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Kategorien > Aus dem Leben > Entwicklung

Das Grab unter der Buche

von Alucard

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Die Sonne sank langsam hinter die Berggipfel und ihr wärmespendendes Licht nahm immer mehr ab, bis nur noch ein Schimmer über dem Gebirge hing, der die Wolken in rote Farbe tunkte.
Die Buche stand einsam auf einem Hügel. Dieser Hügel war umgeben von vielen Kilometern frischer Wiese, die sich sachte im Abendwind wogen. So stand die Buche alleine auf dem Hügel, der inmitten eines grünen Meeres emporragte. Doch stand nicht nur die Buche auf diesem kleinen Fleckchen, erhöhten Landes. Direkt vor ihr war ein Stein in der Erde verankert. Man konnte erkennen, dass der Stein von Menschenhand behauen war, denn solch eine würfelartige Form, kam nicht in der Natur vor. Was diese Tatsache noch unterstrich, war die Inschrift in dem Stein. Doch war sie schon seit vielen Jahren verblasst und längst unleserlich geworden. So war längst vergessen worden, wessen Grab das war. Doch, dass es ein Grab war, daran zweifelte niemand. Die Alten erinnerten sich noch, dass sie ein Todesjahr vor langer Zeit erkennen konnten, doch war auch diese schon längst abgebröckelt und niemand mehr konnte sich erinnern, was einmal dort eingemeißelt war.
So vergingen die Jahre. Aus der großen Wiese wurde ein kleiner Vorgarten, der nun von Häuserfassaden eingegrenzt worden war und auch der Stein hatte seine Würfelform einbüßen müssen. Die Zeit hatte ihre Arbeit getan und nicht einmal so etwas Festes und Starkes, wie ein Stein war ihr gewachsen. So war er nur noch ein unförmiger Fels, doch die Gartenbesitzer fanden seine Form schön anzusehen und ließen ihn vor der Buche stehen, die schon so alt und groß geworden war, dass fortan kein Sonnenlicht mehr auf den Stein traf.
Eines schönen Tages kam der Bürgermeister der Stadt bei einem kleinen Spaziergang an dem Garten vorbei. Er bewunderte die schöne, alte Buche und dann fiel sein Blick plötzlich auf den kümmerlichen Rest des Grabsteines. Seine Augen wurden groß und urplötzlich hatte er es sehr eilig nach Hause zu kommen.
Zu Hause angekommen, kramte er ein altes Fotoalbum, aus einer noch älteren Kiste, voller alter Bücher aus. Zentimeterdicker Staub lag auf dem Buch und der Bürgermeister musste erst einmal Husten, bevor er das antike Buch öffnen konnte. Es war ein Album seiner Urururururuurahnen. Wahrscheinlich hatte er einige „Ur“ vergessen, aber das spielte keine Rolle.
Als er das erste Bild, auf der vordersten Seite erblickte schmunzelte der Bürgermeister. Der kleine Hügel hatte sich sichtlich verändert, doch die Buche war unverkennbar. Man konnte den würfelförmigen Stein im aufgehenden Sonnenlicht sehen. Neben dem Stein umarmten sich gerade eine junge Frau und ein ebenso junger Mann, in edlem Anzug, und küssten sich.
Auf dem Stein selbst prangte in wunderschönen, zierlichen Lettern:
Möge unsre Liebe, die am 2. September 1865 entflammte ewig halten. Ich liebe dich Margerite. Dein dir treu ergebener John
„Also, ich für meinen Teil, hätte solch eine Nachricht in die Buche geschnitzt, statt diesen leblosen Klotz vor den Baum zu stellen. Man hätte ja glatt meinen können, es sein ein Grab.“, der Bürgermeister schlug das Album lachend zu und verstaute es ernut in der Kiste.

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Kommentare

sina franke schrieb am 2007-08-29 18:54:21:
mir ist die baumart egal, ich finde die geschichte sehr schoen und moechte mich noch einmal ganz herzlich bei dir bedanken. vorallem fuer das kommentar -ich bin doch nicht anders- ganz vielen dank, dass baut mich auf.
ich werde mich jetzt weitern geschichten widmen.
liebe gruesse
sina
Alucard schrieb am 2007-01-07 17:18:22:
Danke an euch alle, Lexa, mein gott wer bist du? Woher hast du all dies Fachwissen?? *staun* Trotzdem würde ich den Baum nicht ändern, denn das mit der Buche bedeutet mir zu viel. aber trotzdem danke
Gruß Raphael
Alucard schrieb am 2007-01-06 01:20:15:
Heiho, ich wollte nur mal sagen, dass der 2. Teil meiner Armageddon-Trilogie draußen ist und unter meinem Namen auffindbar wäre, falls jemand daran interessiert ist, diesen zu lesen.
Danke für euer Gehör Raphael
Susi Sorglos schrieb am 2007-01-05 19:05:55:
Na, dann hat Lexa doch recht mit der Eiche. Die liebt Sonne, nicht so nasse Böden und hält sehr lange das Laub, bevor sie es im Winter abwirft. Aber eine sonst schöne Geschichte Alucard. Bye
Lexonie schrieb am 2007-01-05 19:02:09:
@ ihr beide: Im Winter ist kein Regenschutz vorhanden (mangels Blattwerk), Sandstein ist aufnahmefähig für Wasser und bei Frost platzt dann eventuell schnell was aus dem Stein. LG
Vicky schrieb am 2007-01-05 18:59:20:
@ Lexa, Du hast vergessen, wenn ein Stein so geschützt unter einem Baum steht, sodass wenig Feuchtigkeit daran kommt, dann verwittert er nicht so schnell.
Lexa schrieb am 2007-01-05 18:56:35:
Hallo Alucard, wenn Du Buche herausnimmst und Eiche einsetzt , passt Deine Geschichte wieder. Die Buche ist als Solitärgewächs, für Hügel, ungeeignet (Austrocknung durch Wind und zuviel Sonne) . Sie wird nicht so alt, sodass der Stein nicht von so starker Verwitterung zeugen könnte, selbst, wenn es ein "weicher" Sandstein gewesen wäre,( innerhalb von 90 -130 Jahren). Ab 80 bis 90 Jahren ist eine Buche schon Invalide und baut ab und wird krankheitsanfällig. Somit kann sie auch nicht über Jahrhunderte das gleiche Aussehen behalten haben. Die Geschichte ist aber sehr schön dargeboten. LG Lexa

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