das sie ihre Hände verkrampft in einander verschlungen hatte. Langsam wanderte sein Blick zu Lilly, die ihm jedoch regungslos standhielt, dann sah er auf Vox, der neben ihr stand und seine Nüstern an ihrem Mantel rieb. Er verstand dieses Tier
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Kommentare
hannah-victoria schrieb am 2009-09-15 20:20:17:
uiiii wie immer kann ich nur eins sagen.....
GEIL!!
hoffe du schreibst schenll weiter ...^.^
liebe grüße hannah
Bone1979 schrieb am 2008-09-16 23:15:29:
Was soll ich sagen???
Einfach GENIAL...
Mach so weiter...
MfG
Regenbogenkönigin (Luna) schrieb am 2008-09-12 18:24:43:
Ja auch hier geht es weiter, dass ist ja super! Ich freue mich riesig und bitte schreib ganz ganz schnell weiter!!!!!!!!!!
Alles Liebe
Luna
Dragoneye schrieb am 2008-09-09 20:48:12:
Schnell weiter......
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