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Kategorien > Fantasy > Vampire

Das Blut das Rose 9

von Moonwish

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9. Collin

Trübes Sonnenlicht schien durch das Fenster als Mary aus ihrem Schlaf erwachte. Wolken hatten den Himmel durchzogen und kündigten Regen an, der spätestens heute Mittag niedergehen würde. Wahrscheinlich der erste in diesem Jahr der Schule.
Mary freute sich. Sie liebte den Regen und die damit verbundene Frische. In ihrer Heimatstadt gab es ihn selten und wenn doch einmal ein paar Tropfen herabprasselten, rannte das Mädchen immer hinaus, um das Wasser auf ihrer Haut zu spüren.
Heute würde sie es vielleicht auch tun, wenn sie endlich aufstehen durfte. Nach dem Besuch bei Romeo wollte sie es aber vorerst lassen. Am Mittag könnte sie vielleicht um Erlaubnis fragen.
'Wenn ich bis dahin noch Lust habe.', dachte sie, wobei ihr spontan der Traum von der Geburt einfiel.
Warum hatte sie wohl gerade in dieser Nacht davon geträumt?
Die merkwürdigsten Vermutungen tauchten in Marys Geist auf, über die sie jedoch nur lachen konnte.
'Ich spinne!' Schockiert, doch gleichzeitig belustigt über ihre Gedanken saß sie auf und gähnte.
Samstag!
Eleonora und Helen würden möglicherweise heute früher kommen und länger bleiben. Natürlich erst, wenn die Krankenschwester hier gewesen war.
Ein Blick auf die Uhr an der Wand sagte der Patientin, dass diese bald kommen würde. Nach ihr eine andere, die täglich das Essen brachte. Hoffentlich würde es heute keine Suppe geben.
Nachlässig fuhr sich Mary durch die Haare und krabbelte aus dem Bett. Sie wollte den Schlosshof sehen und die Blumen, die in der Nacht doch um soviel schöner waren als am Tag. Es gab dafür keine Erklärung und eigentlich war es ja auch unsinnig, aber in ihren Augen war dem nun einmal so.
Ein wenig wackelig trat sie an das Fenster und zu ihrer Überraschung war niemand auf dem Hof. Lediglich eine schwarze Amsel saß in den geometrischen Gärten und starrte träge vor sich hin. Die Rosen in den riesigen Vasen waren nicht aufgegangen in Erwartung des Regens, genauso wenig die restlichen Blumen.
'Als hätte jemand alles und jeden vertrieben.', dachte das Mädchen und stellte ihre Ellbögen auf der Fensterbank ab. 'Aber vielleicht schlafen sie ja noch.'
Ob Romeo noch schlief? Er war gestern wirklich seltsam gewesen. Die plötzliche Wendung von entnervt auf unterwürfig hatte Mary total durcheinander gebracht.
"Und wenn schon!", hauchte sie und wandte sich wieder dem Fenster ab.
Er beherrschte in letzter Zeit schon zu viele ihrer Gedanken. Das musste sich ändern. So wichtig war er doch nicht. Die Tatsache, dass er ihr Leben gerettet hatte, machte es ihn zwar, aber sie hatte sich bereits bedankt. Mehr tun konnte sie nun wirklich nicht.
Langsam kehrte sie zurück in ihr Bett und wartete auf die Schwester, die keine zehn Minuten später kam.
Schnell hatte sie die junge Frau untersucht und nur gemeint, dass alles in Ordnung sei und Mary, wenn sie dies denn wollte, wieder zurück in ihr Zimmer durfte.
'Ohne einen Arzt zu fragen.', dachte das Mädchen überrascht und nahm das Angebot aber sofort an. Warum auch nicht? Schließlich fühlte sie sich gut.
"Soll ich Sie begleiten?", fragte die Dame missmutig, während sie ein Dokument ausfüllte.
"Das brauchen Sie nicht.", gab Mary zurück und verließ den Raum. Ein Danke wäre bei so einer schlechtgelaunten Frau wohl nicht unbedingt nötig.
Träge folgte sie dem Gang, den sie gestern bereits genommen hatte, wobei sie erstaunt feststellte, dass er bei Tag umso schöner war.
Die Wände, die mit dunklem Holz getäfelt waren, wiesen lilienartige Verzierungen auf, die sich über die Decke erstreckten und in der Mitte des Ganges eine riesige Lilie bildeten. Die Rillen zwischen jeder Tafel waren mit fein geritzten Blätter verdeckt, die sich an jeder Blüte wiederfanden.
