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Kategorien > Mysterie > Happy End

Das Gesicht

von Minni Schnucki

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Das Gesicht

Es war ein gewöhnlicher Tag für Susan Williams, einer 25-jährigen Anwältin, die einen guten Job hatte und einfach glücklich mit ihrem Leben war. Jeden Tag begegneten ihr nette Gesichter, die sie begrüßten.
Auch wie an diesem Tag, doch heute sollte sich so einiges in ihrem Leben ändern. Wie üblich stand sie und ging sich duschen. So wie die Natur sie erschaffen hatte, stellte sie sich unter die Dusche und lies das Wasser laufen. ,,Everybody dance now....", sang sie fröhlich und unbehagen. Nach der guttuhenden Erfrischung trocknete sie sich ab, legte sich das Handtuch um ihre Brüste und machte sich die Haare. Sie warf einen Blick in den Spiegel und wollte ihr Gesicht betrachten, doch was sie dort sah, war alles andere als ihr Gesicht. Eine riesige aufsaugende Delle bewegte sich im Spiegel als sei es Wasser und formte sich in ein Gesicht. Wie angewurzelt blieben ihre Füße am Boden kleben, sie wollte weglaufen, aufschreien aber das einzige was sie hervorbrachte war ein verzweifeltes Krächzen. Mit zitterndem Leibe stand sie vor dem Spiegel, der Versuch sich zu bewegen blieb vergebens. Das Gesicht nahm deutlichere Konturen an. ,,Susan", quellte das Unding im Spiegel hervor, ,,hilf mir!". Ein unverständlicher Gesichtsausdruck breitete sich auf ihrem Gesicht. Was wollte dieses Ding von ihr? Wieso bat es sie um Hilfe?
,,Wwas willst...du?", sagte eine Stimme, die aus ihrer Kehle kam. ,,Ich brauche deine Hilfe, ich bin gefangen zwischen Zeit und Raum. Mein Geist kann sich nicht zur Ruhe setzen, meine Seele verloren in der Traurigkeit. Nur du kannst mir helfen.Bitte."
,,Aber was kann ich schon tun?", hörte sie ihre etwas beruhigte Stimme. ,,Befreie mich!! Gib mir meine letze Ehre. Lass meine Seele frei!!"
,,Ich halte deine Seele nicht! Wieso sollte ich dich hier gefangen halten?"
Plötzlich verschwomm das Abbild des Gesichtes und das einzige was sie nur noch hörte waren die Worte:,, Lindenstraße 13, Peterkirche, Magdeburg.Befreie mich.......bitte..."
Eine stille trat ein. Susan konnte sich für eine Weile nicht bewegen und war sich nicht im klaren was gerade passiert war. Ein Gesicht. Hilfe. Verwirrt starrte sie noch einen Augenblick in den Spiegel. Nichts geschah. Hektisch zog sie sich an und begab sich zur Arbeit. Im Büro mit kreidebleichem Gesicht angekommen, fing sie auch direkt an zu arbeiten. Andere Kollegen machten sich schon etwas Sorgen um sie, denn sie hatte heute kein Wort gesprochen, begrüßte auch keinen wie sie es sonst tat, sondern mied Blicke und verkriechte sich in ihrem Büro.
In der Mittagspause erfrischte sie sich in der Toilette, wusch sich angestrengt das Gesicht und dachte nach, was war geschehen? Sie konnte nichts mehr unterscheiden, reale oder war es vielleicht eine Einbildung? Ein Traum? Sie würde sicher gleich von ihrem Wecker geweckt werden. Ganz sicher! Doch so schön es auch sein mochte, so war es nicht.
Nach Feierabend ging sie nach Hause, in den Regen hinein. Eine kleine Wasserlache bildete sich unter ihren Füßen. Sie konnte schwören, dass sie die Konturen des Gesichtes sah. Als Susan wieder hinblickte war es verschwunden.
In der Nacht quälten sie beunruhigende Träume, worin sie nicht nur das Gesicht sah, sondern auch den ganzen Körper. Der Mann lächelte sie an.........RRING!!!RRING!!!!!
,,Wwas??", stammelte sie vor sich hin. Es hatte jemand an der Tür geklingelt. Sie zog sich schnell ein Bademantel an und öffnete die Tür. ,,Hallo?"....nichts, sie schloss die Tür wieder.
>>Bestimmt irgendwelche Scherzkekse.<<, dachte sie.
Während des Frühstücks kam ihr ein merkwürdiger Gedanke in den Sinn. >>Könnte es vielleicht....?<< ,,Nein, ausgeschlossen.", flüsterte sie vor sich hin. Susan konnte sich noch gut daran erinnern was ihr an ihrem 18. Geburtstag geschah. Ihre Eltern beichten ihr, dass sie sie nur adoptiert hatten. Sie waren nicht die leiblichen Eltern. Dieser Tag war eine kam wie eine Wende, sie hatte all die Jahre nichts gemerkt. Ihre Mutter sagte damals, dass ihre wahren Eltern sie weggegeben hatten, aus finanziellen Gründen und das sie wahrscheinlich immer noch in Magdeburg lebten.Magdeburg?! War das nicht..? Sofort nahm sie sich Urlaub und kam dann letzendlich in Magdeburg an. Mühsam suchte sie dort die Straße die sie glaubte noch in Erinnerung zu haben. Lindenstraße.......Lindenstraße....12? Oder 14? Nein, war 13. Richtig, zur Peterkirche. Mit eilenden Schritten begab sie sich auf die Suche, nach etwas was sie selber nicht wusste, doch irgendetwas zog sie an, Susan wusste den Weg zu ihrem Ziel. Ein Grabstein eines Mannes: George Williams
1850-1875
Möge er in Frieden ruhen.
Sie erstarrte. Langsam trat sie vin dem Stein fort und rannte wie vin Furrien gehetzt zur Polizei, dort gab sie den Namen ein und wartete auf eine Analysierung, wie der Mann lebte, wie viele Kinder er hatte, verheiratet oder nicht, das wollte sie alles wissen. Ein Beweis wollte sie vor allen Dingen. Der Beweis, dass er vielleicht.....?

