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Kategorien > Beziehungen > Begegnungen

Das Briefgeheimnis

von Tina

Etwas Magisches strahlte das Haus auf Emily aus. Das war wahrscheinlich der erste Grund dafür gewesen, das viktorianische Haus an der Ecke zu kaufen. Es sah zwar noch etwas verwildert aus, aber wenn die Renovierungsarbeiten erst einmal fertig waren, war es ganz bestimmt das schönste Haus der Bakerstreet.

Emily blickte sich im Wohnzimmer des alten Hauses um. Überall lagen alte Zigarettenschachteln, leere Flaschen und sonstiger Unrat, bedeckt mit einer dicken Staubwolke.
"Es liegt noch sehr, sehr viel Arbeit vor mir" stöhnte sie, kickte dabei eine leere Cola Dose in die Ecke. Dabei entdeckte sie ein altes Foto, was zerknittert auf dem Boden lag.
"Oh, was ist den das?" sie kniete sich auf den Boden und hob es auf.
Auf dem Bild waren zwei Frauen abgebildet. Sie waren ungefähr genauso alt wie Emily, und schienen dick miteinander befreundet zu sein.

Plötzlich riss jemand von hinten die Tür auf.
Eine laute Stimme durch drängte das ganze Haus.
"Mrs..... ! Wo stecken sie?"
Es war Mr. Dunaway, die Maklerin und Nachbarin zugleich war.
"Die hat mir noch gerade gefehlt!" flüsterte Emily und gab dann laut von sich" ich bin hier im Wohnzimmer!"
Schnell verstaute Emily das Foto in ihrer Hosentasche. "Diese alte Hexe muss ja nicht alles sehen", dachte sie.
Mrs. Dunaway trat ein. Sie sah wieder so kühl und schlecht gelaunt wie immer aus.
"Ich wollte nur nach den rechten sehen. Es hätte ja sein können, das Einbrecher hier sind." sagte sie spitz und blickte mit hochgezogener Miene um sich.
"Bestimmt hätten sie dann ein anderes Haus gewählt, Mrs. Dunaway." gab Emily spitz zurück.

Nach einer halben Stunde sinnlosen Gerede, konnte Emily diese merkwürdige Frau endlich abschütteln.
Es gab noch soviel zu tun, doch wo sollte sie bloß anfangen?
"Und wo zum Teufel steckt Carry?"
Carry war ihre beste Freundin. Zusammen wollten sie eine Wohngemeinschaft gründe


Nach zwei Monaten erstrahlte das Haus in seinem ganz neuen Glanz. Aus einer kalten, düsteren Hütte, wurde ein freundliches, warmes Zuhause geschaffen.
Emily und Carry waren überglücklich, als sie endlich offiziell in ihrem neuen Heim wohnten.

Sogar Mrs. Dunaway blieb die Sprache weg, als sie nach vier Wochen Kur zurückkehrte.
"Es ist sehr schön geworden." sagte sie leise und ging.
"Sie sah traurig aus!" sagte Emily und schaute ihr hinterher, wie sie in ihrer Tür verschwand.
"Wer? Mrs. Dunaway?" Mißtrauich sah Carry sie an.
"Ja, traurig.Hast du nicht ihre Augen gesehen. Sie war so anders als sonst."
"Nein, hab ich nicht. Aber frag sie doch, ob sie morgen mit dir Kaffee trinken möchte. Dann könnt ihr zwei über die ganze Nachbarschaft herziehen!" lachte Carry sie an.
"Ha, ha, sehr witzig! Ich möchte nur damit sagen, das wir sie nicht besonderst gut kennen, und einfach über sie zu urteilen. Vielleicht ist sie in Wirklichkeit ja ganz nett." gab Emily zurück.
" Sie ist ein altes Waschweib! Sei doch nicht immer so naiv, Emily!" Carry sah auf die Uhr,
"ich muss los. Jim wartet auf mich .Bis dann" Mit einem Wink verabschiedete sie sich.

