Das Blut der Rose 13
von
Moonwish
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13. Die Geschichte des Schlosses
Dunkelheit legte sich über das Anwesen und kündete die Nacht an. Millarden von winzigen Sternen erhellten den Himmel und schienen auch in Marys Zimmer. Sie hatte das Fenster offen gelassen, sodass die kühle Luft ihr Gänsehaut bereitete. Doch war sie zu sehr in Gedanken versunken, um das zu merken.
Eleonora hatte sie mit ihrer Drohung an Romeo schockiert. Es war einfach nicht ihre Art, so mit jemandem zu reden.
Was hatte er denn Schlimmes gemacht, dass ihre Freundin so aufgebracht hatte und über wen hatten sie überhaupt gesprochen? Ihr Name war gefallen, doch konnte unmöglich sie damit gemeint sein!
'Aber was, wenn doch?' Unruhig wandte sie sich auf die andere Seite.
Und was hatte sie damit gemeint, dass sie über ihm stünde? Die Klasse? Bestimmt nicht, da Mary ja gerade in die erste ging und so auch vom Alter jünger als er war. Alles war so durcheinander!
Eleonora war nach dem mehrmals gekommen, um mit ihr zu reden, doch hatte Mary immer wieder geblockt oder erst gar nicht zugehört. Sie wusste, dass es ihrer Freundin ernsthaft Leid tat, doch wollte sie jetzt keinen Kontakt zu ihr.
Wie konnte diese doch sonst so nette junge Frau auf einmal so böse geworden sein?
Mary seufzte genervt und krabbelte aus ihrem Bett. Darüber nachzudenken würde ihr keine Antworten bringen und ihr den Schlaf rauben. Genauso gut konnte sie jetzt auch spazieren gehen. Vielleicht fand sie dann ja auch ein wenig Ruhe.
'Hoffentlich läuft jetzt kein Lehrer umher.' , dachte die Braunhaarige und trat leise an ihren Schrank, um sich etwas Wärmeres überzuziehen. Danach betrat sie den nächtlich stillen Flur des Mädchengebäudes.
Wandlichter brannten und konnten im Bedarfsfall durch die Deckenbeleuchtung ersetzt werden, genauso wie in den Gängen, durch die sie gelaufen war als sie zu Romeo gewollt hatte. Diese Nacht lag zwar nicht weit zurück, doch kam es Mary wie eine Ewigkeit vor.
Ruhig schritt sie durch die Korridore, wobei jeder noch so kleine Gegenstand ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte.
Wieso wurde sie das Gefühl nicht los, dass hier Einiges nicht richtig und nicht an seinem Platz war?
"Blödsinn.", tadelte sie sich und öffnete die Tür hinaus in den Hof. Kälte sprang ihr entgegen und ließ sie kurz frösteln. Doch davon ließ sich das Mädchen nicht abhalten. Zielsicher folgte sie dem ausgestreuten Weg zum Tor des Hauptgebäudes. Die Steinchen knirschten unter ihren Schuhen und erfüllten die ganze Umgebung mit dem seltsamen Laut. Hoffentlich würde es niemanden aufwecken, denn wie sie es vor Kurzem erfahren hatte, war es nachts verboten durch das Schloss zu laufen.
Und wenn schon. Sie würde ja nichts klauen oder beschädigen, lediglich spazieren... Auch wenn es hier bei Dunkelheit furchterregend aussah.
Ein wenig zögernd betrat sie die Vorhalle und schritt in deren Mitte.
Schwaches Licht erhellte auch diesen Bereich, sodass Mary jede Türen und Gänge erkennen konnte. Auch die Rosen auf dem Boden, die zu tanzen schienen. Wie anders das Anwesen jetzt war!
'Das liegt an den Schatten!', dachte das Mädchen und überlegte, in welche Richtung sie nun gehen sollte.
Es gab zwei Möglichkeiten: Sie könnte hinauf in die oberen Etagen und die Klassenzimmer der älteren Schüler ansehen oder sie könnte in den Keller, der dauernd mit einem Verbotsschild versperrt wurde.
Heftige Neugier packte sie.
Was könnte im Keller sein? Schließlich konnte jeder einfach am Schild vorbei und hineingehen.
Sie entschloss sich, die untersten Räume zu besichtigen und führte diesen Plan auch gleich in die Tat um.
'Warum bin ich auf einmal so mutig?', wollte sie erstaunt wissen, während sie die steinernen Treppen hinablief und mit Hilfe der Lichter nach einer Tür Ausschau hielt. Normalerweise war sie nämlich eher ängstlich als abenteuerlustig. Was war der Grund dafür?
