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Kategorien > Fantasy > Vampire

Das Blut der Rose 20

von Moonwish

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20. Vampir?!

Klick... Klick...
Leise klackten Marys Schuhe als sie den leeren Gang entlanglief. Sie war spät drann, sodass die Anderen sicher bereits schon im Probenzimmer waren.
Musste es denn heute sein?
Das Mädchen war nach all dem, was sie erfahren hatte, nicht gewillt, tanzen zu üben. Dazu kam auch noch, dass ihr Partner ausgerechnet der Mann war, der vor vielen Jahren um ihre Liebe gekämpft hatte und diese womöglich noch bis heute wollte. Wie sollte sie sich ihm gegenüber verhalten? Sollte sie ihm die Gefühle einfach verbieten? Das ging nicht. Besonders dieses eine Gefühl konnte niemand so einfach verdrängen.
Liebe... Wie stand es mit ihr? Was fühlte sie eigentlich? Wie sollte es weitergehen? Wie sollte es bloß enden? Sie konnte doch nicht einfach für den Rest ihres Lebens die Seele dieser Lilith in sich tragen!
Missgelaunt kam sie endlich an und öffnete die Tür. Warme Luft und Stimmen sprangen ihr entgegen.
Sollte sie wirklich hineingehen? So vieles hielt sie davon ab: Eleonora, Romeo, der Tanz, das Kleid. Andererseits konnte sie nicht schwänzen, da sie die Hauptcharaktere spielte. Wer würde diese Rolle dann übernehmen?
"Hallo Mary!", grüßte Eleonora auf einmal, eine CD-Hülle in der Hand.
"Hallo. Entschuldigung, ich bin zu spät."
Die Frau schüttelte den Kopf. "Du hättest nicht einmal kommen müssen, wenn du nicht willst. Ab heute steht es dir frei." Noch ehe sie eine Antwort bekommen hatte, führte sie Mary durch die tanzende Menge, hin zu den Tischen, auf denen die Kleider lagen. "Welches möchtest du? Ich kann dir auch ein anderes holen, wenn du willst."
Was sollte diese Freundlichkeit?
"Nein, schon ok. Das fliederne reicht vollkommen.", gab das Mädchen zurück, wobei ihr ein Schauer über den Rücken glitt. Diese Robe hatte Lilith einst getragen.
Eleonora zögerte, ehe sie das Kleid ihrer Freundin reichte. "Ok. Ich hole die Poschen. Du kannst solange im Nachbarzimmer warten." Schon war sie verschwunden.
Die Braunhaarige folgte dem Angebot und fand sich wenig später in dem Raum wieder, in dem sie das erste Mal umgezogen worden war. Gedankenverloren legte sie das Kleid auf einem der Tische ab und zog sich ihr Hemd aus, um die Chemise anziehen zu können, die im Oberteil des Kostümes steckte. So wartete sie auf die Leiterin des Stückes, die kurz danach erschien.
"Nicht schlecht.", meinte diese und half Mary mit den Poschen und dem Korsett.
"Nicht so fest! Ich muss doch noch atmen können!"
"Ich passe schon auf. Aber wenn es nicht richtig sitzt, wird es dich stören und jetzt Hände hoch."
Das Mädchen tat, was verlangt wurde und prompt fiel ein Schwall fliedernen Stoffes über sie: Das Kleid, wie sich wenig später herausstellte.
"Fertig! Komm, sonst verpasst du den Tanz."
'Vielleicht sollte ich das auch besser. Ich bekomme kaum Luft!' Mosernd folgte sie ihrer Freundin, die heute ein wenig zu fröhlich war.
"Bevor wir reingehen, muss ich dir noch sagen, dass Romeo leider nicht kommen konnte. Er ist... eine Treppe hinabgestürzt und erholt sich. Collin ist für ihn eingesprungen."
Und schon war der Grund klar. Na toll! Auf Collin hatte sie jetzt überhaupt keine Lust!
"Sei doch nicht so. Es ist ja nur vorübergehend.", meinte sie, ein Hauch Bedauerung in der Stimme. "Und nun viel Spaß."
Mary hatte es noch nicht einmal geschafft, den Blonden zu suchen als dieser plötzlich vor ihr stand.
"Darf ich um diesen Tanz bitten?"
Die junge Frau nahm an, doch verriet ihr Gesicht, was sie davon hielt. Missmutig stellte sie sich in Position und fand diesmal schwerer in den Takt. Seine viel zu warmen Hände störten zusätzlich.