Emily wollte den Abend eigentlich mit lesen verbringen. Doch ihr Lieblingsbuch wollte sich einfach nicht auffinden lassen. Bestimmt hatte es Carry beim Umzug in einen falschen Karton gelegt.
Sie war die unordentlichste Person, die Emily kannte. Im Gegensatz zu ihr.
Sie beschloss die letzten Kartons aufzupacken, die sich auf dem Dachboden befanden.

Erst einmal war Emily auf dem Dachboden gewesen. Ein bisschen mulmig war ihr schon zumute, als sie den dunklen Dachboden betrat. Zum Glück hatte sie eine Taschenlampe dabei, denn die Glühbirne flackerte nur vor sich hin.
Am Ende des Dachbodens angelangt, standen jede Menge alte Kartons und Kisten.
Alle waren mit einem schwarzen Textmarker beschriftet.
Sie legte ihre Taschenlampe vor sich auf den Boden. Da entdeckte sie, im Schein der Lampe, ein großes schwarzes Loch in der Wand.


"Ob da wohl was drin ist?" überlegte Emily.
Sie nahm die Taschenlampe in die Hand und leuchtete erwartungsvoll hinein.
Doch was sie sah waren nur Spinnennetze mit einer schwarzen, achtbeinigen Spinne.
Aber dahinter verborgte sich etwas. Es schaute aus wie ein Brief. Aber um den zu
bekommen, musste sie erst an der ekligen Spinne vorbei. Und Emily fürchtete
sich vor Spinnen.

Ihre Neugier war zu groß. Sie suchte nach einem dünnen Stock.
Ein verrosteter Schraubenzieher lag in der Ecke. Der tat's auch.
Vorsichtig tastete sich Emily mit dem Schraubenzieher an der Wand des Loches voran.
Am Netz und der Spinne vorbei, um sich den Brief geschickt zu angeln.
Die Spinne lass sich dies nicht gefallen und ergriff schnell die Flucht.
"Warum denn nicht gleich so?!" sagte Emily.
Schnell nahm sie den Brief in die Hand.
Das Buch, das sie eigentlich hätte lesen wollen, hatte sie längst vergessen.

Man hörte wie der Regen gegen das Fenster prasselte .Emily machte es sich in ihrem Bett bequem.
Den geheimnisvollen Brief hielt sie in den Händen.
Sie wischte ihn mit einem Taschentuch ab und betrachtete ihn näher. Er hatte wohl schon einiges durchgemacht.
Die Schrieft auf dem Umschlag war kaum zu erkennen. Er war von
Wassertropfen gekennzeichnet.
"Wer denn wohl geschrieben hat?" fragte sich Emily.
Sie faltete ihn auf und begann zu lesen.
In geschwungener Handschrift stand dort geschrieben:

Geliebte Rose,

Wenn du diesen Brief in deine Hände nimmst,
bin ich vielleicht schon tot.

Doch der Brief war noch nicht zu Ende. Sie las weiter:

Ich habe mich für diesen Weg entschieden.
Es wird das Beste für uns alle sein,
nun Abschied zu nehmen.


Ich wünsche dir nur das allerbeste für deinen
weiteren Lebensweg.
Wie gern wäre ich ihn mit dir gemeinsam
gegangen.
Vielleicht in einem anderen Leben, in
einer anderen Zeit.

Wir sehen uns bald.

In ewiger Liebe

Claire

Emily traute ihren Augen nicht. Die ganze Zeit war sie davon ausgegangen
das es ein Mann geschrieben hatte. So konnte man sich irren.
"Claire", wiederholte Emily "Claire. Woher kenne ich diesen Namen bloß."
Sie hatte mal eine Schulkameradin gehabt, die Claire hieß.
Aber dieser Brief war bestimmt zwanzig Jahre alt. Sie konnte sich gut vorstellen,
was es früher wohl für eine Katastrophe ausgelöst haben musste,
wenn zwei Frauen sich liebten.
Claire las den Brief erneut, bis ihre Augen zufielen.

Die Ärzte sagten mir, das ich noch knapp drei
Monate zu leben habe. Doch mit diesem Gedanken,
dieser Qual kann ich einfach nicht mehr weiter leben....
Emily musste diesen Brief einen Moment zur Seite legen..
Sie holte tief Luft und begann weiter zu lesen:

Warum muss gerade mir so etwas geschehen?
Warum muss sich immer irgendetwas unserer
Liebe in den Weg stellen?

