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Kategorien > Aus dem Leben > Gefühle

Das Ende einer Beziehung"

von Mandrin

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Fragen eine Antwort zu finden. Neben mir und Thomas waren meist auch noch Andreas, Michael, Thorsten in seinen engen schwarzen Lederhosen und Thomas aus unserer Klasse da. Thomas
wurde für mich zu einem Menschen oder einen Freund, an dem ich mich mit vielen Fragen und auch mit meinen Sorgen und Problemen wenden konnte, für die er immer Verständnis hatte. Wir tranken Wein bei Kerzenschein und den ganzen Abend versuchten wir auf unsere Fragen, die den Prager Frühling und die Ereignisse in Paris betreffen, zu beantworten. Auch unsere Eltern waren davon angetan, da sie ihre Ruhe haben wollten und ihre Söhne auch schon als erwachsene Männer betrachteten.



7.
Am nächsten Morgen stand die Direktorin zusammen mit meinen Eltern vor der Schule und ich trug das Hemd, welches Thomas mir gegeben hat, da mein Hemd schmutzig geworden ist. Meine Mutter schrie laut, ,,jetzt kauft dieser Typ für meinen Sohn auch noch Hemden", worauf sich einige Schüler umdrehten. Anschließend gab es auch noch Ärger mit der Direktorin, der ich einen Vogel zeigte, worüber sie sehr erbost war. Sie sagte, daß eine Elternversammlung einberufen werden soll.
Ich konnte das Ende des Unterrichts nicht erwarten und sprach nach dem Unterricht auf dem Schulhof mit Thorsten, der mir auch sagte, daß eine Elternversammlung einberufen werden soll. Ich fragte nach der Meinung seiner Eltern, worauf er antwortete, daß seine Eltern ihre Ruhe haben wollen. Ich sagte zu
Thorsten, daß es zwischen mir und Thomas um mehr geht und daß ich nicht mehr zurück nach Hause zu meinen Eltern gehen werde. Plötzlich mußte sich Thorsten bücken, um seinen Schuh zuzubinden, da sich die Schleife des Schnürsenkels gelöst hatte, wobei sich die Naht seiner Lederhose in den Hintern
einschnürte. Thorsten wußte, daß ich etwas für Thomas empfinde und sagte zu mir, ,,komme mit".
Wir gingen zu seinem Motorrad mit dem abgesägten Auspuff und fuhren danach einige Zeit, bis wir zu einer Hütte auf einer verlassenen Baustelle, die in einem Wald lag, ankamen. Auf der Fahrt durch den Wald machten wir unglaubliche Kunststücke. Er gab mir den Schlüssel und sagte, ,,ich komme gleich wieder zurück, du kannst auch noch morgen hier bleiben, ich sage in der Schule, daß du krank bist".
In der Zwischenzeit räumte ich etwas auf und machte in der Hütte sauber. Auf dem Boden lagen alte, vergilbte Zeitungen. Ich fühlte mich glücklich und unabhängig. Mit grüner und blauer Farbe malte ich
zwei Vierecke an die Wand. Ich konnte es kaum erwarten, bis Thomas kam.
Am Nachmittag kam Thorsten mit Thomas zurück. Thorsten brachte uns auch noch etwas zu essen und eine Flasche Wein aus dem Keller seiner Eltern mit.
Thomas war erstaunt und sagte, daß es nicht geht, daß wir uns weiter treffen. Sie suchen nach dir. Ich
spürte Wut in mir aufkommen. Ich zeigte Thomas die beiden Vierecke an der Wand und fragte, wie ich die Hütte streichen soll: grün wie die Bäume des Waldes und die Wiesen oder blau wie der Himmel.
Thomas sagte, daß er nicht über Nacht hier bei mir bleiben kann. Ich erwiderte, daß ich nicht hier allein
bleiben kann oder will. ,,Ich werde morgen auch nicht zur Schule kommen und hier bleiben", worauf
Thomas erwiderte, ,,aber du mußt morgen kommen".


