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Kategorien > Fantasy > Anderes

Das Grab

von The Last Wanderer

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Das Grab


Nach den Zeiten des Wartens und des Akzeptieren des Unvermeidlichen, hatte er begonnen, sich auf die Suche nach ihrer letzten Ruhestätte zu machen. Zeit spielte für ihn keine Rolle, denn er war zeitlos. Niemand gab ihm Hinweise auf den Ort und so begann die mühsame Suche. Akribisch suchte er aus der kleinen Menge von Anhaltspunkten einen roten Faden, dem er folgen konnte, und wanderte so von Ort zu Ort. Irrwege und Sackgassen waren dabei seine einzigen Begleiter, aber die Einsamkeit war er gewohnt. Mancherorts wurde er belächelt und hinter seinem Rücken wurde über diesen Sonderling getuschelt, aber niemand stellte sich ihm in den Weg. Selbst seine Mitbrüder aus dem Kloster forderten ihn in mancher Stunde auf, die Suche zu beenden und die Dinge ruhen zu lassen. Instinktiv jedoch wussten sie, kein Wort und auch keine Tat konnte ihn davon abbringen.

Er zählte nicht mehr die Orte und Länder, die er durchritt auf der Suche nach ihrem Grab, er war einzig von dem Gedanken beseelt, ihn zu finden. Er klammerte sich an einen Namen „Rosenhügel". An diesem Ort soll sie liegen, aber es verwunderte ihn kaum das es unzählige Orte mit diesem Namen gab.

Als er den Fuß in diesen kleinen Ort setzte, war er körperlich und auch geistig nahe am Ende seiner Kräfte und langsam begannen die Samen des gestreuten Zweifels in ihn zu keimen und sie flüsterten ihm zu „ höre auf und begebe dich nach Hause „ nach Hause? Er war zu einem Menschen geworden, der keine Heimat besaß, das wurde ihm auf der Suche immer mehr bewusst. Kein Landstrich und keine Stadt war für ihn mehr wichtig, es war ihm, egal wo er schlief und welche Gesichter ihn anschauten. Der Name des Ortes war ihm gleichgültig, das einzig wichtige war die Hoffnung hier etwas zu finden. Er fing wie immer an in den alten Archiven der ansässigen Kirche zu forschen und diesmal wurde er fündig. Es gab hier einen Ort mit dem Namen „Rosenhügel", aber für Freude war in dieser Sekunde kein Platz in seinem Herz. Worüber sollte er sich auch freuen? Etwa darüber das der Zweifel der Gewissheit gewichen war?

Der Weg zu diesem Platz war nicht weit und so durchschritt er rasch den Ort und befand sich kurze Zeit später an einem Ort der rein gar nichts mit Rosen zu tun hatte. Ein abgelegenes Stück Waldfläche umgeben von hohen alten Bäumen, die sich im beginnenden Wind bewegten. Hier waren seit langer Zeit keine Menschen mehr begraben worden und dennoch erschien ihm dieser Platz gut gewählt. So würde niemand die Ruhe von bestimmten Menschen stören, die selbst in ihrem Tod nicht gefunden werden wollten. Der Platz war nicht groß, aber wo sollte er anfangen zu suchen, denn es gab keinerlei Anzeichen für die Namen der Menschen hier. Er setzte sich in die Mitte des Platzes und versuchte etwas zu spüren, eine Winzigkeit der Bestätigung und des Wissens, aber anscheinend war er wieder einmal auf der falschen Fährte gewesen.

Ihm wurde bewusst dass diese Suche nach diesem einen Menschen ihn viel näher an sein Eigenes selbst herangeführt hatte, als alle anderen Studien im Kloster es je konnten. Er hatte mehr über sich gelernt als jemals zuvor und dadurch wusste er, das er nicht auf der Suche nach ihr war sondern immer nur auf der Suche nach sich selber.

Als er den Weg vom „Rosenhügel" hinab in die Ortschaft beschritt, warteten einige Anwohner auf ihn, begierig zu erfahren, was er gesucht und auch vielleicht gefunden hatte. Ein älterer Mann sprach ihn als Erster an „habt ihr den Menschen gefunden" das erste Mal nach Äonen huschte ein Anflug von Lächeln über sein Gesicht.
„Aye, alter Mann, ich habe den Menschen gefunden"

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Kommentare

Lexa schrieb am 2006-11-06 00:30:51:
Wunderschön, auch der Ort um begraben zu werden, schade,dass man diese Möglichkeiten nicht mehr hat. LG Lexa

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