Das Mädchen mit den schwarzen Haaren
von
Kaneda Stingray
Einmal alle paar Monate habe ich so einen Traum, der mich einfach nicht mehr
los läßt. Ein Traum, bei dem man sich an alles erinnern kann, als ob man es
selbs erlebt hat. Ich habe ihn aufgeschrieben, so wie ich ihn empfunden
habe.
Ein Mädchen mit schwarzen kurzen Haaren und einem schönen seidigen schwarzen
Kleid. Sie steht verängstigt hinter einem Metallzaun im dunklen Schatten
eines englisch aussehenden Reihenhauses. Es ist Nacht. Ich sehe sie, gehe
auf sie zu und spreche sie an. Sie zittert. Ich versuche sie zu beruhigen.
Sie sagt nicht genau was sie hat. Ich merke dass sie verfolgt wird. Aber von
wem? Ich sage ihr dass sie raus kommen kann, ich bin ja da. Ich werde sie
beschützen. Egal vor wem sie weg läuft. Sie versucht über den Zaun zu
klettern. Schaft es aber nicht. Ich höre von weiter weg Geräusche. Ich
bekomme Panik. Lasse es mir aber nicht anmerken. Ich helfe ihr über den Zaun
zu steigen. Nehme sie und hebe sie hinter den Zaun hervor. Egal was
passiert, ich werde sie beschützen.
Wir gehen die dunkle Strasse entlang, durch die Nacht. Wir schweigen uns
an. Ich schaue hoch in den Himmel. Der Mond ist rund und voll. Er strahlt
förmlich wie eine Sonne an einem klaren Wintertag. Dennoch ist es dunkel
auf den Strassen. So dunkel das man manchmal kaum mehr seine eigenen
Gedanken hört. Ich schaue nach vorne. Ich sehe nichts als Dunkelheit.
Plötzlich sehe ich etwas. Wir bleiben stehen, gucken es uns genau an, und
gehen weiter drauf zu. Es ist eine Wasserbahn. Eigentlich mehr eine
Wasserrutsche. Angezogen wie wir sind steigen wir ins Wasser und lassen uns
runter rutschen. Sie rutscht genau vor mir. Auch wenn ich ihr Gesicht nicht
sehen kann, weiß ich dass sie sich freut, sie lacht. Ich gucke an mir
herunter. Meine Hose, Hemd, Schuhe, ich merke wie sie Nass werden. Das
Wasser trägt mich. Ich kann nicht schwimmen. Gehe ich unter? Ich fühle mich
geborgen. Lehne mich zurück ins Wasser. Ich kann nicht untergehen. Die Fahrt
ist nicht schnell, aber auch nicht langsam. Ich fühle mich, als ob ich
schwebe. Ich merke die Nässe des Wassers nicht mehr. Hinter der letzten
Kurve merke ich das die Fahrt gleich zu ende ist. Sie endet in einem
Wasserbecken. Nun sind wir nicht mehr alleine. Es sind viele Menschen um
uns, sie freuen sich, sind hier weil sie Spaß haben wollen. Sie sehen aus,
als ob sie die Dunkelheit und die Furcht nicht kennen. Sie wissen nicht dass
wir auf der Flucht sind. Uns verstecken. Wir gehen aus dem Becken, und
einen Gang entlang. Wir sind in einem Club. Es ist laut. Selbst wenn wir
wollten, könnten wir uns nicht unterhalten. Das brauchen wir auch nicht. Ich
fühle dass wir uns besser kennen als jeder andere. Eine Band spielt. Wir
hören kurz zu. Dann gehen wir durch den Raum weiter Richtung Ausgang. Auf
dem Weg durch einen langen schmalen Flur treffen wir einen komisch vertraut
aussehenden älteren Mann. Ich glaube ihm gehört das alles hier. Er
verschenkt Eintrittsmarken für die Wasserbahn. Sie bekommt eine. Ich nicht.
Sie freut sich riesig darüber das sie noch mal fahren darf. Sie geht zu dem
Eingang der Bahn. Sie beeilt sich, weil sie nicht so lange anstehen möchte.
Jeder möchte gerne fahren. Sie dreht sich zu mir um, lächelt mich an. Dieses
Lächeln. Sie geht davon aus das ich schon nachkomme. Sie weiß nicht dass
ich gar keine Karte habe. Es macht mir nichts aus. Ich freue mich dass sie
noch mal fahren darf. Ich sehe sie nicht mehr. Darum gehe ich zum Ausgang
und warte dort auf sie.
Doch sie kommt nicht. Das warten macht mich nervös, ungeduldig. Keine Spur
mehr von der Zufriedenheit und Leichtigkeit von vorhin. Ich gehe ganz raus
aus dem Gebäude. Als ich draußen stehe merke ich wieder die Dunkelheit. Wie
sie mich umschließt. Ich bin wieder allein. Kein Mensch mehr weit und breit.
Ich höre die Musik auch nicht mehr. Ich schaue die Strasse weiter runter. Da
seh ich sie. Sie läuft die Strasse entlang. Sie hat Angst. Unbezwingbar. Ich
laufe ihr hinterher, versuche sie zu erreichen. Rufe nach ihr. Wie heißt
sie? Sie läuft immer weiter ins Dunkel. Ich kann sie nicht erreichen. So
einsam und alleine. Ich sehe die Häuser am Straßenrand nicht mehr. Alles
Schwarz. Wovor läuft sie weg? Etwa vor mir?
Kommentare
Moonwish schrieb am 2008-08-30 12:48:32:
Hi.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du das wirklich geträumt hast, kann das sein?
Wenn ja, war es ein sehr interessanter und aussagekräftiger Traum.
Wenn nein und es ist ausgedacht, möchte ich gerne noch mehr darüber lesen!
LG Moonwish
Melanie schrieb am 2008-08-13 13:54:39:
Mir gefällt die Geschichte irgendwie besser als die anderen geschichten. Aber nur sind da zu viel ,,ICH´´ drinnen ansonsten Super... : )
Dreamgyrly@aol.com schrieb:
Hy!
In dem Text sind ziemlich viele gedankengänge entahlten,was nicht schlecht ist. die wenung zum schluss überraschte mich allerdings,dieser gedanken "etwas vor mir". Die ganze story lies eigentlich meiner meinung nach nicht darauf schließen,dass dieses mädchen mit den schwarzen haaren ansgt vor der erzähler/in hat...
Natascha
s-i-p-s@t-online.de schrieb:
Hi!!
Die Geschichte ist dir sehr gut gelungen!!! Ich fand das auch serh sehr interessant!! Schreib die Geschichte doch weiter!!!
Jeanne!
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