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Kategorien > Fantasy > Vampire

Das Blut der Rose 2

von Moonwish

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2. Seltsamer Zwischenfall


Der nächste Tag begann schleppend.
Nur langsam war Mary aus dem Bett gekommen und hatte sich in den gemeinsamen Waschraum begeben, in dem bereits andere Mädchen waren. Mit Mühe hatte sie ihre Haare frisiert und die Uniform, die sie gestern bekommen hatte, angezogen.
Das Kleidungstück war schwarz und wies an jedem Saum einen weißen Abschluss auf. Der Rock wurde über einen weiteren mit vielen Rüschen angezogen, sodass er wie eine Miniaturausgabe der damaligen Röcke aussah. Er ging ihr lediglich bis über die Kniee. Graue Strümpfe bedeckten die Beine. Das Oberteil war ebenfalls schwarz und am unteren Hauptteil eckig geschnitten, was ihm ein wenig der Strenge nahm. Die Ärmel gingen ihr bis zu den Ellbögen und waren ebenfalls eckig ausgeschnitten. Darunter trug sie ein weißes Hemd, das aber nicht zu sehen war.
Bücher wurden nicht benötigt, da sie bei Bedarf ausgeteilt wurden. Nur ein Block und Stifte sollte man immer dabei haben...
Das Frühstück verlief teils ruhig, teils stressig.
Die Schlange vor den mit Essen bedeckten Seitentischen war riesig und kam nur langsam voran. Immer wieder waren die Brötchenkörbe leer und mussten aufgefüllt werden. Käse oder Kaffee ging zur Neige und Tabletts fehlten.
So hatte sie sich erst spät setzen können, musste aber kurze Zeit später wieder aufstehen, da ihre Lehrerin gekommen war.
Im Klassenraum, der sich im ersten Stock des Nebengebäudes befand, trafen die Mädchen zum ersten Mal auf ihre männlichen Klassenkameraden. Zwei davon erkannte Mary wieder, da sie sie im Zug gesehen hatte.
"Mein Name ist Adele Silvinger. Ich bin eure Deutsch- und Ausdruckslehrerin.", stellte sich die Frau vor.
Nach einer Weile der Notengebungserklärungen und einer kurzen Übersicht der Themen im ersten Schuljahr stoppte sie und sah sich in der Runde um. "Habt ihr noch Fragen?"
Annabella meldete sich in vollendeter Eleganz. "Warum sind wir so wenige?"
Mrs Silvinger lächelte anzüglich und erklärte dann: "Da die Höchstmenge in einer Klasse zehn Schüler nicht überschreiten darf. Außerdem muss sie es auch gar nicht, da es jedes Jahr nur wenige auf diese Akademie schaffen."
Die Blonde nickte zufrieden und strich sich mit den Fingern durch das Haar.
"Ich habe gehört, dass manchmal die älteren Schüler die jüngeren unterrichten. Stimmt das?", fragte ein dicklicher Junge.
"Ja. Das hat den Zweck, dass sie entweder ihre Noten verbessern oder mehr Selbstbewusstsein lernen.", antwortete sie knapp.
Kaum merklich erstrahlte das Gesicht der schwarzhaarigen Daphne.
'Sie hat wohl schon ein Auge auf jemanden geworfen.', dachte Mary und meldete sich nun selbst. "Wie heißt denn das Thema, über das die Schüler der dritten Klasse ein Stück schreiben sollen?" Auf das Thema war Eleonora gestern zu sprechen gekommen.
"Du bist sehr voreilig.", bemerkte Mrs Silvinger belustigt. "Es heißt 'Liebe und Tod'. Wir wollten dieses Jahr etwas Melancholisches. Ihr werdet dabei übrigends auch mitspielen."

