Das Geheimnis der Ewigkeit
von
Klara H
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Als ich aufgewacht war, fand ich nur eines um mich herum vor: Heilloses Durcheinander. Das kleine Haus war nicht mehr wiederzuerkennen gewesen: Umgestürzte Stühle, Schränke, Tische- Scherben, überall auf dem Boden verteilt.
Ich hatte mich aufgerichtet und dann hatte ich die Menschen um mich herum entdeckt. Als ich so plötzlich aufgesprungen war, waren sie zurückgeschreckt. Was war los? Das Chaos hatte auch in meinem Kopf eingesetzt. Warum sahen mich die Menschen so entsetzt an? Hilflos schaute ich mich wieder um, wollte sie zur Rede stellen, als ich einen Geruch einatmete...Unwiderstehlich süß, blumig, frisch, sonnig,...- So vollkommen, dass es gar nicht genügend Worte dafür geben kann.
Noch einmal atmete ich den Geruch ein. Ich machte einen Satz nach vorne, aus dem Menschenkreis heraus und roch wieder und wieder...Ich durfte diesen Geruch nicht verlieren!
Es brauchte nicht lange, da hatte ich die Quelle dieser Droge erkannt: Die Menschen! Ohne es wirklich wahrgenommen zu haben, war ich in die Hocke gegangen, meinen Rücken gebeugt, die Hände auf dem Boden, der Kopf leicht nach vorne geneigt. Ein tiefes, bedrohliches und zugleich befriedigtes, Knurren war aus meiner Kehle gedrungen. Das Letzte, was ich dann noch wahrgenommen hatte, waren die entsetzten und ungläubigen Gesichter- dann war ich verschwunden.
Ich war hinaus gerannt, aus dem Dorf, aus den umliegenden Wäldern, in eine unbekannte Gegend. Inzwischen war mir klar geworden, was passiert sein musste (meine Schnelligkeit, meine Sinne, mein Verlangen nach Menschen- nach ihrem Blut...), doch ich wollte mich erinnern können.
Ich hatte mich auf einen kleinen Baumstamm gesetzt, mich ganz und gar auf meine Erinnerungen konzentriert. Es war schwierig- schwieriger als man angenommen hätte...
Nach einigen Tagen (ich hatte mich nicht vom Fleck bewegt) flackerte plötzlich ein kleiner Film vor meinem inneren Augen auf- unscharfe und abgehackte Bilder und Bruchstücke: Ein sonniger Tag. Ein Fremder im Dorf. Sein durchdringender Blick. Dann: Nacht. Eine Gestalt über einen toten Menschen gebeugt. Ein Schrei von mir. Eine Jagd durch das Dorf. Die Hütte. Das wütende Wesen direkt vor mir. Seine Augen ein leuchtendes Rot.
Keuchend war ich von dem niedrigen Baumstamm aufgestanden. Er war es gewesen! Aber warum? Warum hatte er mich verwandelt und nicht ganz getötet? Wo war er jetzt?
Mein neues Leben hatte gerade angefangen, da beschloss ich, es möglichst schnell wieder zu beenden. Ich hasste mein neues Wesen, meine Begierde,...Ich stürzte mich von Klippen, erhängte mich, aß giftige Kräuter...Die Verzweiflung nahm Besitz von mir und immer noch wehrte ich mich gegen das Wesen, tief in mir. Doch ich schaffte es nicht!
Schon ein paar Monate nachdem ich mich vollkommen von der Menschheit abgeschirmt hatte, verirrten sich zwei Wanderer in den Wald, in dem ich lebte. Der Wind trug ihren Geruch zu mir. Ich hatte seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen, aus Angst vor der Jagd.
Eine Woche später wurden die beiden als vermisst gemeldet- gefunden wurden sie nie!
Ab da vergaß ich meine Ängste, verdrängte sie einfach- ich lebte nach meinen Wünschen und Verlangen und es gab nichts gefährlicheres für die Menschen! Es war die einzige Möglichkeit für mich, die Fragen zu vergessen, die ich mir immer wieder gestellt hatte: Wo war der Fremde aus dem Dorf? Der Fremde der mich verwandelte hatte?