Es bleiben so viele Fragen offen, für die
ich einfach keine Antwort finde.

Die leider kurze Zeit, die wir miteinander
verbracht hatten, war die schönste meines Lebens.
Ich kenne niemanden, der so warmherzig,
humorvoll und offen zugleich sein kann,
wie du es bist.

Ich möchte nicht, dass du mich in diesem Zustand siehst.
Deshalb habe ich beschlossen, meinem Leiden ein
Ende zu bereiten.

Wieder musste Emily inne halten. Sie versuchte krampf-
haft nicht zu weinen, doch stießen Tränen hervor.
"Wie sehr haben sie sich wohl geliebt ?!"
Sie dachte über Brad nach und musste sich eingestehen, das
sie ihn nie so sehr geliebt hatte.

Das schrille Klingeln des Weckers riss Emily aus ihren Träumen.
Noch halb verschlafen schlürfte sie in Filzpantoffeln in Richtung Küche.
Nach der ersten Tasse Kaffee wurde sie langsam wach.
Carry , die wie jeden Morgen mit einem fröhlichen Pfeifen
die Küche betrat, begutachtete sie von oben bis unten.
Das tat sie so lange, bis Emily endlich Notiz von ihr nahm.
" Hast du nichts Besseres zu tun, als mich dauern anzustarren?"
keifte Carry sie an.
" Oh, was sind wir heute wieder so gut gelaunt! Wie haben wir denn den gestrigen Abend verbracht?"
Erst jetzt wurde Emily richtig wach. Den Brief hatte sie ja ganz
vergessen. Doch davon sollte Carry zunächst nichts wissen.
Sie würde sich bloß wieder lustig darüber machen.
"Mit Fernsehen" sagte sie rasch, "Dein Abend mit Jim muss wohl, wie ich sehe, sehr erfolgreich gewesen sein!"
"In der Tat. Wir haben uns sehr amüsiert!" gab Carry zu.
"Einzelheiten bitte später! Ich muss jetzt los, bin mit meiner Mom zum Kaffee
verabredet. Bis dann."

In einem einsam gelegenen Ort Namens Greenfort wohnte Mrs.....
Dort lebte sie mit ihren zwei Katzen, in einem kleinen Häuschen.
Mr. zog es lieber vor, mit einer jüngeren durchs Land zu ziehen.
Emily hatte ihren Vater seit drei Jahren nicht mehr gesehen.
Ihre Mutter, alle nannten sie Anne, war eine kleine, zierliche Frau,
mit schon fast weißem Haar, das sie zu im Nacken zu einem Knoten gebunden hatte.
Einmal in der Woche besuchte Emily sie, und brachte ihr immer
etwas zum Naschen mit.

Gemütlich saßen sie im Wohnzimmer, und erzählten, was in der
Woche über alles so geschehen war.
Von dem geheimnisvollen Brief erwähnte Emily zunächst nichts.
Obwohl sie vor ihrer Mutter nie etwas verschwieg..
"Und, hast du dich schon im neuen Haus eingelebt?"
fragte Anne sie.
"Ja schon. Es ist nur so unheimlich groß. Wann kommst du mich den mal besuchen?"
Anne wandte ab "Ich hole dir noch einen Tee." sagte sie und verschwand
in der Küche.
"Was sie bloß hat?" fragte sich Emily und schaute sich die vielen
Bilder an, die an der Wand hingen.
Auf mehreren Bildern war Emily in verschiedenen Jahres- und Lebens-
lagen zu sehen. Auch ihr Dad war auf eins der Fotos abgebildet.
Doch ihr Blick blieb an einem Bild hängen, auf der eine
junge Frau zu sehen war.
Warum ist ihr dieses Bild vorher nicht schon aufgefallen?
Kennen konnte Emily sie nicht. Dafür war das Bild zu alt.
Sie hatte diese Frau aber irgendwo schonmal gesehen?
Anne kam mit einer vollen Tasse Tee zurück.
"Du Mom? Wer ist das auf diesem Foto?" Sie zeigte auf das Bild mit unbekanten Frau.
Anne stellte sich neben ihr Tochter und betrachtete es mit leidvollem
Blick.
"Sie ist damals sehr früh von uns gegangen. Keiner wusste
so richtig wie sie gestorben ist. Man fand sie am Fluss." sagte Anne mit gebrochener Stimme,"
Sie war eine sehr, sehr liebe Frau gewesen, deine Tante Claire."
Schockiert starrte Emily ihre Mutter an. Ihr wurde heiß und kalt zugleich.
Sie sank auf den Sessel, der glücklicherweise neben ihr stand.
"Emily Schatz, geht es dir gut?" erschrocken streichelte Anne ihr über
das Haar", Du bist ja ganz blass?"
Bei dem Blick der besorgten Mutter, versuchte Emily sich zusammen zu reißen.


