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Kategorien > Fantasy > Vampire

Das Blut der Rose 29

von Moonwish

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29. Mondschein

«Er wird es nicht überleben. Eine Rippe hat seine Lunge durchbohrt. Nur noch Maschinen halten ihn am Leben.» Eleonora saß einsam auf einer der Hofbänke und kämpfte mit den Tränen. Sie war blass und ihr Haar stumpf und ungekämmt. «Die Ärzte meinen, er habe nur noch diese Nacht, wenn überhaupt.» Wieder liefen ihr Tränen über ihr mattes Gesicht.
Marys Herz stockte. Das konnte nicht sein, durfte nicht! Collin war stark, er war ein Vampir, er konnte das überleben!
«Mach dir keine Hoffnungen, Mary. Denk lieber darüber nach, wie wir ihn beerdigen wollen...
«NEIN!», schrie Mary und setzte sich ruckartig auf. Der Pausenhof war verschwunden, ebenso die Bänke und Eleonora. Verwirrt sah sich das Mädchen um, doch sah sie nur die Dunkelheit um sich herum. Es brauchte eine Weile, bis sie verstand und sich erleichtert in ihr Kissen legte. Es war nur ein Traum, ein zu realer Traum. Doch die Angst, die sie empfand, währte bis in die Wirklichkeit.
Was, wenn Collin diese Nacht wirklich nicht überleben konnte? Er sollte heute in die Akademie verlegt werden. Was, wenn dabei Komplikationen aufgetreten waren? Sie musste nachsehen, sicher gehen, dass er es überstanden hatte, dass er lebte.
Leise stand die Braunhaarige auf, schlüpfte in ihre Schuhe und trat hinaus in den verlassenen Pausenhof. Der Mond begrüßte sie mit seinen sanften Strahlen, liebkoste die kahlen Äste der Bäume und erhellte das Schloss mit seinem matten Licht. Magie lag in dem Anblick, der sich Mary darbot und sie für einen Moment von ihrem Vorhaben abbrachte. Zu schön war die Ruhe auf dem Anwesen und der hell strahlende Mond, der jeden blendete, der versuchte, nach seiner Schönheit zu blicken. Selbst das Licht der Stadt unter ihnen war nichts im Vergleich zu der nächtlichen Sonne.
Ein eisiger Wind erinnerte das Mädchen an ihren eigentlichen Plan und trennte sie fast schmerzhaft von dem reinen Gesicht am Himmel. Schnell fasste sie sich wieder und betrat das kühle Hauptgebäude. Mattes Licht erhellte die Vorhalle und zauberte merwürdige Schatten in alle Ecken und Furchen der Wände. Selbst die steinernen Rosen im Boden wirkten echt dadurch. Verwelkt und in Glas gefasst. Die einst in voller Blüte stehenden Rosen an den Wänden hatten ihre Pracht verloren und ruhten verborgen hinter blutroten Vorhängen, deren Säume mit goldfarbenen Fäden und Kordeln verziert waren.Wieso hatte sie das nur nicht früher bemerkt? Blumen lebten im Winter nicht...
Still folgte sie den Treppen in das erste Stockwerk, während ihr Herz immer schneller kolpfte.
Würde Collin im Zimmer liegen? Wie würde es ihm gehen? Lebte er überhaupt?
Auch in den oberen Fluren brannten die Nachtlichter, als sie dem Gang folgte und sich zu beruhigen versuchte. Collin war stark. Natürlich würde er das überleben!
Vor der Krankenzimmertür blieb sie stehen und verschränkte ihre Finger ineinander, nur um dann darauf zu beißen.
Sollte sie anklopfen? Würde er wach im Bett liegen oder schlafen?
Sie entschied, einfach die Tür zu öffnen und trat leise hinein. Wärme und Dunkelheit sprangen ihr entgegen, doch als sie sich daran gewöhnte, erkannte sie ein kleines Licht, dass auf dem Tisch neben einem belegten Bett leuchtete. Ein blasshäutiger junger Mann lag in Decken gehüllt darin. Seine Augen waren geschlossen, ebenso der matte Mund.
Erleichterung erfüllte Mary. Die Verlegung war also problemlos verlaufen und allen Anscheines nach ging es auch Collin den Umständen entsprechend gut. Keine Maschinen standen um ihn herum und mussten ihm beim Atmen helfen, noch befand sich Eleonora oder die Krankenschwester bei ihm. Er schlief einfach nur.
Ohne ein Geräusch zu erzeugen kam sie ihm näher, bis sie an seiner Seite stand und ihn von Nahem betrachten konnte.
Die Haut des jungen Mannes war tatsächlich sehr blass, genauso die farblosen Lippen. Seine Haare waren durcheinander und bildeten einen befremdlichen Heiligenschein über seinem Kopf. Wie ein gefallener Engel sah er aus.