Die Menschen waren leichtgläubig und unaufmerksam. Sie glaubten alles, was ich ihnen erzählten und stellten fast nie Fragen zu meinem ungewöhnlichem Äußeren: Die rubinroten Augen, die weiße Porzellanhaut, die Perfektion meiner Gesichtszüge. Es machte keinen Spaß, ihnen etwas vorzumachen, wenn sie dir sowieso alles glauben, weil sie dich vergöttern. Nach ein paar Jahrzehnten musste ich den ersten Ort, an dem ich niedergelassen hatte, verlassen und weiterziehen. Noch eine Eigenschaft von uns Vampiren: Wir altern nicht, sind unsterblich! Doch Unsterblichkeit wird oft überbewertet. Besonderes wird zum Alltag, somit zum Durchschnitt und dadurch letztendlich nichts anderes als langweilig.
Jahre vergingen, ich streifte durch Jahrzehnte, Jahrhunderte strichen an mir vorbei.
Ich hatte alles gemacht, was ich jemals machen wollte. Das 21. Jahrhundert brachte mir nichts Neues. Ich war um die ganze Welt gereist, hatte alle Orte gesehen, Entdecker und Erfinder persönlich getroffen, den berühmtesten Schauspielern die Hand geschüttelt, die gutaussehendsten Männer als Liebhaber gehabt, war über zwanzig Mal verlobt gewesen und hatte sogar genauso oft die Miss-Wahl gewonnen (immer unter einem anderen Namen). Meine Karriere-Liste erstreckte sich über Meilen.
Dennoch: Die Menschen ödeten mich an. Sie waren langweilig, leichtgläubig und berechenbar. Sie erfanden Dinge, forschten, entdeckten, und dann dachten dann, sie seien schlau, doch sie waren alle sterblich! Die Ewigkeit meines Lebens hatte mich übermütig gemacht- für mich war ich das Beste, was den Menschen passieren konnte. Ich bereicherte ihr Leben und sie meines- auf meiner Speisekarte!
Natürlich hatte ich die Fragen in meinem Kopf noch nicht vollkommen vergessen, doch war ich in den Jahrhunderten so wenig mit der Antwort weitergekommen...Die Hoffnung verließ mich und ich widmete mich anderen Sachen- unwichtigen Sachen, die leicht zu überwältigen waren...
Dann, eines Tages, sah ich ihn. Ich lief gerade durch die Marktstände und suchte mir mein Abendessen, als ich einen Geruch bemerkte, der anders war, als der Rest. Er war neutral, weniger süßlich, doch in gewisser Weise noch perfekter; Ein verbotener Geruch, der mir jedoch auch merkwürdig bekannt vorkam. Ich folgte ihm durch die ganze Stadt, bis ich den Fremden am Rande des Waldes stehen sah. Als er das Wiedererkennen in meinen Augen sah, drehte er sich um und rannte blitzschnell in den Wald zurück. Es war kein Problem für mich, ihm weiter zu folgen und so rannten wir bis zur tiefsten und dunkelsten Stelle des Waldes. Dort blieb er stehen.
Wir sahen uns stundenlang einfach nur an, sprachen kein Wort.
Mit einem Mal war ich ängstlich, wissbegierig und eingeschüchtert zugleich. Meine Großspurigkeit war wie weggewischt.
„Wer bist du?“, fragte ich schließlich. Er schaute mich weiterhin durchdringend an und ich wartete weiterhin auf eine Antwort. Etwas war anders an ihm! Meine schwächlichen Erinnerungen an mein menschliches Leben ließen mich nicht sagen was, aber ich wusste: Etwas an ihm war anders!
Endlich antwortete er mir: „Ich bin das Gleiche wie du.“, Noch bevor ich eine weitere Frage stellen konnte, redete er weiter: „Ich wollte dich nicht verwandeln. Ich wollte nur dein Blut, um meinen Durst zu stillen. Als du gesehen hattest, wie ich diesen Dorfbewohner tötete, hatte ich instinktiv mein neues Opfer gefunden. Du warst so jämmerlich...Hattest die Tür hinter dir verschlossen, geschrien, mir gedroht...Als ob das etwas geholfen hätte...“ Seine Stimme war kalt, gleichgültig und sein Lachen hörte sich an wie das Klirren zerspringenden Glases.
„Aber warum hast
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Kommentare
Lyryian schrieb am 2009-11-10 09:13:31:
Hey ich finde deine Geschichte toll, schade ist nur das sie als er verschwindet ein bisschen abgehackt klingt
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