Das Geheimnis
von
Elbenfreundin
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Das Schuljahr begann wie jedes andere, doch dieses Mal geschah etwas Neues. Eigentlich war es nicht Besonderes, doch für die Mädchen war es das Ereignis des Jahres. Sie bekamen einen neuen Mitschüler und der war, um es mit ihren Worten auszudrücken, absolut heiß. Sein Name war Karlos und er war ein Jahr älter als sie, weil er sitzen geblieben war, doch das war allen Mädchen vollkommen egal. Er setzte sich allein an einen Tisch und schaute aus dem Fenster. Jeder schaute ihm nach, auch die Jungen, denn er strahlte etwas Geheimnisvolles aus. Selbst die Klassenleiterin war eine Zeit lang sprachlos. Nachdem alles für den Unterricht geklärt war, wollten die Mädchen Karlos um ein Treffen bitten, um ihn näher kennen zu lernen. Dieser lehnte jedoch entschieden ab und wollte gerade gehen als einige Jungen dazu kamen. „Hey Karlos! Was hälst du davon, wenn wir uns heute Abend bei mir treffen, uns ein paar Filme ansehen und ein paar Biere kippen?“, fragte Max, der scheinbar der Anführer der größten Clique der Klasse war. „Ne, lass mal! Ich hab Besseres zu tun“, war Karlos kühle aber klare Antwort. „Was sollte einer wie du denn Besseres zu tun haben?“, fragte Max spöttisch, zumindest versuchte er so zu klingen, doch er hatte offensichtlich Respekt vor Karlos. Der sah ihn nur an und schien auf irgendetwas zu warten, doch weder sie Jungen noch die Mädchen, die immer noch dastanden, wussten worauf. Nach einigen Minuten sagte er dann: „Könnte ich bitte mal durch?“ Alle gingen verdattert zur Seite und Karlos ging einfach durch ohne sie auch nur noch ein einziges Mal anzusehen. Als er außer Sicht war, ging das laute Gerede der Mädchen los, die total beeindruckt von Karlos waren. „Ist das nicht ein heißer Typ? Ich schwöre euch, dass ich mir den schnappen werde!“, sagte Lisa, die Anführerin, laut. „Ja vielleicht, aber vielleicht reiß ich ihn mir auch unter den Nagel. Hast du denn nicht gesehen, wie er mich angesehen hat?“, sagte Kathrin. So ging es die ganze Zeit weiter und schien kein Ende nehmen zu wollen, nur eine von ihnen schwieg und das war Marlien. Sie war nie sehr überzeugt von sich und sowieso recht schüchtern. Sie war der Tollpatsch der Clique und wurde auch oft ausgelacht, doch um nicht als Außenseiter zu gelten, ließ sie das alles über sich ergehen. Obwohl sie „fest“ in der Clique war, half sie gerne ihren anderen Mitschülern, was die Mädchen gar nicht gerne sahen.
Nachdem Karlos zu Hause war, kam seine Mutter zu ihm. „Na mein Junge, wie war der erste Schultag? Hast du schon ein paar Freunde gefunden?“ „Ich will keine Freunde, Mutter, das sagte ich doch schon mal! Freunde sind nur lästig!“ „Und was machst du denn den ganzen Tag, wenn du nicht mit Freunden zusammen bist?“ „Ich sagte dir doch schon, dass dich das nichts angeht!“, schrie er seine Mutter fast an, denn dieses Thema war etwas, womit er sehr vorsichtig umging. „Schon gut! Dann wasch dir jetzt bitte die Hände und komm essen.“ Er tat, was sie sagte und aß dann etwas. Danach ging er nach oben und wollte sich von den Strapazen mit den Anderen erholen, als sein Handy vibrierte. Es vibrierte immer, denn seine Mutter durfte nicht wissen, dass er ein Handy besaß. Sie hasste Handys, aber warum, wusste er nicht. Sein Vater hatte nichts gegen Handys, außer, dass sie teuer waren, doch er konnte verstehen, wenn ein 17 jähriger eins besitzen wollte. Doch mittlerweile hatte er eins, aber ohne das Wissen seiner Eltern, weil die nicht erfahren dürfen, was er in seiner Freizeit machte. Er wartete, bis das Handy fünf Mal vibrierte und ging dann erst ran. „Was gibt’s denn John?