Einen Impuls folgend senkte Mary sich zu ihm hinab und küsste seine kühle Stirn. Doch gerade als sie wieder gehen wollte, packte sie jemand am Handgelenk, sodass sie mitten im Schritt innehielt.
«Geh nicht», bat eine leise Stimme und der Druck an ihrem Handgelenk verstärkte sich.
'Collin!', dachte sie erschrocken und wandte dich dem Kranken zu.
Glasig blickten seine blauen Augen in ihre, schläfrig und ein wenig unfokusiert. Sein Arm hielt er müde werdend von sich gestreckt und zog sie zu sich. Eine unangenehme Kälte floss durch ihren Körper, als sie den Verband um seine Brust erblickte.
«Bleib bitte hier.» Seine Worte klangen weder unterlegen, noch flehend. Er wollte einfach nicht allein sein.
«Natürlich.» Schnell zog sie sich einen Stuhl herbei und nahm Platz, sodass sich beide ohne Mühe ins Gesicht blicken konnten. Ein Lächeln umspielte für eine Sekunde den Mund des Blonden, klein und unauffällig.
«Wie geht es dir?», begann Mary unschlüssig, während ein seltsames Gefühl in ihr aufstieg. Sollte sie ihn nicht doch besser schlafen lassen?
«Besser», erwiderte er nur und versuchte sich aufzusetzen. Doch außer weiteren Schmerzen erreichte er nichts. «Ich habe nur Hunger.»
Gab man ihm denn nichts?
«Doch, aber... es schmeckt nicht gut. Ich will etwas Anderes.» Wieder versuchte er sich aufzusetzen, doch klappte es auch diesmal nicht. Das Stechen in seiner Brust plagte ihn zu sehr.
«Bleib doch liegen.»
Verneinend schüttelte Collin den Kopf. «Das strengt an, dir so in die Augen zu sehen.»
«Warte...»
Was war denn nur mit ihm los? Sein Benehmen war ganz anders, als sie es gewohnt war.
Irritiert erhob sich das Mädchen und streckte ihre Hand nach dem Knopf über Collins Kissen aus. Bevor sie diesen allerdings erreichen konnte, wurde sie erneut am Handgelenk gefasst und hinab gezogen. Der Schmerz, den sie plötzlich spürte, raubte ihr den Atem. Automatisch erstarrte ihr Körper und ihre Augen weiteten sich. Es brauchte eine Weile und heißes Blut rann über ihren Hals, tropfte auf das Weiß der Decke und sie verstand, was soeben geschehen war.
Collin hatte sie gebissen!
Doch obwohl der Biss immer stärker brannte, konnte sie nichts dagegen tun. Angst, Entsetzen und Unglaube lähmten sie und erstickten jede noch so kleine Bewegung. Tränen liefen über ihre erbleichten Wangen, genauso heiß wie das Blut an ihrem Hals.
Weiter und weiter trank der Vampir ihr süßes Blut und achtete dabei auf nichts Anderes. Seine Gier benebelte seine Sinne, unterdrückte jedes Gefühl von Schuld, sodass nur noch der köstliche Geschmack im Vordergrund stand. Alles um ihn herum verschwand, selbst Marys angsterfülltes Wimmern.
Warum tat er das? Würde er sie aussaugen? Würde sie sterben? Würde er sie umbringen?!
Auf einmal stoppte das brennende Ziehen und Mary fand sich Collin gegenüber sitzend auf dem Bett wieder. Sein Anblick weitete ihre noch mehr: Blut klebte an seinen Lippen und zog sich Bahnen über sein Kinn. Auch seine Augen standen weit offen, doch jetzt waren sie klar und

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Kommentare

monnwish schrieb am 2009-04-16 18:37:38:
Hey Leute,
es könnte sein, dass ich nichts mehr schreiben werde eine sehr lange Zeit.
Es tut mir leid...
TJ Omar schrieb am 2009-03-13 23:34:11:
Oh Freude, die Moonwish ist wieder da *g*. Willkommen zurück. Und dazu noch mit einem so gutem Kapitel. Schön, dass du nach so langer Zeit wieder hier was reingestellt hast. War ein großartiges Kapitel, war auch nicht anders zu erwarten ;).

MfG TJ Omar
tweety schrieb am 2009-03-13 17:22:11:
Hey Moonwish!
Deine Story ist echt klasse....wirklisch ,man liest nicht immer so gute Geschichten.
Also, mach weiter so...und spann uns nicht zu sehr auf die Folter, ja?
LG tweety
Moonwish schrieb am 2009-03-11 18:34:52:
Wer sagt, dass es eine KURZgeschichte ist?
lola schrieb am 2009-03-11 14:08:35:
das ist zu lang füreine kurzgeschichte

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