Das Märchen der wunderschönen Puppen
von
Demeter
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Es war einmal ein Puppenmacher,
der war im ganzen Lande berühmt für seine hübschen Puppen.
Sogar Königshäuser beauftragten ihn, für ihre Prinzen und Prinzessinen Puppen anzufertigen.
Eines Tages kam ein kleines Mädchen in seine Werkstatt.
"Lieber Herr Puppenmacher, würdet ihr mich lehren, so hübsche Puppen zu bauen, wie ihr es tut?"
Da der Puppenmacher inzwischen alt geworden war und seine Kunst weitergeben musste, bevor er starb, bejahte er.
Er lehrte das Mädchen alles, was er wusste, auch das Geheimnis,
warum die Menschen seine Puppen so mochten.
Er gab den Puppen eine Seele.
Dadurch waren sie nicht nur tote Gegenstände, sondern lebten innerlich, was die Menschen unbewusst wahrnahmen.
"Aber wie gibst du den Puppen eine Seele?", fragte das Mädchen.
Da führte er das Mädchen aus dem Haus.
"Rufst du die Seele eines Toten herbei?", fragte das Mädchen, als er mit ihr einen langen Pfad entlang ging.
"Tötest du Jemanden und fängst seine Seele, bevor sie ins Totenreich übertritt?", fragte das Mädchen, als er mit ihr über eine Brücke ging.
"Oder kennst du gar den Ort, an dem Seelen geboren werden, Herr Puppenmacher?", fragte das Mädchen, als er mit ihr durch die Berge ging.
"Nichts von alledem.", antwortete der Puppenmacher, als sie an einen Bergsee kamen.
"Eine menschliche Seele ist dafür nicht geeignet, mein Kind."
Daraufhin belegte er das Wasser des Bergsees mit einem Zauber.
Das Wasser wellte sich, kräuselte sich und schlug um sich, bis eine seltsame schreiende Frau aus den Fluten stürzte.
Der Puppenmacher fing sie ein und sperrte sie in seinen Ring, in den ein großer verzauberter Rubin eingelassen war.
"Ich sammle Naturgeister und arbeite sie in meine wunderschönen Puppen ein.
Vier Naturgeister an der Zahl und die Puppe erhält eine für Menschen spürbare Aura.
Das gerade war ein Naturgeist vom Volk der Najaden. Sie schützen Quellen und Bäche."
Er wandte sich um und stand den Bergen gegenüber.
"Nun fange ich einen Naturgeist von Volk der Oreaden."
Und er belegte den Berg mit einem Zauber und sperrte die Frau, die aus den Steinen, Schluchten und Vorsprüngen stürzte, in seinen Ring.
"Meister, gehören die Oreaden zu den Bergen?"
"Ja, mein Kind. Und nun komm, der Weg ist noch weit."
Der Puppenmacher und das Mädchen folgten einem Flusslauf, der im Meer endete.
Als sie an der Küste standen, belegte der Puppenmacher das Wasser des Meeres mit einem Zauber.
Das Wasser sprudelte, wand sich und schlug Wellen bis abermals eine seltsame, schreiende Frau dem Wasser entstieg, welche er in seinen Ring sperrte.
"Welchem Volk gehörte dieser Geist des Meeres an?"
"Dem Volk der Nereiden, mein Kind.
Und bevor wir nun Heim kehren, werden wir noch einen großenWald mit vielen Bäumen durchqueren."
Und so geschah es.
Als der Puppenmacher und das Mädchen mitten im Wald standen, belegte er die Bäume des Waldes mit einem Zauber.
Die Bäume knackten, raschelten und bogen sich, bis abermals eine seltsame, schreiende Frau zum Vorschein kam.
Wieder sperrte er sie in den verzauberten Rubin.
"Sie gehörte zu den Dryaden, den Waldgeistern.
Und nun ist es genug, mein Kind.
Dies war meine letzte Arbeit und du wirst meine Nachfolge antreten und mein einzigartiges Werk fortführen. Du musst nur immer Acht geben, dass ja niemals der Rubin des Ringes zerbricht.
Denn dann werden die Naturgeister entweichen und grausame Rache nehmen."
"Aber Meister, warum haben die Geister geschrien, als ihr sie in den Ring gebannt habt?"
"Warum?" Der Puppenmacher lachte. "Mein Kind, ich habe sie ihrer Freiheit beraubt, ihrer geliebten Natur entrissen, um sie ihr restliches Leben in ein totes Stück Holz, geschaffen von Menschenhand, einzusperren.
Komm, ich vermache dir meinen Ring, auf dass du meine Kunst fortführst.", sprach er und starb.
Das Mädchen aber lauschte am Ring und vernahm die andauernden Schreie der vier Naturgeister.
Daraufhin nahm sie allen Mut zusammen und warf den Ring auf einen Stein.
Der Rubin zerbrach und die Naturgeister waren frei.
"Liebe Geister...", begann das Mädchen, das nie böse Absichten gehegt hatte.
Doch die Dryade durchbohrte sie sogleich mit ihren Ästen.
"Liebe Naturgeister, so hört mich an...", bat das Mädchen.
Doch die Nereide tauchte sie durch sämtliche Weltmeere.
"Bitte lasst Gnade walten...", flehte das Mädchen.
Doch die Oreade steinigte sie und warf sie vom höchsten Gipfel der Erde.
"Hört mich an!", schrie das Mädchen verzweifelt.
Doch die Najade ertränkte sie in einer Quelle.
Der Bach, der dort entsprang, schwemmte das Mädchen bis vor die Tür der Werkstatt des Puppenmachers.
Man wunderte sich sehr über den Verbleib des Puppenmachers und das Schicksal seines Lehrlings, des armen kleinen Mädchens.
Und niemals wieder gab es so wunderschöne Puppen auf Erden, wie der Puppenmacher
sie geschaffen hatte und das Mädchen sie hätte schaffen können.
Und zwei Dutzend Jahrzehnte lang heerschte Trauer im Land.
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Kommentare
Kim schrieb am 2010-01-07 17:37:14:
Ich fant die Geschichte toll
Demeter schrieb am 2007-06-03 15:02:39:
Naja, also zu den "Puppen" hat mich im Grunde der Manga "Rozen Maiden" und der Anime "Ghost in the Shell" inspiriert. Ich kenn ja deine Meinung zu Mangas relativ gut...aber bei "Ghost in the Shell" gibt es einen Puppet Master. Vielleicht wird ja dasselbe Thema wie in dem Lied angesprochen?
Demeter
Dr.Soltberg schrieb am 2007-04-27 20:28:05:
Also Demeter,
Du glaubst nicht was du für einen, zweifellos nicht beabsichtigten, zynischen Zusammenhang geschaffen hast.
Als ich von den Puppen las, musste ich diese Geschichte natürlich ausführlich studieren.
Und es hat un angenehme, fast angst einflösende Ähnlichkeit mit dem Lied Master of Puppets.
Und das, is alles andere als gutherzig.^^
Trotzdem wie immer perfekt geschrieben und schön ausgedacht.
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