Das Haustier
von
Hermann Stikum
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Das Haustier
Vor 4 Wochen war es soweit, ich schaffte mir ein neues Haustier an. Max, mein Wellensittich, war zuvor gestorben, eigentlich wollte ich kein Haustier mehr haben. Na, egal, nun war es da, nachdem ich den alten Vogelkäfig gereinigt und etwas umgestaltet hatte, konnte sie einziehen.
Ich hatte beschlossen, daß es eine "sie", war, obwohl man das ja bei Haustieren oftmals äußerlich nicht festellen kann. So war es auch in diesem Falle.
Sie flog umher, krabbelte die Stangen entlang, schön wieder ein Haustier zu haben. Nun, so zahm wie Max würde sie nicht werden, auch würde sie nicht 16 Jahre alt werden. Trotzdem machte sie mir Freunde, während ich am Computer saß und schrieb, konnte ich ihr zusehen. Welche Eleganz, wenn sie sich aufmachte zum Fluge, oder wenn sie sich auch nur putzte. Flügel für Flügel nahm sie sich vor, dann kamen die Füßchen dran, welch ein sauberes Tier. Ich nannte sie Else. Täglich gab ich ihr Futter und frisches Wasser. Scheinbar dankbar flog sie umher.
Tag für Tag beobachtete ich Else, sie schien mir einsam. Vielleicht sollte ich ihr einen Partner besorgen. Ich beschloß, darüber länger nachzudenken. Die Futterkosten waren ja nun wirklich unerheblich. Andererseits schien es mir so, als wäre sie ein wenig zahm geworden. Oftmals saß sie mir gegenüber und sah mich an. Näherte ich ihr mein Gesicht, flog sie jedoch verschreckt auf und im Käfig umher. Aber, immerhin! Würde die aufkommende Zähmung durch ein zweites Tier nicht zunichte gemacht werden?
Else wurde zwar nicht zahmer, ich hingegen hatte sie liebgewonnen. Immer, wenn ich nach Hause kam, konnte ich ihr zusehen. Eine entspannende Ruhe ging von ihr aus. Klar, sie war nicht wie Max, aber Fische beispielsweise wurden ja auch nicht zahm. Ich gewöhnte mich an mein Haustier und konnte mir nicht vorstellen, künftig ohne es zu leben.
Ein Woche später, als ich ihr Futter in den Käfig legen wollte, kam es zur Katastrophe. Ich achtete beim Einschub des Unterteiles in den Käfig nicht auf die sich bietende Lücke. Da kam sie heraus und flog davon. Ich hatte die Gitteröffnungen des Käfigs so gründlich mit Klarsichtband an beiden Seiten abgeklebt, daß sie nicht entweichen konnte. Auch war ich immer vorsichtig beim Futtergeben. Doch diesmal hatte ich nicht aufgepasst und so flog sie davon, was anderes hätte eine Fliege auch tun sollen...?
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Kommentare
Hermann Stikum schrieb am 2006-12-15 12:31:46:
War länger verreist. Daher die späte Anwort.
Der Käfig war in meiner Phantasie vollständig mit durchsichtigen Klebeband abgedichtet. Die Idee stammt aus einem Traum ... da geht es nicht immer logisch zu ...
Danke an euch, für das Interesse
Liebe Grüße
Hermann
insa schrieb am 2006-05-28 20:18:42:
ich hätte auch eher auf einen zweiten wellensittig getippt....gut geschriegeben aber wie eine fliege im wellensittigkäfig gehalten weden kann ist mir schleierhaft
Liesa schrieb am 2006-04-24 15:24:16:
Am Anfang denkt man es würde sich um einen Vogel handeln, doch zum Schluss wird man überrascht in dem man
merkt, dass es sich um eine Fliege handelt. Insgesamt finde ich, dass diese Geschichte sehr gut geschrieben ist
und gut ausformuliert.
Raindancer schrieb am 2006-03-24 22:45:42:
gefällt mir *lol*
uneingeschränkt gut! *thumbs up*
Baschar schrieb am 2006-03-05 01:59:30:
nettes Ende...wenn man sich die verwirrte Person vorstellt, wie sie sich mit ihrer kleinen Fliege beschäftigt, finde ich, passt diese Geschichte eher in die Humor-Ecke! Is auf jeden Fall lustiger als die Stories, die da rumhängen...
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