"Mir geht's schon wieder gut, Mom. Kleiner Schwächeanfall, nichts weiter."
"Ich hole dir ein Glas Wasser, liebes. Bleib schön sitzen, hörst du!"
"Ja, Mom"
Nachdenklich sah sie sich das Bild an. Plötzlich fiel ihr ein, woher sie dieses Gesicht kannte.
Vor ein paar Monaten, als ihr Haus noch mitten in den Renovierungs- -
arbeiten steckte, fand sie ein Foto von zwei Frauen.
Diese Frau war die gleiche Person wie auf dem Foto.
Emily schnappte sich ihre Sachen und verabschiedete sich schnell von ihrer Mutter.
Die sich nun sehr um ihre Tochter wunderte.

Zuhause eingetroffen, suchte sie ihre alte Jeans, die sie an jenem Tag anhatte, als sie das Foto entdeckte.
Sie fand die Jeans schließlich unter einem großen Wäscheberg.
Sofort wurden alle Hosentaschen durchsucht. Und siehe da, das Foto steckte in eins der taschen.
Mit zitternden Händen holte sie das Bild heraus. Es war haargenau die gleiche Frau.
Das war also Claire. Sie hatte also vor Jahren diesen Brief geschrieben.
Doch wer war Rose?
Hatte sie jemals diesen Brief erhalten?
Sie grübelte den ganzen Nachmittag darüber nach.
Da fiel ihr Mrs.Dunaway, die Nachbarin ein.
Sie erinnerte sich, dass sie vor Wochen so traurig drein schaute. Irgendetwas bedrückte sie.
Es konnte doch möglich sein das sie Rose ist?
Das klopfen an der Tür riss Emily aus ihren Gedanken.
Es war Carry, die nun fröhlich zu Tür herein luchste.
"Hi, ich wollte dich nur fragen, ob du heute Abend zu Hause bist?"
"Weiß noch nicht, mal sehen." sagte sie unbekümmert, "warum?"
"Weil heute Abend Jimmy zu Besuch kommt, und es wäre ganz schön, wenn wir das ganze Haus für uns alleine hätten. Deshalb!"
"Also gut." gab Emily nach" Ausnahmsweise mal, weil du es bist."
"Du bist ein Schatz!" freute Carry sich, strahlte über beide Backen.


Emily musste irgendwie heraus bekommen, ob Mrs. Dunaway mit Vornamen Rose hieß
Und es gab nur eine Möglichkeit es heraus zu finden, ohne sie
persönlich anzusprechen. Sie schaute im Telefonbuch nach.
Doch dort war es nur mit R.Dunaway verzeichnet.
Sie konnte genauso gut Rita oder Romy heißen. Oder doch womöglich Rose?!