Diese Schnitzerei musste viel Zeit in Anspruch genommen haben.
Beeindruckt durch diesen einen Gang nahm Mary ihren Weg wieder auf, wobei sie in jedem neuen Flur weitere Blumenmotive vorfand. Doch das schönste war für sie die Vorhalle, in der auch echte Blumen wuchsen: Die blutroten Rosen an den Wänden.
Eilig durchschritt sie die Halle, bis sie kurz vor der Tür merkte, dass jemand sie beobachtete. Schnell wandte sie sich um und erkannte Collin, der reglos neben der Treppe stand und sie beinahe neugierig musterte. Als er merkte, dass sie ihn sah, nahm er die Hände aus den Hosentaschen.
"Ich habe gehört, du... wärst entlassen worden?", sagte er, wobei seine Worte eher fragend als feststellend klangen.
"Ja, bin ich.", erwiderte Mary etwas zu leise.
Hatte es sich so schnell herumgesprochen?
Der Blonde lächelte vieldeutig und kam auf sie zu. In einiger Entfernung machte er jedoch Halt. "Ich darf dich mir dich ansehen, oder?", wollte er auf einmal wissen.
Was sollte das denn?
"Äh... Ich wollte gerade zu meiner Klasse."
"Es dauert auch nicht lange." Ohne auf ihre Antwort zu warten, stellte er sich direkt vor sie und nahm ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger.
Ein Schauer rollte über Marys Rücken. Was wollte er von ihr?
"Lass mich los!", befahl sie so streng sie konnte.
Anstatt ihrem Befehl zu folgen, zog Collin die Brauen zusammen. In seinen Augen lag Unglaube. Doch das Mary egal.
Selbstsicher entzog sie ihm ihr Kinn und wandte sich zum Gehen. Noch ehe sie die Tür öffnen konnte, hatte er sie auch schon am Handgelenk erwischt.
Erbost drehte sie sich zu ihm und erblickte einen schockierten Collin.
Er stand wie versteinert neben ihr, wobei er seinen Mund nicht schließen konnte. Seine blauen Augen waren vor Schreck geweitet.
Sponn er jetzt?
"Was ist?!", fragte Mary böse.
Der junge Mann brauchte eine Weile, ehe er ihre Worte verstand. Dann sagte er plötzlich: "Es tut mir leid. Ich... wusste es nicht." Schnell ließ er ihre Hand los und verschwand durch die große Eingangstür.
Mary blieb verwirrt zurück.
Drehten hier etwa langsam alle durch? Erst Romeo, dann Collin! Was hatte das zu bedeuten?
Vollkommen ratlos trat das Mädchen hinaus und folgte dem Weg, der zu dem Mädchenhaus führte.
Es war noch immer niemand hier und die Wolken hatten sich verdunkelt. Mattes Licht fiel wie ein grauer Schleier auf das Anwesen und gab ihm etwas Mystisches. Dann, gegen jede Erwartung, fiel ein dicker Tropfen auf die Erde und noch einer und noch einer, bis beinahe der ganze Boden nass war.
'Es regnet!' Entzückt darüber vergaß sie Collin und rannte beinahe in die Mitte der Gärten. Ihr Haar wurde nass und klebte allmählig auf ihrer Stirn. Das Shirt, das sie trug, wurde immer dunkler, ebenso ihre Hose. Doch war es ihr egal. Wie sehr sie die Frische doch liebte.
Erfreut hob sie das Gesicht gen Himmel und lächelte. Der Moment gehörte ganz allein ihr.
'Hoffentlich sieht mich niemand.', dachte die junge Frau gleichgültig.
Es war ja eigentlich auch ganz egal, ob jemand sie sah. Den Moment würde sie sich nicht entgehen lassen!
Zufrieden und völlig gelöst drehte sie sich um die eigene Achse, blieb aber stocksteif stehen als sie im Fenster des Jungengebäudes eine Person sah. Sofort wandte diese sich um und

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Kommentare

jess schrieb am 2008-07-16 23:03:24:
ich finds toll!! bin auch sehr gespannt!!:)
TJ Omar schrieb am 2008-07-11 16:41:40:
Es wird nicht "seltsam", es wird "spanend". Also schreib weiter, ich will wissen, was passiert!!!

MfG TJ Omar
Dragoneye schrieb am 2008-07-08 09:39:18:
hi....
Ich bin wirklich gespannt was du aus deiner Hauptperson gemacht hast.....
also schnell weiter ;-))

LG Dragoneye

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