Das Haus am See
von
frankie
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"Das Haus am See"
Langsam schloss sie die Fenster und zog die Vorhänge vor. Ihr war kalt geworden. Trotz der geschlossenen Fenster fröstelte sie und beschloss sich vor den warmen Kamin zusetzten.
Träumerisch starrte sie in die Flammen und versank in ihren Gedanken. Draußen war es jetzt fast ganz dunkel und wie immer legte sich die Stille der Nacht über das kleine Haus am See.
Früher hatte sie es hier schön gefunden. Traumhaft schön. So ruhig und abgeschieden und verträumt. Auch er hatte es immer wunderschön gefunden. Und er war immer so lieb bemüht gewesen dieses Haus für sie, seinen Engel zu kaufen. Aber sein Engel war sie schon lange nicht mehr. Jeder Abend wenn er heim kam, nach Alkohol und Drogen und anderen Frauendüften stinkend schlug er sie, zerrte ihren dünnen, von blauen Flecken übersehten Körper ins Bett und spielte mit ihr. Sein Spiel, was ihn anmachte, ihn wild wie ein Tier werden ließ und erst dann befriedigte, wenn sie am Rande der Ohnmächtigkeit war. Dann stand er auf, wusch seinen stinkenden, schweißtriebenden Körper und legte sich friedlich in sein; nein, ihr Bett.
Während sie voller Angst, Trauer und Verzweifelung es nicht mal wagte richtig zu atmen.
Heute war wieder so ein Tag, an dem er lange lange weg bleib und sie wusste, dass er es erst noch mit seiner Nutte aus dem Büro trieb, bevor er sich bei ihr den richtigen Kick holte.
Als sie das klicken im Schloss hörte stand sie schnell auf und lief in die Küche. Als er herein kam brülte er gleich: "Mach Essen, du nichtsnutziges Weib!" Dann ging er zum Kühlschrank, nahm sich ein Bier und setzte sich vor den Fernseher.
Jedes Mal traten ihr die Tränen in die Augen. Sie verstand ihn einfach nicht. Früher war er immer heim gekommen und hatte sie liebevoll umarmt, ihr einen Kuss aufgedrückt, das Haar gestreichelt und sie nach ihrem Tag gefragt; und wenn er anstrengend gewesen war, dann massierte er sie und leibkostete sie zärtlich. Das war jetzt vorbei. Er hatte seinen Job verloren und sich ganz dem Alkohol und den Nutten hingegeben.
Sie kochte Spaghetti. Das machte sie immer wenn es schnell gehen musste. Schließlich brahcte sie es ihm wie befohlen ins Wohnzimmer und stellte das Tablett vor ihm ab. Mit einer wirren Handbewegung gab er ihr zu verstehen, das er noch ein Bier wollte. Leise sagte sie: "Schatz? Du hast eben das letzte getrunken!" "Was?", brüllte er und wütend sprang er auf, mit einer Fratze im Gesicht, die es total entstellte und sein mittlerweile häßliches innere zeigte.
Er schlug ihr mitten ins Gesicht und sie fühlte das warme Blut aus ihrer Nase laufen. Es tropfte auf den Boden und den Tisch und versaute sein Hemd, was er achtlos auf den Boden geschmissen hatte. "Das machste du sauber!", fuhr er sie an. Wortlos nickte sie. In der Küche versuchte sie erst die Bluttung zu stoppen und suchte dann nach dem Spühllappen. Zurück im Wohnzimmer wichte sie unter den zornigen Blicken ihres tyrannischen Ehemannes den Boden und den Tisch sauber und das Hemd brachte sie in die Wäsche.
Sie hörte wie er aufstand und schon fürchtete sie, dass er nun beschlossen hatte seinen Treiben nach zu gehen, aber er ging am Bad vorrüber und sekunden später hörte sie wie die Haustür krachend ins Schloss fiel.
Seuftzend lehnte sie sich gegen die Waschmaschine und hoffte, das er niemals wieder kommen würde, aber sie wusste, dass er das immer tat.
Sie starrte in den Spiegel. Was sie sah ließ sie erschrecken. Eine dünne, abgemagerte Frau, mit eingefallenen Wangen, vorstehenden Hüftknochen. Das früher so glänzende blonde Haar wirkte stumpf und ungepflegt, die sonst strahlenden Augen erblasst von der Traurigen Realität. Sie starrte auf ihre Arme. Kleine Narben waren zu sehen, auf ihrer sonst so makellosen Haut.
Als sie sich das angetan hatte war sie geschlagen worden, nicht nur einmal, mehrmals, bis sie ohnmächtig war. Seit dem traute sie sich nicht mehr die Rasierklinge über ihre Arme zuziehen.
Wie gerne hätte sie das doch gemacht. Dann fühöte sich sich so frei und unverletztlcih, geborgen im Schmerz, ein Traum als Flucht vor der Realität und die war eiskalt und hart.
Gedanken verloren starrte sie auf die Rasierklinge am Waschbecken und ergriff sie shcließlich, beseelt von dem Wunsche heute alles zu beenden und nie mehr leiden zu müssen.
Traurig zog sie ein Bild von sich und ihm aus der Tasche. Es war das Hochzeitsfoto. Der Tag war so wundervoll gewesen und viele der darauffolgenden Jahre ebenfalls. Ihre letzte Erinnerunge an ihn, wie er früher war; so liebevoll und sanft. Dann steig sie hoch ins Schlafzimmer, zog sich ihren schönsten Pulli und ihre schönste Hose an. Beides hing sehr locker an ihr, da sie shcon viel zu dünn geworden war. Die Rasierklinge und das Foto fest in der Hand ging sie zur Tür und rannte hinaus. Rnter zum See. Dort stieg sie vorsichtig ein Stückfels hinauter, bis sie zu einem Vorsrung gelangte. Hier hatten sie oft gelegen, als er noch sanft und liebevoll war. Hatten sich gesonnt und gelacht.
Vorsichtig setzte sie die Rasierklinge an, das Foto vor sich liegend, in Tränen schwimmende Erinnerungen. Dann setze sei die Klinge an. Doch sie zog sie nicht über ihre feine Haut, sondern hielt inne und weinte bitterlich.
Dann stand sie auf und während sie zurück zum Haus ging, mit der blutrot untergehenden Sonne im Nacken dachte sie, “Aber morgen!”
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Kommentare
Astoria schrieb am 2007-01-03 17:56:41:
Gefällt mir die GEschichte, nur das Ende find ich, komisch. Hätte mich ur interesiert was er gedacht hätte wenn er sie tot im See oder zuhause im Schlafzimmer gesehen hätte.
lg Astoria
autor schrieb am 2006-12-01 17:34:21:
Sorry habe geschrieben "Sie hörte wie er aufstand und schon fürchtete sie, dass er nun beschlossen hatte seinen Treiben nach zu gehen ..." meinte aber "seinen Trieben" .. vom schnellen schreiben ... tut mir leid!!!
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