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Das Kind des Mondes
von
Das Kind des Mondes
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Rasseln der Regentropen auf dem Dach des Bahnhofes.
Merkwürdig, mittlerweile ist es Mitte April und das Wetter ist grauenvoll. Hoffentlich wird es wenigstens in zwei Tagen besser, denn am 16. April ist mein sechszehnter Geburtstag und Regen wünsche ich mir allemal nicht.
Der Bahnhof ist leer. Schätzungsweise fünfundzwanzig bis fünfunddreißig Personen befinden sich auf den Wartesteg.
Ein weiterer Windhauch weht durch Bahnhof. Ich schaudere und ziehe meine Bench-Jacke zu, stecke meine Hände in die Hose und laufe die Treppe herunter. Hier ist eine weitaus grö-ßere Menschenansammlung zu sehen, die aber auch nicht sonderlich spektakulär ist. Eine Gruppe von Punks entgegnet mir, als ich mich Richtung Ausgang bewege. Ich starre sie förm-lich an. Ihre Frisuren – verrückt.
„Was glotzt denn so dumm?“, fragt ein Punk lautstark und gestikuliert dabei stark
„Halt‘ die Schnauze“, entgegne ich im Flüsterton, da ich Angst habe eine auf’s Maul zu be-kommen.
Ohne ihnen einen weiteren Blick zu würdigen laufe ich weiter und erhöhe mein Tempo enorm und verlieren einen letzten Gedanken an die vorige Situation, bevor ich ihn fallen lasse.
Ich trete aus dem Bahnhof heraus und mir begegnet die kalte Nacht. Der Regen prasselt her-unter und binnen weniger Sekunden bin ich durchnässt, als wäre ich samt meiner Kleidung in einen Kanal oder in die Weser gesprungen.
Stehend in der kalten, regnerischen Nacht, ziehe ich meine Schultern näher an meinen Kopf heran, umso meinen Hals vor dem Regen und dem Wind zu sitzen. Zum Glück hast du dich heute für eine regenfeste Jacke entschieden, denke ich, bevor ich loslaufe.
Als ich einen McDonalds sehe, merke ich, wie mir der Magen knurrt und mich förmlich zum Kauf eines Burgers zwingen will. Doch ohne Geld kann ich bei Mcces gar nichts erreichen. Also laufe ich weiter und versuche den Hunger zu unterdrücken und die Kälte und den Regen zu vergessen. Jedoch will es mir nicht recht gelingen.
Nach meinem halbstündigen Spaziergang erreiche in endlich mein wohlbehütetes Zuhause. Nachdem ich die Eingangstreppe bezwungen habe, greife ich erneu in meine Jeans, hole mei-nen Schlüssel heraus und schließe die Haustür auf. Augenblicklich wird mir die Wärme der Heizung entgegen gestrahlt, sodass ich mich mein Verstand zum Eintreten zwingt. Ich schlie-ße die Tür und stehe im dunklen Flur. Normalerweise strahl einem am Tage das zarte Gelb entgegen, doch bei völliger Dunkelheit wirkt es wie ein trauernder Grauton. Erneut hole ich das Handy aus meiner Jeans heraus und bemerke, dass es mittlerweile kurz vor eins ist. Meine Eltern dürften mittlerweile im Bett liegen und in ihren Träumen versunken sein. Ich ent-schließe mich, dass Licht nicht anzumachen und die Treppe äußerst leise empor zu steigen. Jedoch nicht, um meine Eltern aus ihrem Schlaf zu reisen, sondern möchte ich einer Befragung entgehen.
Als ich das erste Mal das Haus für längere Zeit verließ, blieb meine Mama die ganze Nacht wach und wartete in der Küche auf mich. Währenddessen suchte mein Vater mich in der Stadt und klapperte meinen gesamten Freundeskreis ab. Meiner Mama ist allerdings bewusst geworden, dass ich nach Hause kommen werde und das so kein Anlass für Sorgen besteht
.
Inzwischen stand ich vor meiner hölzernen Zimmertür, öffnete sie leise, schlich hinein und schloss sie. Wieder stand ich in völliger Dunkelheit. Einzig der Schein des Mondes und der Sterne drangen durch mein Fenster in meinen Raum hinein und fühlten ihn mit ihrem Licht. Ich beschließ, dass ich das Licht nicht anzuschalten und setze mich daraufhin auf mein 200cmx140cm Bett, welches mich mit freudigem Gruß aufnimmt. Ich ziehe meine Schuhe aus und augenblicklich setzt sich ein widerlicher, stinkender Geruch in der Nase fest. Wie sollte es auch sein, wenn man seine Schuhe über zwölf Stunden trägt. Anschließend ziehe ich meine leicht nassen Socken und meine Kleidung aus, sodass ich nur auf Boxershort unter meine Bettdecke krieche.