3 Wochen später suchte sie ein Inspektor auf und klärte sie auf, ihr Vater hieß George Williams, ihre Mutter Lynn Williams. Schweren Herzens mussten sie ihre Tochter weggeben, damit sie ein besseres Leben führen konnte, was sie auch hatte. Die Eltern hatten nicht genug Geld und waren arm, sie konnten noch nicht mal für sich selbst sorgen und entschieden sich ihrer einzigen Tochter ein fürsorglicheres Leben zu schenken. Sie fanden auch ein Foto der Eltern in den Akten. Was sie da sah war ein Schlag. Ihr Vater war das Gesicht in ihrem Spiegel, er war es der sie um Hilfe bat. Er war früh gestorben und konnte seine Tochter nicht wiedersehen und sein letzter unerfüllter Wunsch war es sie wiederzusehen, was er leider nicht konnte.
Sie verstand. Ohne Umwege stand sie auch wieder vor dem Grab ihrer beiden Eltern, die nebeneinander lagen. ,,Vater, Mutter, ich weiß ihr habt mich unter schweren Umständen weggeben müssen, auch weiß ich, dass ihr trotz all dem immer bei mir wart, tief in meinem Herzen. Ja. Ich hab euch lieb, geht in den Himmel und blickt auf mich herab und schenkt mir euren Segen." Mit den letzten Worten von Susan sah sie zwei gleizendesLichter emporsteigen,die sich unter dem Himmel zu einem verschmolzen und auch hinter einer dicken Wolke verschwand. THE END. Minni Schucki (14).

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Kommentare

freemon@ua.fm schrieb am 2006-07-04 15:08:14:
Die ausgezeichnete Geschichte!!! Meine Gratulationen!
Minni Schnucki schrieb am 2006-05-04 16:58:26:
@ Christoph
Ich gebe zu der letzte Satz war ein bisschen schnulzig. Ich werde das auf jeden Fall in meinem Vokabular streichen. ;-)
angelika schrieb am 2006-05-03 14:23:32:
Ich finde die Geschichte ganz, gut! Ein schöner Einfall vor allem, die beschreibung mit dem Spiegel! hmm....
Ich wäre wohl halb tot vor schreck umgefallen! Ich hab so ein bißchen Schrecken bei deiner Darstellerin vermisst! :-)
Ansonsten finde das du einen wirklich guten stil hast, der erweitert werden muss, aber schon vorhanden ist.

lg
sternenkind

Ps: danke für deinen Kommentar, wenn dir meine Geschichten wirklich gefallen, würde ich mich über einen weiteren Eintrag von dir sehr sehr freuen! Bis dann, und hoffe du schreibst weiter so gut! :-)
Christoph Schlüter schrieb am 2006-05-02 21:44:37:
Interessante und überraschende Idee. Guter Stil, gar nicht übel.
Wobei die letzte Rede doch arg schwulstig/pathetisch ist ( zu übertrieben gefühlvoll ).
Ohne dich beleidigen zu wollen, aber das klingt irgendwie wie in einer TV-Soap/Schmonzette. Rede würde ich vielleicht nochmal überarbeiten. Tschuldige, wenn ich so offen bin, aber so verstehe ich Kritik halt: gnadenlos ehrlich! ( Frag mal Daniel Steinwerth, der kann ein Lied davon singen! )
Insgesamt gefiel mir deine Geschichte aber sehr gut. Erstaunlich, wie weit du mit deinen vierzehn Jahren schon bist.
Man spürt bei dir große Gefühle, leidenschaftliche Emotionen und einen Sinn für originelle Plots (Handlungen ).
Etwas, das du mit Daniel durchaus gemeinsam hast, wenn du meinst, das du nie so gut sein wirst wie er.
Ich denke, ihr werdet beide auf unterschiedliche Art und Weise gut werden, aber bestimmte Parallelen kann man bei euch durchaus ziehen. Ich würde ( und werde ) gerne mehr von dir lesen. Bleib bitte weiter so produktiv.
Bis bald, Chris.

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