8.
Am nächsten Tag wurde Thomas Meinhardt in der Schule um 8 Uhr zur Direktorin der Schule bestellt. ,,Sie haben sich über meine Autorität hinweggesetzt. Hier ist Herr Müller vom Schulamt
und er wird ihnen alles Weitere sagen".,,Herr Meinhardt, gestern war eine Elternversammlung in
Ihrer Klasse und Sie sind nicht erschienen. Außerdem ereigneten sich in der letzten Zeit in Ihrer
Klasse einige Dinge, die einfach nicht mehr zu verantworten sind. Sie haben die Schüler, die Ihnen
anvertraut wurden, vereinnahmt und ihnen Ihre Ideen und Meinungen aufgezwungen. Da sie uns
zum Narren zu halten scheinen, werden Sie in den Norden versetzt. An dieser Schule werden Sie keinen
Unterricht mehr geben. Ihr Schüler ist heute auch nicht zum Unterricht erschienen und da er auch nicht zu Hause bei seinen Eltern ist, wird er durch die Polizei gesucht". Thomas erwiderte, ,,ich weiß nicht mehr, wo er ist".


9.
Am Nachmittag nach der Schule kam Thorsten zu mir in die Hütte und brachte mir etwas zu essen.
Ich freute mich, da ich einen großen Hunger hatte. Thorsten sagte mir, daß Thomas wegen mir in den Norden versetzt würde und daher nicht mehr zu mir kommen kann. Mir standen die Tränen in den Augen, da wir uns in der nächsten Zeit nicht mehr sehen werden. Aber Thorsten wußte, wohin ich
schreiben konnte. Er sagte, daß er die Anschrift von Thomas hat und daß wir uns indirekt über Thorsten schreiben werden. Ich gab ihn meine Briefe, der sie an Thomas abschickte und Thomas schickte seine Briefe an Thorsten, der sie mir gab und ich versprach im Sommer zu Thomas zu kommen und konnte es auch kaum erwarten.


10.
Im Sommer fuhr ich zu Thomas in den Norden. Ich bin von zu Hause ausgerissen und bin mit dem Zug zu Thomas gefahren, wo ich nach 6 Stunden ankam. Thomas hat mich vom Bahnhof abgeholt.
Ich sagte zu Thomas, ,,du hast mir die ganze Zeit sehr gefehlt" und mir standen die Tränen in den Augen.
Wir waren beide sehr oft am Wasser und sind auch sehr viel zusammen durch die Wälder gelaufen, wo wir beide zusammen über sehr viele Dinge gesprochen haben, die auch mit unsere Zukunft betrafen. Am
dritten Tag, als wir die Straße entlang liefen, hielt neben uns ein Polizeiauto und die beiden Beamten
fragten nach unseren Ausweisen, die sie uns auch abnahmen. Wir mußten mit auf die Wache, wo ein älterer Beamter von einem jüngeren Beamten bedrängt, alles widerwillig in die Schreibmaschine tippte
und sagte, ,,sie sind beide alt genug und müssen wissen, was sie wollen. Wir haben hier genug zu tun".
Den älteren Beamten war alles peinlich.
Kurze Zeit darauf wurde Thomas aus dem Schuldienst entlassen und ich wurde mit der Polizei zurück
zu meinen Eltern gebracht. Mein Vater holte mich in meiner Heimatstadt von der Polizei ab. Auch Thomas kam wieder in die Stadt zurück, aber ohne Arbeit.
Als ich wieder an einem Nachmittag zu Thomas ging, stand die Feuerwehr mit mehreren Einsatz- fahrzeugen vor Thomas seinem Haus. Die Feuerwehrleute liefen hin und her. Thomas hat sich umgebracht. Der Gashahn war offen und auf dem Tisch lag ein Abschiedsbrief.

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