Durch soviel Nachdenken bekam Emily Hunger nach etwas süßem.
Den gleichen Gedanken musste Carry auch gehabt haben.
Mit einem großem Becher Schokoladeneis in den Händen,
stand sie an der Spüle angelehnt, und ließ es sich schmecken.
"Hey!" rief Emily empört, "das ist mein Becher Eiscreme!"
"Reg dich ab, süße! Da ist noch ein Becher Vanilleeis im Kühlfach!"
"Da hast du aber noch mal Glück gehabt!"
Sie nahm sich den letzten Becher Eiscreme und gesellte sich neben Carry.
"Sag mal, Carry" begann sie langsam" weißt du eigentlich wie Mrs. Dunaway
mit Vornamen heißt? Nur so aus reiner Neugier?"
Ihr wurde klar, dass jetzt eine spöttische Antwort erhielt.
"Rita"
Verdutzt sah Emily sieh an. Vorsichtshalber fragte sie noch mal nach, falls es
ein blöder Witz sei. "Les doch selber nach, wenn du mir nicht glaubst! Da in der Zeitung steht's, bei den Todesanzeigen."
Emily traf der Schlag. "Ist sie Tod?!"
"Nicht sie, Dummerchen. Ihr Mann!"
Tatsache. Da stand es schwarz auf weiß: Rita Dunaway.
Aber wenn sie es nicht war, blieb immer noch die Frage offen, wer ist Rose?

Jetzt gab es nur noch einen Weg, um Licht ins Dunkle zu bringen.
Ihre Mutter Anne. Vielleicht wusste sie etwas über diese Rose.
Nachher würde Emily noch einmal zu ihr fahren, da sie sowieso das Haus verlassen musste.
Doch erstmal genoss sie in aller Ruhe ihr leckeres Vanilleeis.


Emily musste sich ein Taxi nehmen, da Carry an diesem Abend auf alles Anspruch erhob.
Doch das fand Emily weiterhin nicht schlimm. Während der Fahrt nach Greenfort konnte sie sich wenigstens noch einmal diesen geheimnisvollen Brief durchlesen.
Dabei fühlte sie sich sehr einsam.
Claire und Rose hatten einander gefunden, obwohl sie sich nicht liebten durften.
Doch sie hatte niemanden, den sie auf diese große Weise liebte. Sie tröstete sich mit dem Gedanken, das auch sie irgendwann einmal ihren Traumprinzen finden würde.

Kaum angekommen, wurde sie auch schon von ihrer Mutter in den Arm genommen.
"Geht es dir wieder gut, Liebes?" fragte Anne besorgt.
"Ja Mom." sagte sie und löste die Umarmung, "Ich bin wieder hier , weil ich dich was fragen muss.
Und weil Carry heute Abend mit ihrem neuem Freund das gesamte Haus in Anspruch nimmt."
"Du bist hier immer willkommen, liebes"

Vor einem warmen Kaminfeuer und einer heißen Tasse Tee, machten sie es sich gemütlich.
"Was wolltest du mich denn fragen, liebes?"
Emily zeigte auf das Foto mit Claire. "Wie gut kanntest du eigentlich Tante Claire?"
" Ich würde sagen, sehr gut. Warum?"
Emily holte denn Brief aus ihrer Tasche und hielt sie ihrer Mutter vor die Nase.
"Hier. Les mal. Er stammt von Claire!"
"Wo hast du ihn her?"fragte Anne sie mit ernster Stimme.
"Ich habe ihn bei uns auf dem Dachboden gefunden."

Emily wunderte sich etwas über die Reaktion ihrer Mutter, die denn Brief mit
zitternden Händen entgegennahm. Standen sie und Claire sich damals denn so nahe?
Beim durchlesen des Briefes, füllten sich Anne`s Augen mit Tränen, die nun einzeln auf ihre Wangen hinunterkullerten.
Plötzlich wurde Emily klar, das ihre Mutter mit vollem Namen Roseanne hieß.
"Die ganzen Jahren über konnte wir unserer Liebe verschweigen, doch das der Preis so hoch ist, hätte ich mir niemals träumen lassen."
Rose drückte ihre Tochter fest an sich.
" Wenn du jemanden so unendlich liebst, dann lasse diesen Menschen niemals einfach so gehen,liebes"

Noch eine ganze Weile schauten sie dem lodernten Kaminfeuer zu.
Bis die Glut immer weniger wurde.

Kommentare

andy-steil@t-online.de schrieb am 2008-06-07 15:07:44:
Du hast das Talent eines Schriftstellers........... weiter so
1376-929@onlinehome.de schrieb:
Diese Geschichte war sehr einfühlsam!
1376-929@onlinehome.de schrieb:
Diese Geschichte hat mich total bewegt!
banana schrieb:
wow, toll!

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