Das Monster
von
Julia
1
Das Monster
Bei Nina zu Hause gab es ein Monster! Es lebte im Schrank. Aber es war kein gewöhnliches Monster, nicht so eins mit riesigem Maul, langen Zähnen und schrecklichen Augen. Ninas Monster war ein ganz kleines. Eigentlich wusste ja gar keiner wie es aussah, denn es kam nur heraus, wenn es keiner bemerkte. Aber es musste klein sein, der Schrank war ja schließlich nur 1m hoch. Natürlich hätte Nina einfach den Schrank öffnen können und das Monster daraus verscheuchen können, ein 1m großes Monster ist ja nun wirklich nicht besonders furchterregend, aber vor Jahren hatten es sich im Schrank einmal Wespen gemütlich gemacht. Da hatte der Vater die Schranktür einfach abgeschlossen, damit die Wespen nicht ins Zimmer konnten. Ein paar Tage hatte es noch ziemlich laut gesummt in dem Schrank, dann wurde es immer leiser und irgendwann verstummte es ganz. Da wollte der Vater den Schrank wieder öffnen, die toten Wespen in einen Eimer kippen und den Schrank säubern. Daraus wurde nur leider nichts, denn der Schlüssel war inzwischen verschwunden. So blieb der Schrank zu, was Nina freute, denn sie ekelte sich ein bisschen bei der Vorstellung, dass auf dem Boden des Schrankes hunderte tote Wespen lagen. Eigentlich konnte man ja auch gar nicht wissen ob sie wirklich tot waren, vielleicht schliefen sie ja nur.
Auf jeden Fall blieb der Schrank geschlossen. Jedenfalls wenn keiner im Zimmer war. Aber wenn gerade keiner hinsah, da war sich Nina ganz sicher, öffnete das kleine Monster irgendwie von innen die Tür und kam heraus. Aber das Monster erschreckte Nina nicht etwa, so wie es ordentliche Monster normaler Weise tun. Nein, das Monster war nicht eins von diesen überall auf der Welt vorkommenden Erschreck-Monstern, dieses Monster war ein Wüst-Monster. Immer, wenn keiner im Zimmer war oder Nina dem Schrank gerade den Rücken zugekehrt hatte, kam es heraus und machte eine riesen Unordnung in Ninas Zimmer. Es holte alle Kleider aus dem Kleiderschrank neben der Tür und schmiss sie auf den Boden. Die ordentlich von der Mutter zusammengefalteten Sockenpaare, faltete das Monster wieder auseinander und legte sie in den Mülleimer. Einmal hatte es die Socken sogar schon aus dem Fenster geschmissen. Die Spielsachen verstreute das Monster in der gesamten Wohnung und die Kuscheltiere ließ es in der Toilette schwimmen gehen. Die Bücher legte es aufgeschlagen auf den Küchenfußboden und zu allem Unglück malte es auch noch mit den Buntstiften kleine Zeichnungen hinein.
Kurz und gut es veranstaltete ein einziges Chaos. Und das jedenTag. Ninas Mutter war kurz vor dem verzweifeln, denn sie musste es ja schließlich alles wieder aufräumen, Nina weigerte sich. Für Nina aber war das schlimmste, dass ihre Mutter nicht an das Monster glaubte. Ninas Mutter glaubte, dass Nina selbst jedes Mal diese Unordnung schuf. Nina beteuerte immer wieder, dass es nicht ihre Schuld sei, aber die Mutter wollte ihr nicht glauben und bekam jedes Mal nur eine Falte auf der Stirn. Auch der Vater wollte ihr nicht glauben.
Alles versuchten die Eltern um Nina zu erklären, dass es so nicht weiter gehen könne, aber Nina schob immer nur ihre Unterlippe vor, drehte sich beleidigt weg und erklärte, dass es das Monster war, welches ihr Zimmer jedes Mal so verunstaltete. Bald standen die Eltern kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Was sollten sie mit diesem Kind nur anstellen?
Aber wie ein Wunder kam Nina eines Tages selbst darauf, dass etwas passieren musste. Und so ging sie in ihr Zimmer und fing an die Kleider vom Boden aufzuheben und wieder in den Schrank zu legen. Auch die Socken holte sie aus dem Mülleimer, faltete sie zusammen und packte sie ebenfalls in den Schrank. Dann suchte sie die Spielsachen zusammen und schmiss sie in die Kiste, die Kuscheltiere, die ihre Mutter in einen Korb getan hatte, stopfte sie in die Waschmaschine und zu aller letzt nahm sie ein Radiergummi und radierte all die Zeichnungen wieder aus den Büchern heraus; dann stellte sie diese ordentlich wieder ins Regal.
