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Kategorien > Romantik > Romanze

Das Bildnis einer Einsamkeit

von Regina

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ihrer Stimme.
„Oh es war ganz einfach, ich habe ein Feuerzeug genommen und den Mist in Brand gesetzt. Trockene Leinwand brennt wie Zunder!“, spottete Martin.
„Warum haben Sie das nur getan?“
Cora hatte nun doch ungewollt ihre Maskerade der harten Geschäftsfrau abgelegt.
„Ich sagte bereits, dass ich mein stümperhaftes Geschmiere nicht mehr sehen wollte!“ entgegnete Martin brüsk. „Ich werde nie wieder Malen!“
„Warum überlassen wir dann nicht das Urteil solchen Juroren, die etwas davon verstehen?“, fragte Cora hinterhältig.
„Sie bekommen durch die Ausstellung eine echte Gelegenheit ihr Können unter Beweis zu stellen!“
Martin schnaubte.
„Haben Sie mir nicht zugehört? Ich habe kein Bild mehr, das ich ausstellen könnte. Ich habe alles verbrannt und vernichtet!“
„Dann malen Sie eben ein Neues! Sie haben noch gut acht Wochen Zeit!“ Cora hielt den Atem an und hoffte, dass Martin den Köder schlucken oder wenigstens daran schnuppern würde.
„Ich male nicht mehr, nie wieder!“, sagte Martin nochmals mit der Bockigkeit eines Kleinkindes.
„Oh Sie können ja auch aufhören zu malen, in zwei Monaten. Malen Sie ein letztes Bild und wenn es schlecht ist, dann helfe ich Ihnen sogar ihre Staffelei zu zersägen!“, versuchte Cora zu scherzen.
„Nein!“
„Denken Sie wenigstens drüber nach!“
„Nein!“
„Doch das werden Sie, und dann werden Sie sich hinsetzen und ein Bild malen!“
Coras Tonfall duldete keine Widerrede.
„Sie sind eine...eine....“
„Eine was?“, unterbrach Cora Martins Versuch sich ihrer Bestimmtheit zu erwehren
„Eine unmögliche Person!“
Cora lachte leise in den Hörer.
„Das wusste ich schon. Ich erwarte Sie also in spätestens acht Wochen MIT einem Bild!“
„Auf keinen Fall!“
„Bis spätestens in zwei Monaten Martin!“, und ehe dieser noch etwas sagen konnte, hatte Cora rasch aufgelegt.

Wochen waren vergangen.
Obwohl inzwischen eigentlich eine warme Junisonne vom Himmel scheinen sollte, war der Tag eher kalt und sehr verregnet.
Zögerlich betrat Martin die kleine Galerie durch die Glastür, die sein Kommen mit einem melodischen Klimpern der Türglocke ankündigte und Cora von ihrem Schreibtisch weg in den Verkaufsraum lockte.
Als sie seine hagere Gestalt erkannte, musste sie gegen den plötzlichen Drang ankämpfen einfach fort zu laufen.
Zu lange hatte sie täglich nach ihm Ausschau gehalten, gehofft ihn mit einem Bild unter dem Arm endlich wieder den Gehweg heraufkommen zu sehen.
Tag für Tag hatte sie enttäuscht ihren Laden abgesperrt, noch einen letzten traurigen Blick die Strasse hinunter werfend, bis sie sich schließlich diese Sentimentalität zum Wohle ihres Seelenheils verboten hatte.
Dass er nun so vollkommen unerwartet vor ihr stand, genau wie früher mit einem leicht verlegenen Gesicht und ihr auffordernd ein Bild hinhielt, bescherte ihr ein Déjà vu von solcher Heftigkeit, dass ihr selbstbewusster Schritt für einen Moment ins Stocken kam.
„Das Übliche, Martin?“, fragte sie dennoch gefasst, ihre Erregung hinter dem geschäftlichen Ton versteckend.
„Natürlich!“
Martin bemühte sich um echte Empörung in seiner Stimme.
„Dann haben sie also wieder einen Dämonen gemahlt?“
Sie konnte ihre plötzliche Enttäuschung nun nicht mehr verbergen und nur widerstrebend nahm sie das Bild entgegen, das Martin zum Schutze gegen den Regen in eine alte Wolldecke gewickelt hatte.
„Ja, wieder einen Dämonen, den Fürchterlichsten von allen!“ Martin machte eine kleine theatralische Pause bis er knurrend ergänzte: „Sehen Sie sich vor, ich bin besessen von seinem Abbild, es verfolgt mich Tag und Nacht, lässt mich an nichts anderes mehr denken als an ihn!“
Cora schlug die Decke zurück in Erwartung eines düsteren Gemäldes, wappnete sich bereits gegen die negativen Assoziationen, die sie bei der Betrachtung von Martins neuestem Werk haben würde.
Doch kein Teufelsabbild stierte ihr mit einer grässlichen Fratze entgegen, kein gehörntes und bockhufiges Wesen verschreckte den Betrachter, sondern das was sie sah ließ ihr Herz in unerwarteter Freude ein wildes Staccato klopfen.
Eine kleine Weile brauchte sie dennoch um ganz zu realisieren, dass es ihr eigenes Antlitz war, das ihr aus braunen Augen freundlich entgegensah, halb verborgen unter der einen Haarsträhne, die spitzbübisch in zarter Wellenlinie über ihr Gesicht fiel.
Die spinnwebfeinen Fältchen um ihre Lippen, verspielt und versunken in einem leisen und doch so wärmenden Lächeln, ihr so vertraut und aus dem Moment gestohlen wie der kurze Blick in ihr morgendliches Spiegelbild.
„Ein Dämon?“ fragte sie ihn zögernd und mit leiser Bestürzung. „Sieht so ein Dämon aus?“
Martin trat dicht hinter sie, betrachtete über ihre Schulter hinweg interessiert das Gemälde.
„Du hast Recht, Cora!“, flüsterte er zärtlich in ihr Ohr und sein Atem strich sanft durch die widerspenstige Haarsträhne, ließ sie in zartem Gleichklang zu seiner Stimme schwingen.
„So kann kein Dämon aussehen!
Dies muss mein Engel sein!“

ENDE

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Kommentare

ohinderks@aol.com schrieb am 2008-04-17 22:17:53:
Danke!
uwe wetzlich schrieb am 2008-03-17 19:36:55:
Leider habe ich die Geschichte nicht verstanden, die Autorin, hier Cora,
beschreibt nach meiner Meinung ihre eigene Träume.

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