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Kategorien > Liebe > Übernatürliches

Das Maisfeld

von malli

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Der Fußball flog weiter als gedacht, aus dem Feld heraus in einen der Nachbarsgärten. Jonas stöhnte und seine Freunde setzten sich erschöpft auf den Rasen.
„Und jetzt?“, fragte einer und wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht.
„Ich hole ihn.“, meinte Jonas und joggte auf das Haus zu; je näher er kam, desto mehr viel ihm auf, wie kaputt und alt es sein musste.
Heimlich kletterte er über den Zaun und landete im Garten.
Auf einem Schaukelstuhl saß ein Mädchen, sie ließ sich das Gesicht von der Sonne bescheinen und ihre Füße lagen ausgerechnet auf dem Fußball.
„Entschuldigung, dürften wir den Ball wieder haben?“, fragte Jonas zögernd, weil er dachte sie würde vielleicht schlafen.
„Soll ich dir etwas zeigen?“, hörte er ihre Stimme und sie sah ihn an. Ihr blondes Haar fiel auf ihre schmutzigen Knie und sie schütze die Augen vor der Sonne.
Jonas zeigte auf den Ball: „Ich will eigentlich nur den Ball haben.“
„Eigentlich?“, fragte sie. „Das Wort gibt es eigentlich gar nicht!“ Sie lachte laut und es hörte sich so schön an, dass Jonas lächeln musste.
„Komm.“, sie sprang auf und bevor er etwas sagen konnte, hatte sie seine Hand genommen und lief mit ihm davon.
Auf der andren Seite des Hauses lag ein Maisfeld.
„Ich wollte schon immer wissen, ob in der Mitte eines Feldes wirklich eine Hexe sitzt!“, kicherte sie, sah dann aber ernst in das Feld. Sie kniff die Augen zusammen, konnte aber nichts erkennen.
„Wieso sollte denn?“, fragte Jonas lachend.
„So sagt man es im Volksmund…hast du noch nie etwas davon gehört?“, wagemutig machte sie einen Schritt in das Maisfeld hinein. Jonas sah auf ihre ineinander verschränkten Hände, es war komisch, aber er fand es nicht einmal unangenehm.
„Oh warte, der muss draußen bleiben.“, das Mädchen warf den Ball zurück in den Garten.
Dann liefen sie durch das Feld, keuchend rannten sie durch die kleinen Spalte zwischen den Maispflanzen und sahen, wie die Sonne immer tiefer sank.
„Hier.“, das Mädchen zeigte auf ein Stück Rasen, mitten im Feld.
„Ist es hier?“, fragte Jonas und sah sich um.
„Keine Hexe da. Ich bin ein wenig enttäuscht.“, dann lachte sie und warf sich ins Gras. Jonas sah auf das blonde Mädchen mit den erhitzten Wangen hinab.
„Wie heißt du?“, fragte er lächelnd.
„Amalia, Jonas. Ein schöner Name, nicht wahr…“, sagte sie und schloss die Augen.
Jonas runzelte die Stirn: „Woher kennst du meinen Namen?“
Amalia lachte, dann stand sie auf und streckte die Arme gen Himmel. „Ich bin die Hexe im Feld!“, sie lachte lauthals und Jonas stimmte mit ein.
Als sie still wurden, standen sie sich gegenüber und sahen sich an.
„Hexen müssen nicht immer alt und hässlich sein.“, meinte Amalia und ging einen Schritt auf Jonas zu.
„Und ich hoffe, dass sie auch keine kleinen Jungs essen.“, grinste Jonas und zog sie an sich.
Amalia lachte und er betrachtete ihre kleinen Grübchen in den Wangen.
„Ich möchte dich küssen.“, flüsterte er.
„Aber dann werde ich ein Frosch.“, murmelte sie, näherte sich aber seinem Gesicht. Als ihre Lippen sich berührten, fühlten beide die Freiheit, die es nur in der Mitte eines Maisfeldes gab.
Jonas öffnete die Augen und ließ sie los, doch Amalia war weg.
Lächelnd drehte er sich um und ging aus dem Maisfeld.



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Kommentare

jenny schrieb am 2010-01-02 22:46:01:
echt gut. vielleicht denkst du ja an eine fortsetzung... wär toll=)
Gimliy schrieb am 2008-08-08 22:46:14:
Wow, echt toll. Deine Geschichte ist mal was Besonderes. Schön und prickelnd.
also, mach weiter so!
lg: Gimliy
alina schrieb am 2008-08-07 23:59:45:
gefällt mir gut!!:)

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