Die Eltern verfolgten all das mit offenem Mund und konnten gar nicht mehr aufhören zu staunen. Aber als die Mutter Nina fragte, was denn los sei, sagte diese, als ob es das normalste von der Welt sei: "Ich räume auf!" Die Mutter kam zu dem Schluss, dass der Himmel ihre Tochter mit einem Engel ausgetauscht hatte.
Nun, der Himmel hatte sie nicht ausgetauscht: Nina hatte im Kindergarten einfach nur einen Jungen kennengelernt und weil Nina ihn wirklich mochte, hatte sie ihn eingeladen. Das einzige Problem dabei war nur ihr Zimmer und so hatte sie sich vorgenommen endlich einmal Ordnung zu schaffen.
Natürlich wusste sie das am nächsten Tag wieder alles wie vorher sein würde, denn das Monster hatte bestimmt etwas gegen Ninas aufgeräumtes Zimmer. Aber hauptsache, so dachte Nina, es ist sauber solange Tim hier ist.
Doch ein Wunder kommt selten allein: Denn was musste Nina bald feststellen? Beim Aufräumen finden sich allerlei verlorengeglaubte Sachen. So fand sie unter anderem die seit Jahren verschwundene Armbanduhr und siehe da, unter dem Bett fand sie außerdem noch einen kleinen Schlüssel. Gerade wollte sich Nina darüber wundern wozu der Schlüssel wohl gehörte, als ihr Blick auf den Schrank fiel. Natürlich passte der Schlüssel, als sie ihn in das kleine Schlüsselloch steckte. Aber natürlich hatte sie auch immer noch etwas Angst vor den Wespen und so rief sie lieber den Vater. Der holte auch sogleich Eimer und Putzlappen. Nina verzog sich schnell in die andere Zimmerecke. Da lachte der Vater und mit einem weiteren Blick auf den Schrank meinte er: "Weißt du, eigentlich bist du doch schon viel zu alt für den kleinen Schrank, wir werden ihn einfach zum Sperrmüll stellen."
Falls du also einmal einen kleinen Schrank finden solltest, überlege dir genau ob du versuchst die Tür zu öffnen, wer weiß was darin ist...
1
Kommentare
celine schrieb am 2008-09-23 14:12:35:
OOOOh wie schön super aber silver7@gmx.net hat recht enwas zu groß für ein kind
silver7@gmx.net schrieb am 2008-04-07 20:07:06:
Ich finde die Story sehr süß. ^^ Eine richtig schöne Kindergeschichte. Allerdings würde ich überlegen, ob du das Monster nicht noch was kleiner machst. Den für ein kleines Kind ist ein 1 Meter großes Monster ja doch recht groß. ;)
Den Grund warum Nina ihr Kinderzimmer aufräumt, finde ich für ein Kind ihres Alters auch was merkwürdig. Die Reaktion der Eltern ist ein wenig übertrieben. Ich würde sie etwas reifer wirken lassen, dass sie zwar darüber verwundert sind, aber nicht so erstaunt wie du es beschreibst. Meiner Meinung nach werden Eltern in Kinderbüchern nicht so stark pontiert dargestellt, so unterscheiden sie sich ja kaum von der kindlichen Reaktion.
Ansonsten ist die Geschichte richtig niedlich. Wie du beschreibst, was das Monster für eine Unordnung anrichtet ist wunderschön zu lesen. Wie ein richtiges Kinderbuch. Hat Spaß gemacht sie zu lesen.
Julia schrieb am 2008-04-07 20:04:57:
Ich finde die Story sehr süß. ^^ Eine richtig schöne Kindergeschichte. Allerdings würde ich überlegen, ob du das Monster nicht noch was kleiner machst. Den für ein kleines Kind ist ein 1 Meter großes Monster ja doch recht groß. ;)
Den Grund warum Nina ihr Kinderzimmer aufräumt, finde ich für ein Kind ihres Alters auch was merkwürdig. Die Reaktion der Eltern ist ein wenig übertrieben. Ich würde sie etwas reifer wirken lassen, dass sie zwar darüber verwundert sind, aber nicht so erstaunt wie du es beschreibst. Meiner Meinung nach werden Eltern in Kinderbüchern nicht so stark pontiert dargestellt, so unterscheiden sie sich ja kaum von der kindlichen Reaktion.
Ansonsten ist die Geschichte richtig niedlich. Wie du beschreibst, was das Monster für eine Unordnung anrichtet ist wunderschön zu lesen. Wie ein richtiges Kinderbuch. Hat Spaß gemacht sie zu lesen.
sandra schrieb am 2007-10-04 21:49:44:
die geschichte ist total langweilig zu viele unnötige angaben ich zitiere mal enben eine wie z.B der schrank war ja nur 1m hoch und so voll der abfack
Kommentar hinzufügen