Langsam folgte sie dem Korridor, während ihr die kühle abgestandene Luft das Atmen erschwerte, bis sie direkt vor einer Tür stand, die mit roten Bändern versperrt wurde. Neugierig drückte sie die Klinke hinab, dessen Schloss sich mit einem widerlichen Quitschen öffnete. Der Hall jagte wie ein Gespenst durch das ganze Gebäude.
'Mist!', fluchte sie in Gedanken und riskierte einen Blick in das Zimmer vor ihr. Zu ihrer Überraschung war es riesengroß.
Möbel standen darin, verdeckt durch weiße Laken, die sie wohl vor Staub schützen sollten. Ganz hinten an der Wand befanden sich Regale, in denen Bücher und andere Dinge Platz fanden. Tische in unterschiedlichen Größen trugen Kerzenständer oder Kisten, auf denen seltsame Rollen lagen. Direkt vor Mary stapelten sich Gemälde von verschiedenen Menschen mit Kleidern, die sie dem Rokoko zuordnete. Nicht weit der Tür lehnte ein schönes Bild, das drei Frauen und einen Hund zeigte, wie sie teils sitzend, teils liegend um einen Tisch platziert wurden und Tee tranken. Eine blonde Frau trug den Hund in den Armen und lächelte dezent. Eine Rothaarige schaute ernst, wobei sie eine kleine helle Tasse an ihren Mund hielt. Die Dame in der Mitte lag auf einer beigen Chaiselounge, mit dem Gesicht frontal zum Betrachter. Ihr dunkles Haar hatte man zum Teil offen gelassen, sodass es über ihre weiße Brust fiel. Sie lächelte nicht und machte auch sonst nichts Besonderes. Lediglich ihr Gesicht war interessant und das reichte vollkommen aus.
'Wer die wohl gewesen sind?', wollte Mary wissen und trat so nah es ging an das Gemälde heran.
Alle drei Frauen trugen weit ausgeschnittene Kleider, die ihre Figur durch ein Corsette vorteilhaft betonten. Die Damen rechts und links wirkten dabei aber weniger schön als die auf der Lounge. Sie trug ein fliederfarbenes Kleid, dessen Bruststück mit grau weißen Stickerreien verziert worden war, ebenso der Saum.
Das Mädchen erschrak als sie ihr Kostüm erkannte. Das selbe hatte auch sie beim Tanz mit Romeo getragen!
'Es ist bestimmt von diesem Bild kopiert worden!', beruhigte sie sich, doch schon ließ sie etwas Anderes nervös werden: Die Rothaarige hatte eine verblüffende Ähnlichkeit mit Eleonora.
"Ich spinne doch vollkommen!", fauchte die junge Frau und entschloss sich, das Bild nun doch genauer anzusehen. Schnell holte sie es heraus, wobei sie auf die roten Bänder achtete, und hielt es direkt unter die Wandleuchte.
Tatsächlich! Die Frau auf der rechten Seite ähnelte Eleonora in allen Dingen! Selbst die Farbe der Augen stimmte überein.
Das war doch vollkommener Unsinn. Niemals konnte das ihre Freundin sein. Vielleicht war es eine Urgroßtante oder sonst was? Das wäre eine Erklärung, nur warum hing dieses Bild dann nicht in einem Zimme, sondern stand hier im Keller? Hatte sie etwa keine Ahnung davon?
Verunsichert schaute Mary noch einmal auf das Gemälde und musterte die anderen Beiden.
Die Blonde hatte sehr helle Haut und klare blaue Augen. Ihr Haar schien lang zu sein und fiel im Rücken in Korkenzieherlocken herab. Ihr Lächeln hatte nichts Bedrohliches, sondern eher etwas Friedliches. Ganz im Gegenteil zu der
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Kommentare
hany schrieb am 2008-08-09 11:29:10:
oh...bitte bitte schnell weiter!!!!!!!!
TJ Omar schrieb am 2008-08-09 09:56:32:
1. Du hast tatsächlich einen Rechsschreibfehler gemacht, ist aber nicht nennenswert.
2. Als Mary fragte, wie alt die Prinzessin war, als sie starb, hast du den Absatz wiederholt. Schätze war nicht beabsichtigt.
3. Wo ist das 12te Kapitel?????????????????????
MfG TJ Omat
faraday schrieb am 2008-08-08 15:44:50:
nur ne kleine anmerkung... entweder du hast ein kapitel vcergessen reibnzustellen oder du hast dich vertippt.... xD das müsste eigentlich kapitel 12 sein.... abba echt hamma sonnst... schnell weiter bitte....
Moonwish schrieb am 2008-08-08 14:09:56:
Das sollte eigentlich das 12. Kapitel werden, weil ich 2 in eines gesteckt habe. Tut mir leid für diesen Fehler. =(
Liebe Grüße
Moonwish
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