Auf der Seite liegend schaue ich aus dem Fenster hinaus und erblicke eine Vielzahl von Ster-nen und der Mond in Mitten von ihnen. Komischerweise meldet sich mein Magen erneut zu Wort und verlangt nach etwas Salzigem. Zu Spät!
Ich schließe die Augen und gleite in das Reich der Träume.
Die Dunkelheit umgibt meinen Körper. Stehend in völliger Dunkelheit, versuche ich mich umzusehen, doch ich erkenne nichts. Plötzlich taucht der strahlende Mond vor mir auf. An-schließend bildet sich eine Straße unter meinen Füßen und mein Traum, denn ich seit zwei Wochen habe, kontrolliert mein Unterbewusstsein.
„Aufstehen! Luan, aufstehen! Wir wollen jetzt frühstücken. Komm runter und mach dein Fenster auf, hier stinkt es wie im Pumakäfig“, schreit meine Mutter mit so einer Eindringlich-keit, dass ich aus meinem Schlaf gerissen.
Halbverschlafen und mit einer morgendlichen Erektion geplagt, laufe ich zum Fenster und öffne es. Urplötzlich setzt sich ein warmer Frühlingduft in die Nase, der mein Geist erwachen lässt.
Nachdem ich kurz inne halte, laufe ich zum Kleiderschrank, hole mir ein T-Shirt und eine Hose heraus.
Mir ist es nicht sonderlich wichtig, was die neusten Trends vorgeben, also entscheide ich mich für ein eine kurze Jeans und blaues T-Shirt mit der Aufschrift: Eine Stimme für Merkel, ist eine Stimme gegen die Umwelt.
Anschließend gehe ich zum Frühstückstisch und genieße das Frühstück in vollen Zügen oder hatte es vor.
„Wo warst du denn gestern?“, fragt meine Mama, die mir gegenübersitzt und mir direkt in meine grünen Augen glotzt. Meine grünen Augen habe ich nicht von meiner Mama geerbt. Ihre leuchten eher in einem schwachen Blauton – wobei man von leuchten nicht mehr spre-chen kann.
Weiterhin anstarrend gebe ich nach und gebe ihr eine einigermaßen zufriedenstellende Ant-wort.
„Ich war bei Elias in Wilhelmshaven und haben uns dort mit seinen Kumpels getroffen. Und nein Mama, ich habe nicht gekifft.“ Ihre Augen blicken in die meiner und ich kann ihre Skep-sis deutlich erkenne. Schnell wende ich mich meinen Brötchen, welches ich mit einer dicken Nutellaschicht versehen habe, um ihren Blick auszuweichen und hoffe, dass das Thema hier-mit beendet ist – getäuscht.
„Das ist aber kein Grund so spät nach Hause zu kommen, findest du nicht?“, ihre Augen mus-tern mein Verhalten und meine Reaktion. Ich hasse es.
Bevor ich antworten kann spricht sie weiter. „Aber, bevor wir wieder im Streit auseinander-gehen, verzeihe ich dir dein Fehlverhalten.“
Ich verzeihe dir dein Fehlverhalten. Zu gern würde ich ihr meine Meinung ins Gesicht sagen, ihr sagen, dass sie mich in Ruhe lassen soll, dass sie aufhören soll ihre psychologischen Schwachsinn anzuwenden, aber da mein Vater uns mit skeptischen Blicken überprüft und ich Respekt vor ihm habe, oder eher etwas Angst, sage ich nichts sondern nicke lediglich zu-stimmend.
„Und hattest du diese Nacht wieder den selben Traum?“
Ihren Blick hat sich von mir gelöst und widmet sich nun voll und ganz ihrem Salamibrötchen.
