Das Dunkle
von
Metalzwerg
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Schon immer liebte er die Künste, allen voran die Musik. Mit einem verhaltenen Schmunzeln ging er in Gedanken in die Zeit zurück, als die klassischen Komponisten ihre großen Werke schufen. Oft waren sie zu ihrer Zeit verkannt, ihr Genie entdeckte man erst lange Zeit nach ihrem Tod. Welche Ironie – diese Menschen schufen derart großes, doch schätzte man den Wert Ihrer Werke erst viel zu spät.
Es war schon beeindruckend, wie sich die Musik in den Jahrhunderten weiterentwickelte. Besonders interessant fand er eine musikalische Entwicklung aus der jüngeren Zeit: den Heavy Metal – hier wurde mit okkulten Symbolen kokettiert, während die Anhänger dieser Musik eine regelrechte Faszination für das Düstere verband. Und auch dieser Musik entsprangen neue Triebe, die er mit Interesse verfolgte.
So zog es ihn eines Abends in einen kleinen Club, in dem ein Konzert mit Black Metal Musik stattfand. Er kannte diese Unterart des Metals noch nicht, doch erzählte man sich, dass diese Musik sich über den Okkultismus, gar den Satanismus identifizierte. Der Club war nur mäßig gefüllt, es gab genügend Platz, so dass er sich in der Nähe der Bühne am Rand des kleinen Saales an einen Tisch setzen konnte. Dort beobachtete er die Szene. Die Bühnentechniker prüften nochmals alle Kabel, führten einen letzten Test mit der Licht- und Tonanlage durch und die Menschen verteilten sich im Raum. Es roch nach Bier und Zigarettenrauch, und er nahm den Geruch von mehreren Menschen wahr.
Nach einiger Zeit erlöschte das ohnehin schon spärliche Licht und die ersten Klänge strömten aus den Lautsprechern. Es war eine Collage aus Wind und bedrohlichen Keyboardklängen, zu denen die Musiker bedächtig die Bühne betraten. Das Publikum jubelte den Gestalten zu, die ganz in Schwarz gekleidet waren, behangen mit Nietenarmbändern, Patronengurten und mit schwarz-weiß geschminkten Fratzen. Ein bisschen erinnerten ihn die Musiker an eine Band namens Kiss, die ihren künstlerischen Zenit jedoch bereits seit Jahren überschritten hatten.
Der nächste Moment war für ihn jedoch wie eine Offenbarung, es schien ihm, als ob die folgenden Sekunden in Minuten dahin gingen. Der Schlagzeuger zählte kurz und schnell ein, die Gitarren begannen mit einem sägenden Lärm, während der Schlagzeuger wiederum begann auf sein Instrument einzuprügeln, in einer Geschwindigkeit die an dem menschenmöglichen grenzte. Dazu erfolgte ein heißeres Krächzen, das der Sänger mit eine Inbrunst heraus schrie, die einem das Mark in den Knochen gefrieren ließ. Ja diese Musik war böse – es war die perfektionierte Vertonung des bösen. Eine derartige Intensität der Musik kannte er bisher noch nicht, wie gebannt starrte er auf die Musiker und sog jede Note in seiner Seele auf.
Fasziniert verfolgte er das Geschehen, als er plötzlich einen Geruch wahr nahm. Ganz dezent in der Menge der Menschen stach ein Duft hervor, wie er nicht hätte verführerischer sein können. Er ließ seinen Blick schweifen und da sah er sie: Sie war es, die er witterte. Sie war aufreizend gekleidet, ganz in schwarz mit einem sehr kurzen Rock, einer Korsage aus einem glänzenden Lackstoff, zerrissenen Netzstrümpfen und schweren Stiefeln. Sie stand am Rand und verfolgte das Geschehen wie auch er. Noch genoss er die infernalen Klänge, doch das Dunkle in seiner Seele wollte sich nicht nur mit Klängen zufrieden geben, das Dunkle verlangte nach mehr. Er erhob sich, langsam und ohne Eile bewegte er sich auf sie zu, als schwebte er durch die Menge. Ihren Duft konnte er immer intensiver wahrnehmen, bis er sie erreichte. Er trat von hinten an sie heran und hauchte ihr ins Ohr: “Folge mir!“ - eigentlich viel zu leise bei dieser Geräuschkulisse, doch er wusste, dass sie ihn hörte. Er spürte förmlich den kalten Schauer, der sie überkam und er hörte, wie ihr Herz zu pochen begann, ganz leise nur für ihn. Das darum Herum nahmen nun beide nicht mehr wahr. Er ging los, geradewegs aus dem Saal, ohne sich noch einmal umzudrehen und zu sehen, ob sie ihm wirklich folgte. Dies war auch nicht notwendig, er konnte ihre Schritte inmitten des unendlichen Lärms des Konzertes hören.
