Das Elixier
von
Worm
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Es lebte einst ein junger Mann
Der war mit Seele, Herz und Leib
Von einem Mädchen angetan
Wünschte sie sich ihm zum Weib
Nicht schön war er, von nied´rem Stand
Ein mittelloser Pächter
Doch hielt er an um ihre Hand
Und erntete Gelächter
Sie war die Tochter seines Herrn
Dieser tobte gleich und schrie:
„Bringt mir her den schäb´gen Narr´n!
Leiden soll er wie noch nie!“
Sie zerrten ihn aus dem Gemach
Schlugen wuchtig auf ihn ein
Bis der Alte schließlich sprach:
„Dies soll dir eine Lehre sein!
Bleib´ bei deinesgleichen, Knecht!
Oder qualvoll ist die Strafe!
Wir sind von ad´ligem Geschlecht
Ich bin König, du bist Sklave!“
Der Zorn kroch hoch und wucherte
Wieso nur war er ihr verfallen?!
Sie stand nur da und kicherte
Dafür würde sie bezahlen!
Die Jahre zogen ein in´s Land
Immer noch von ihr besessen
Er schlaflos sich im Bette wand
Konnte sie niemals vergessen
Widmete sich der Alchemie
Und fasste einen dunklen Plan
Betäubte und entführte sie
Und band sie an sein Bette an
Als sie erwachte, schrie sie laut:
„Was ist gescheh´n? Was habt Ihr vor?“
„Seid ruhig, meine bald´ge Braut“
Sprach er und ging in sein Labor
Nach Stunden kehrte er zurück
Mit einem Fläschlein in der Hand
„Erzwungen wird das uns´re Glück!
Gewoben ein ewiges Band!
Tiefer Verbundenheit Essenz
Gab ich in dieses Elexier
Trink! Fern den Mächten des Verstand´s
Wird aus dem Du und Ich ein Wir!“
Ihr Herz schlug laut...„Es tut mir leid!“
Tut das nicht, ich fleh´ Euch an!“
Jedoch der Wunsch nach Zweisamkeit
Ließ beenden ihn, was er begann
Zwang sie zu trinken mit Gewalt
Blinder Wahn fraß das Erbarmen
Ihr Blick fror ein, ihr Leib wurd´ kalt
Und sie starb in seinen Armen
Licht schwand jäh aus seinen Augen
Er schrie: „Was hab´ ich nur getan?!“
Saß bei ihr bis in den Morgen
Als schwere Schritte er vernahm
Um ihn zu holen kamen sie
Bald, vor ihres Vaters Füßen
Warfen sie ihn auf die Knie
„Für deinen Frevel wirst du büßen!
Meine allereinz´ge Tochter
Habt Ihr Scheusal mir genommen!
Nein, wir brauchen keinen Richter!
Sterben soll er in den Flammen!“
„Was kümmert mich mein Leben, Herr?
Ohne sie bin ich verloren
Nur der Tod bringt mich zu ihr
Und dann wird sie mir gehören!“
Er lachte in des Feuers Fängen
„Für meine Reise wünscht mir Glück!“
Lustvoll ließ er sich verschlingen
Und nur die Asche blieb zurück
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Kommentare
ligeia schrieb am 2007-03-09 13:46:46:
Schöne Geschichte. Klar und verständlich. Aber der schluss is ein wenig...grausam. Das jemand lustvoll verbrennt kann ich mir nich mal bei nem verrückten Mörder vorstellen. aber ansonsten wars echt gut. Werd mir mal die anderen Gedichte von dir durchlesen...
Lg
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