Für mich steht fest, dass ich nicht die
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Lilly schrieb am 2010-07-27 21:39:19:
Meiner Meinung nach ist die geschichte gut geschrieben
es wäre aber schön, wenn du mehr auf das Aussehen eingegangen wärst :)
Schreib aber weiter
L.S. schrieb am 2010-07-27 16:05:36:
Hey Schreiberling,
Deine Geschichte habe ich nur überflogen, nichtsdestotrotz möchte ich dir einen Kommentar hinterlassen. Ich habe das Gefühl, dass das eine deiner ersten, wirklich längeren Geschichten und ein erster Gehversuch in der Welt des Schreibens ist. Versteh' mich nicht falsch, das ist in keinster Weise negativ gemeint. Die Story zeigt an manchen Stellen einfach nur, dass bei dir zwar schon Potenzial und auch Talent vorhanden ist, allerdings noch Erfahrung fehlt, um das ganze zu schleifen und zu verbessern. Aber die kann man sich leicht erarbeiten, indem man immer weiter schreibt, sich Kritik einholt und diese konstruktiv verarbeitet. Ich versuche, mal ein paar Beispiele zu geben, was man bei dir noch verbessern könnte:
1. Der Anfang: Mit "Vollkommene Stille." zu beginnen, ist recht geschickt gewählt. Kurz und prägnant, der Leser ist direkt in der Handlung (noch bessere Einstiege sind nur wörtliche Rede und direkte Aktionen). Allerdings ist der zweite Satz ein wenig verunglückt. Dass der Regionalexpress in Dunkelheit versunken ist, ist eine Information, die du sehr einfach geschickter einbauen kannst. Dass dein Protagonist in einem Waggon sitzt, brauchst du auch nicht noch extra zu erwähnen. Wenn er im Zug sitzt, muss er zwangsläufig auch in einem Waggon sitzen - doppelt gemoppelt. Z. Bsp. (nur als Beispiel verstehen) kannst du auch schreiben: "Nur das Rattern der Räder des Regionalexpress war zu hören. Ich hatte den Kopf gegen die Fensterscheibe gelehnt und sah hinaus in die Dunkelheit." So oder ähnlich.
Gefallen hat es mir, dass du hier sofort fragen aufwirfst, warum Luan denn noch so spät und ohne Ticket im Zug sitzt. Das hält den Leser bei der Stange. Den Seitenhieb auf die Bahn kannst du dir sparen oder geschickter und beiläufiger einbauen.
2. Stil: Du schreibst recht umgangssprachlich, sprichst den Leser direkt an. Das gefällt mir am Anfang recht gut, ist aber auch nicht immer der Burner. Aber ansonsten denke ich, passt er recht gut zu einem jugendlichen Helden.
Ich finde es toll, dass du immer wieder sehr klare Bezüge zu realen Schauplätzen, Marken und Ähnlichen herstellst, dass du genau schreibst, wo der Zug hinfährt, dass du erwähnst, von welcher Marke die Jeans ist, etc. Das schafft Atmosphäre. Ein Autor wählt immer das Spezifische, nie das Allgemeine (z. Bsp.: Nicht "Die Bäume reihten sich zu beiden Seiten der Straße auf", sondern "Linden/Erlen/Buchen/Eichen/etc. reihten sich zu beiden Seiten der Straße auf.")
Du schreibst lebhaft, das ist schon mal klasse und du versuchst auch, keine eindimensionalen Charaktere aufzubauen.
Vermeide allerdings zu viel Blabla ... Der Leser will nicht wissen, wie viele Zentimeter deine Figur jetzt genau groß ist, er will keine riesigen Blöcke, in denen sie bis aufs letzte Härchen beschrieben wird. Nimm dir irgendeinen Roman zur Hand, vielleicht Dan Brown. Die Figuren werden dort höchstens in drei Absätzen äußerlich beschrieben, viele Infos werden nur nebenbei eingeflochten, z. Bsp.: ""Du hast Recht!", sagte sie, während sie sich eine ihrer braunen Locken aus der Stirn strich." Kurz und knackig - bloß nicht den Leser langweilen.
Ich würde mich freuen, auch den nächsten Teil hier zu lesen, dann kann ich vielleicht noch mehr Senf dazu abgeben.
LG
hanna schrieb am 2010-07-22 18:42:02:
finde ich schön. weiter so
TIM schrieb am 2010-07-17 16:20:14:
Hallo,
Ich habe gerade deine Geschichte lesen und muss sagen, dass ich sie im gesamten doch recht gut finde.
Dennoch rate ich dir:; ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN ....
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung :D
Schreib weiter !
Das Kind des Mondes schrieb am 2010-07-17 01:13:35:
Tut mir leid, dass in einigen Wörtern in Bidestrich vorkommt ...
Ich hatte es aber so in mein Worddokument eingestellt
Viel Spass beim Lesen
fallu schrieb am 2010-07-17 01:10:19:
Oh, sehr schön geschrieben,
ich hoffe, dass du weiterschreibst :)
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