Die nächsten drei Stunden verliefen ebenso wie die erste.
Der Mathelehrer Alec Bridge stellte sich vor, erklärte Notengebung und Regeln und beantwortete Fragen. Ebenfalls Linette Graboure, die Französisch unterrichtete und Marek Conlan, der ihnen das Schauspiel beibringen würde.
Momentan war Pause und die nutzte Mary zur Entspannung.
Der Vormittag hatte sie ermüdet, obwohl nichts weiter als gesprochen wurde. Das musste wohl daran liegen, dass sie nach den Sommerferien nicht gewohnt war, gleich so zu starten: Fünf Stunden lange Zugfahrt, unbequeme Betten, frühes Aufstehen und vor allem die Hitze. Die schwarzen Uniformen machten es auch nicht besser.
Seufzend biss das Mädchen in einen Apfel und sah sich dabei um.
Schüler und Schülerinnen liefen wie eine Schar Ameisen um die reich gedeckten Tische und stapelten sich Essen auf ihre Tabletts. Manche waren vollkommen blass und sahen übernächtigt aus. Andere lehnten an den verzierten Wänden und starrten an die bemalte Decke.
Mit Verwunderung stellte sie fest, dass Collin einem Mädchen ihres Alters das Tablett hielt und das beinahe freundlich. War er vielleicht doch nicht so böse, wie alle sagten?
Irritiert blickte sie sich weiter um.
Am Ende der Essensschlange entdeckte sie Cedric und Michel aus ihrer Klasse. Cynthia saß an einem der Tische und neben ihr ein Mädchen mit leuchtend roten Lippen. Am Ende ihres Tisches saß Annabella, die anscheinend noch keine Kontakte geknüpft hatte.
Beinahe ein wenig schadenfroh biss Mary ein weiteres Stück des Apfels ab, nur um sich fast zu verschlucken: Romeo kam direkt auf sie zu und setzte sich einfach neben sie!
Schnell fasste sich Mary wieder und tat so als sehe sie ihn nicht. Es gab zwar keinen Grund, nervös zu werden, trotzdem würde sie es. Etwas an ihm gab ihr das Gefühl, er sei gefährlich. Sei es seine verschlossene Art oder die Frisur, die sein eines Auge verdeckte als verstecke es damit auch ein Geheimnis.
'Ich bilde mir da nur wieder etwas ein!', dachte Mary und legte das angebissene Obst auf ihr Tablett.
Bei Collin gab es eine Bestätigung aber dieser Romeo war vielleicht einfach nicht gesprächig.
Beruhigt griff sie nach der Flasche, die sie eben geholt hatte, und wollte gerade den Verschluss aufdrehen als Romeo es ihr aus der Hand nahm.
"Du hättest dich beinahe geschnitten.", meinte er mit leichter Nervosität und zeigte auf den Deckel. Ein kleiner Metallstachel hatte sich gelöst und ragte geradezu angriffslustig hervor. "Hol dir lieber eine neue Flasche."
"Äh..." Sollte das ein Witz sein? Warum sollte sie sich eine neue holen, wenn sie doch auch die alte behalten konnte und nur aufpassen musste. Bestimmt wollte er trinken und hatte keine Lust, sich selbst eine zu holen. Oder wollte er sie nur von ihrem Platz scheuchen?
Unsicher erhob sie sich und ging. Das "Ok" brachte sie nur mühsam über die Lippen.

Es war schon spät als die Mädchen der C4 endlich in ihren Betten lagen.
Annabella hatte darauf bestanden, mit ihren Eltern zu telefonieren und war somit auch die letzte, die sich noch hatte waschen müssen.
"Mary? Du heißt doch so, oder?", begann Helen, die kleinste der fünf.
"Ja. Was denn?"
"Wie findest du es hier? Meiner Meinung nach sieht das Zimmer aus wie in einem Krankenhaus!"
"Irgendwie schon. Besonders diese Vorhänge. Als wären wir in Quarantäne."
Helen lachte leise auf. "Du hast Recht, Lavender findet es auch so. Vielleicht soll hier herausgefunden werden, wie genügsam wir sind. Schauspieler am Dreh haben es dagegen auch nicht immer leicht."
'Sie denkt aber weit.', dachte Mary verblüfft. "Vielleicht. Annabella scheint es jedenfalls sehr zu stören."
Die Rothaarige nickte kurz. "Sie wurde zu sanft erzogen, desshalb hat sie es jetzt auch so schwer. Man ist nicht schon als Kind... so arrogant."
Helen war wohl die Mutter der Klasse. So diplomatisch wie sie war.
"Sie wird sich noch anpassen, glaub mir... Na ja, gute Nacht."
"Gute Nacht."
Es dauerte nicht lange, bis Mary in den

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Kommentare

DRagoneye schrieb am 2008-05-09 07:49:31:
Cool schnell weiter.......

jane schrieb am 2008-05-08 22:10:26:
ein bisschen vorhersehbar, aber gut und spannend geschrieben! macht spaß deine geschichte zu lesen!

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