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Kategorien > Gedanken > Freiheit

Das Fenster

von malli

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Das Fenster

Das Fenster ist offen. Ich schaue in den Sternenhimmel, während eine große Wolke von den letzten Sonnenstrahlen rot beschienen wird. Es sieht fremd aus, wie sie über den Himmel wandert und hier und da die Sterne verdeckt. Ein roter Schatten, der in den Osten zieht. Ich schlinge die Decke fester um meine Schultern und schaue weiter hinaus. Leise höre ich das Rauschen der weit entfernten Autobahn. Jetzt zwitschert ein müder Vogel sein Nachtlied und verstummt darauf, der Wind fährt flüsternd durch die Bäume und Büsche. Mein Fuß schläft ein und ich setzte mich kurz auf das Bett ohne meinen Blick abzuwenden. Mit den Augenwinkeln bemerke ich die Dunkelheit des Zimmers, die nach mir greift. Schnell richte ich mich wieder auf und klammer mich an die Fensterbank. Ich ziehe die kühle Nachtluft tief ein und seufze dann leise. Sie erfüllt mich mit Freiheit und ich muss die Tränen unterdrücken, die meinen Gefühlen freien Lauf lassen wollen. Sacht streicht der Wind über meine Wange und verzaubert mich für einen Augenblick. Ich rieche die Nacht. Sie schmeckt leicht bitter und doch süß. Auch im Geruch liegt die Freiheit. Ich strecke meinen Kopf weiter aus dem Fenster und schaue in den Himmel, ich will der Enge des Zimmers entfliehen. Am liebsten würde ich aus dem Fenster steigen und in den Himmel fliegen. Zu den Sternen. Ich suche den Himmel nach dem Mond ab, doch es scheint Neumond zu sein. Wieder atme ich tief ein. Dann höre ich hinter mir ein Husten. Ich blicke mich um und schaue in das zerfurchte Gesicht meines Zellenkameraden. Er hält sich die Bettdecke vor das Gesicht und unterdrückt einen Hustenanfall. Schnell drehe ich mich weg und blicke von diesem Elend überwältigt aus dem Fenster. Ich atme noch einmal die Freiheit ein und während mir eine Träne über die Wange läuft umfasse ich die Gitterstäbe vor dem Fenster mit aller Kraft, als könnte ich sie zerbrechen. Doch nichts bewegt sich und ich lasse mich auf das Bett sinken. Langsam decke ich mich mit einem dreckigen Laken zu und atme die Gefangenschaft ein. Ich seufze und falle dann ruhig in einen tiefen Schlaf.

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Kommentare

celebration schrieb am 2009-02-24 18:30:40:
Gute Geschichte...
besonders, dass am Ende rauskommt das er (oder sie) im Gefängnis sitzt...
Traumfänger schrieb am 2008-12-08 09:00:12:
Ich mag deinen Schreibstil!

LG, Silke

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