“ „Nicht so unfreundlich Karlos! Man könnte meinen, dass dich ein Mädchen abgewiesen hat, zumindest wenn man glaubt, dass du ein Mädchen angraben würdest“, lachte John ins Telefon. „Schon gut! Jetzt sag mir bitte, warum du mich angerufen hast!“, antwortete Karlos genervt. „Schon gut, schon gut. Es ist nur ein kleiner Mord bei dir in der Gegend! Den Täter haben wir eigentlich schon!“ „Und was willst du jetzt von mir?“ „Wir können es ihm nicht nachweisen und ich soll dich fragen, ob du nicht vorbeikommen kannst, um ihn in die Mangel zu nehmen.“ „Mehr nicht? Na gut. Schickst du einen Wagen? Oder komm am besten selbst vorbei, damit du mich gleich einweisen kannst!“ „Danke Mann! Ich bin in ca. 10-15 Minuten bei dir.“ Karlos legte auf und setzte sich an seinen Schreibtisch. Er schloss eine kleine Schublade an seinem Schreibtisch auf und zog ein paar bilder heraus. Auf denen waren Karlos, ein Mädchen in der Mitte und ein Junge. Sie waren alle 14 Jahre alt und sahen aus, als hätten sie großen Spaß gehabt, als das Bild gemacht wurde.
Vor drei Jahren lebte Karlos, mit seinen Eltern, noch auf dem Land und war ein sehr guter Schüler, der seine Hausaufgaben sehr sorgfältig machte. Seine Eltern waren sehr stolz auf ihn und die Lehrer überschlugen sich fast vor Lobsagungen. Er hatte sogar zwei Freunde, mit denen er alles unternahm, was sie sich nur ausdenken konnten. Zum einen war da sein bester Freund Michael, mit dem er bereits durch Dick und Dünn ging, bevor Marie zu ihnen ins Dorf zog. Marie kam ins Dorf, als die Jungen 13 Jahre alt waren und wurde in ihre Klasse gesetzt. Weil sie aus der Stadt kam, wurde sie von einigen aufgezogen, aber Karlos und Michael fanden sie interessant und sprachen sie nach ein paar Tagen an. „Hallo Marie! Na, hast du dich schon bei uns eingelebt?“, fragte Karlos höflich. „Na ja, nicht wirklich. Ich weiß, um ehrlich zu sein, nicht, warum meine Eltern unbedingt in ein Dorf ziehen mussten“, antwortete sie zaghaft, weil sie keinen der beiden verletzten wollte, doch die lächelten sie nur an. „Wenn das so ist, dann würde ich sagen, wir holen dich heute von zu Hause ab und zeigen dir die schönsten Plätze, die du je gesehen hast“, sagte Michael prahlerisch. „Das ist eine super Idee Mick! Und was sagst du dazu Marie?“ „Warum nicht? Wenn es euch keine Umstände macht.“ Es machte keine Umstände und um drei holten die beiden Marie ab. Sie brachten sie zu erst zu einem kleinen Bach und dann in den nahe gelegenen Wald, zum Schluss gingen sie noch in das Baumhaus der beiden. Erst als es um sieben war, machten sie sich wieder auf den Rückweg und lieferten Marie zu Hause ab. „Danke Jungs! Das war der schönste Tag meines Lebens!“ Dieser Tag war der Beginn einer wundervollen Freundschaft zwischen den Dreien. Diese Freundschaft ging fast ein Jahr ohne Probleme, doch mittlerweile war Karlos 14 Jahre als und jedes Mal, wenn er Marie sah, hatte er ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. Er wollte es niemanden verraten, aber Michael konnte es, an dem Verhalten seines Freundes, erraten. „Aber du musst mir versprechen, dass du ihr nichts davon sagst, Mick! Sie würde mich bestimmt auslachen!“, flehte Karlos ihn an. Michael versprach es ihm und hielt sich auch daran. Doch nur eine Woche später erzählte Marie ihm das Gleiche und auch ihr musste er versprechen, dass er es für sich behält, was er auch tat. Diese Versprechen und die Gefühle von Karlos und Marie wären kein Problem
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