Warum er? Warum heute? Warum jetzt?! Und... warum empfand sie bloß so eine Wut? Er konnte doch nichts dafür, dass Romeo gestürtzt war. Sie musste sich wieder fangen!
'Ganz ruhig.', befahl sie sich und versuchte in sein Gesicht zu blicken.
Es war starr und ein Hauch Nervosität spiegelte sich darin. Sein hellblondes Haar war diesmal anders, verstrubbelt. Seine klaren blauen Augen sahen in ihre, jedoch fühlte er sich unwohl. Seine Unterlippe war leicht geschwollen und die Wange bläulich verfärbt. An seinem Hals klebte ein hautfarbenes Pflaster.
Marys Herz blieb stehen als sie an womögliche Gründe dafür dachte. Hatten sie gekämpft? Kamen daher die Verletzungen und die geschwollene Lippe? Was war mit Romeo passiert? Wie schwer war er verletzt? "Ganz ruhig. Es geht ihm gut.", antwortete Collin auf ihre Gedanken. Eine Spur zu gelassen in ihren Augen.
"Was habt ihr getan?!"
Der Blonde zögerte, ehe er verunsichert meinte: "Wir wollten nur... messen... wer stärker ist. Das ist auch schon alles."
Alles?! Beide waren verwundet! Romeo lag deswegen im Krankenzimmer!
"Nein. Es ist wirklich nicht so schlimm. Er liegt in seinem Zimmer und erholt sich... Ich habe ihm gesagt, dass ich stärker bin."
Plötzlich war Mary mehr als wütend. Ihre Leibwache hatte gegeneinander gekämpft?! Das konnte doch nicht wahr sein!
"Es tut mir leid."
"Leid?! Ihr habt mir zu gehorchen! Ich verbiete euch diese Streitereien!", platzte es aus ihr heraus. "Wo ist er? Was hast du mit ihm gemacht?!"
"In seinem Zimmer. Er... er hat..."
Doch sie hörte nicht mehr zu. Ohne auf die Anwesenden zu achten, verließ sie das Zimmer. "Ich verbiete dir, mir zu folgen!"
"Mary... bitte!"
Aufgebracht rannte sie in den Hof, wobei sie ihren Rock umständlich heben musste, damit sie nicht fiel. Durch das enge Korsett fiel es ihr schwer zu atmen, aber sie ignorierte es. Zu sehen wie es ihm ging, war momentan viel wichtiger. Hastig eilte sie den ausgestreuten Weg hin zum Jungengebäude, riss die schwere Tür auf und durchquerte die kleine Vorhalle. Noch ehe sie die Treppen hochlaufen konnte, stockte ihr der Atem und schwarze Punkte blitzten vor ihren Augen.
'Ganz ruhig.', dachte sie, wobei sie ihre Hände in die Seiten stemmte. 'Jetzt bloß nicht umkippen.' Und schon ging es weiter, diesmal allerdings langsamer. Fahrlässig hob sie erneut ihre Röcke an und erklomm, Stufe für Stufe, die marmorene Treppe. Erst jetzt fiel ihr auf, dass niemand hier war. Das Klacken ihrer Schuhe war ihr einziger Begleiter. 'Wo sind denn alle?', wollte die junge Frau wissen und war endlich oben angekommen. Ihr Herz pochte viel zu heftig in ihrer Brust. Unsicher suchte sie den Gang nach Romeos Tür ab. Das letzte Mal al sie hier gewesen war, hatte sie sie nicht gefunden. 'Es war nicht weit der Treppe.', erinnerte sie sich und kam auf ein Zimmer zu, an der Wand daneben hing ein kleines Schild mit der Aufschrift "Angelo Lumini."
Hieß das etwas, dass jeder Schüler ein eigenes Zimmer besaß?
Neugierig lief sie weiter, bis sie um eine Ecke das fand, wonach sie gesucht hatte: Romeos Tür.
Sollte sie reingehen? Was, wenn er schlief oder sie unwillkommen war? Andererseits MUSSTE sie wissen, wie es ihm ging... und ihm verbieten, noch einmal gegen Collin zu kämpfen.
Vorsichtig, fast zögernd, drückte sie die kühle Klinke hinab

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Kommentare

Sille007 schrieb am 2008-09-17 15:47:19:
Ich finde das sehr schön geschrieben, leider ist es viel zu wenig würde gerne mehr davon lesen , du hast echt Talent.
jenny schrieb am 2008-09-16 22:12:04:
hammer hammer hammer!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
TJ Omar schrieb am 2008-09-16 21:58:05:
Wieder ist ein Kapitel von dir gelungen. Sehr Aufschlussreich. Mach schnell weiter!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Respekt, Moonwisch, Respekt.

MfG TJ Omar

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