Er verließ den Club und wandelte noch immer langsam davon, während sie ihm folgte. Draußen an der frischen Luft konnte sie einen halbwegs klaren Gedanken fassen und fragte ihn nun wer er sei. Er drehte sich zu ihr und sagte langsam und klar: „Ich bin das Dunkle! Folge mir in den Abgrund!“ und sie tat wie er es von ihr verlangte.
Nicht weit von dem Club entfernt befand sich ein kleiner Wald, in den er sie lotste, bis hin zu einer kleinen Lichtung, die von Hecken und Gestrüpp umgeben war. Es war eine klare Sommernacht, es waren nur noch wenige Tage vor Vollmond und so erleuchteten die Gestirne den Wald. Er reichte ihr die Hand, und als sie diese ergriff zog er sie an sich heran. Er küsste sie lang und ausgiebig, bis in ihr eine Gier erwachte, die ihn freudig überraschte. Er hatte leichtes Spiel, schnell glitt ihre Hand unter sein Hemd und löste die ersten Knöpfe, während er sich den Verschlüssen ihrer Korsage widmete. Mit etwas mühe entfernte er das starre Kleidungsstück und betrachtet einen kurzen Moment ihre entblößten Brüste. Wie im Rausch zog auch sie ihm das Hemd vom Leib und als er sie erneut küsste konnte er förmlich ihre Erregung spüren. Sie duftet nun aus jeder Pore so süß, wie Frauen duften, wenn sie sich hingaben, ihre Haut bebte bei jeder seiner Berührungen.
Auch er verfiel dem Rausch, doch noch wollte er dem Dunkeln in seiner Seele noch nicht die Oberhand gewähren. So berührte er sie mit einer sanften Bestimmtheit am ganzen Körper und streife sowohl sich, als auch ihr den letzten Rest Kleidung vom Leib. Sie gaben sich leidenschaftlich und ungehemmt einander hin, bis das Dunkle endgültig sein Recht forderte. Vom Hunger der Unsterblichen geleitet trieb er ihr seine spitzen Eckzähne in die Arteria carotis communis, die Halsschlagader. Nun gab es für ihn kein Halten mehr, er trank gierig ihr Blut. Vom plötzlichen Schmerz aufgeschreckt zuckte sie zusammen und wand sich kurz in seinen Armen, doch er war viel zu stark für sie. Das Dunkle umhüllte nun auch sie und sie ergab sich seiner Blutgier. Es dauerte lange, endlos lange, bis er gesättigt war und ihr das Leben endgültig ausgesogen hatte.
Lange saß er neben ihrer Leiche und betrachtete sie. Sie war anders als die, die er sich zuvor nahm. So vergingen Stunden um Stunden in denen er sie im Mondlicht betrachtete und ihren schwindenden Duft einsog. Sie war anders, doch bedauerte er nicht seine Tat. Das Morgengrauen nahte und er wusste, er musste sie verlassen, bevor er im Tageslicht verging, so nahm er Abschied von ihr.....
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Kommentare
Mausi97 schrieb am 2010-01-30 17:31:09:
sehr gute geschichte nur das ende sollte etwas offener sein,ich habe selber mal eine geschichte
über vampire geschieben.Der schlusssatz ist so "Das letzte was sie sah und hörte war eine schwarze gestalt die den Saal verließ..."
Naja ansonsten ist sie ganz gut.
Wolf_93 schrieb am 2009-10-28 21:12:26:
tolle geschichte, auch wenn sie nicht unbedingt horror ist sondern eher in die hauptkategorie vampir passert...aber egal, ist echt gut gelungen...freuen mich schon mehr von dir zu lesen...
Wolf_93 schrieb am 2009-10-28 21:11:42:
tolle geschichte, auch wenn sie nicht unbedingt horror ist sondern eher in die hauptkategorie vampir passert...aber egal, ist echt gut gelungen...freuen mich schon mehr von dir zu lesen...
Veronica Wallner schrieb am 2009-10-27 13:29:03:
find ich recht gut, auch wenn mehr gefühl in der ganzen sache lägen könnte...
Lg Veronica
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