Das Nettelbeckrätsel
von
Feivel
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Kommissar Karl Droschke schaute ihr lange ins Gesicht und strich über ihre blasse Wange. Belinda war tot, daran gab es nichts zu rütteln.
Die Frau seines besten Freundes Paul Mann der auch gleichzeitig sein ehemaliger Kollege war, wurde ermordet.
Sie war eigentlich eine der unscheinbarsten Frauen auf diesem Planeten, dennoch musste sie sterben.
Karl setzte sich auf eine Bank und dachte nach, er kam zu keinem Ergebnis.
Nico Todt der Pathologe setzte sich schweigend neben ihn.
„Kannst du schon was sagen? “, fragte Karl, sich von seinen Gedanken lösend.
Nico war froh, dass der Kommissar das Schweigen brach und ihm so einen leichteren Einstieg verschaffte.
„Sieht aus als wäre sie von weitem niedergestreckt worden mit einem Scharfschützengewehr, allerdings wird uns das erst die Analyse der Kugel genauer bestätigen. Karl sie wurde rücklings erschossen.“
„Klingt nach einem Anschlag, aber warum sollte jemand so etwas tun.“
„Das herauszufinden ist eure Abteilung, also ich muss jetzt los Karl.“
Nico stand auf und verließ den Tatort.
Karl begutachtete noch einmal den Tatort, besonders die Stelle an der Belinda gefunden wurde. „Ingo“, rief er, schau dir das hier mal bitte an.“
Kommissar Ingo Jensen kam herbei geeilt und schaute auf die Stelle welche ihm Karl mit dem Finger deutete.
„Was meinst du“, fragte Ingo, „Ich seh nicht das geringste.“
„Ich meine die Fußabdrücke; hier direkt neben diesem Teich, in dem man sie fand.“ „Die sind mir auch schon aufgefallen; stammen vermutlich vom Täter.“
„Ja vermutlich“, knurrte Karl, Mensch Ingo mach die Augen auf.“
„Sie kann unmöglich hier ermordet worden sein.
Nico sagt, die Wunde stammt vermutlich von einer Fernschusswaffe; einem Scharfschützengewehr. Genaueres steht noch nicht fest, aber nehmen wir an es war tatsächlich so, dann hätte sie stürzen müssen oder?“
„Ja das stimmt“, entgegnete Ingo verblüfft, „Hier ist kaum ein Strauch umgeknickt in diesem Gebüsch. Diese Fußabdrücke bedeuten, dass sie jemand hier abgelegt hat. Also kein Tatort, sondern nur ein Fundort.“
„Sehr richtig, also ich sehe; aus dir wird noch mal ein anständiger Polizist.“
„Das wirft natürlich neue Fragen auf die es schnell zu beantworten gilt.“
Karl schaute nach weiteren Spuren, aber da war nichts was man auf den ersten Blick hätte sehen können. Er musste die Anwohner der Nettelbeck befragen, doch auch sie schienen nichts mitbekommen zu haben.
Er notierte sich drei Fragen auf seinem Zettel:
Warum Belinda? Wo wurde sie erschossen? Warum brachte sie der Täter hierher? Karl hatte dringend das Bedürfnis mit Paul zu reden, der ihm vielleicht irgendwelche Anhaltspunkte geben konnte.
Er wies Ingo an die weitere Spurensicherung zu überwachen und sich mit Nico in Verbindung zu setzen, dann verlies er die Nettelbeck in Richtung Innenstadt. Er entschied sich zu Fuß zu gehen, wegen dem schönen Wetter und außerdem war es ja nicht weit bis zu dem kleinen Laden welchen Paul und Belinda eröffnet hatten. Als Paul den Polizeidienst quittierte um mit seiner Frau diesen Ramschladen zu eröffnen war es nicht leicht für Karl dies alles zu begreifen, aber er arrangierte sich schließlich damit und Ingo Jensen schien ein ebenso fähiger Kollege zu sein wie Paul.
Er musste zwar noch einiges lernen, doch der Weg den er einschlug war genau der richtige.
Nun da die Welt ein bisschen in Ordnung zu sein schien musste Belinda sterben und Karl wollte, nicht nur aus Beruflichen Gründen, unbedingt wissen wieso.
Er trat ein und sah wie Paul ganz normal einen Kunden abkassierte, als wäre nie etwas geschehen.
„Hallo Karl komm rein“, grüßte er hocherfreut, „wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen.“
Paul schien noch nichts vom Tod seiner Frau zu wissen und das machte es für Karl nicht eben leichter.
„Ja der Dienst, du kennst das ja“, Karl zwang sich ein lächeln ab, „Berichte schreiben ohne Ende.“
„Typisch Karl, immer eifrig und dienstbeflissen, also komm setz dich und sag mir wie es dir geht.“
„Paul ich bin nicht zum plaudern gekommen und du bist derjenige welcher sich lieber setzen sollte.“
Karl wurde schwindlig bei dem Gedanken, dem besten Freund den Tod seiner Ehefrau mitteilen zu müssen.
Paul schloss die Ladentür, als der letzte Kunde gegangen war und schob Karl in einen hinteren Raum, welcher offenbar Lager und Büro zugleich war.
Er setzte sich hinter seinen Schreibtisch während Karl auf einem Stuhl vor dem selbigen Platz nahm.
„Zigarre gefällig“, Paul hielt ihm den Kotzbalken unter die Nase, „sind die Besten.“ Karl winkte ab: „Ich rauche nicht mehr, davon abgesehen ist unser Wiedersehen kein Grund zum Feiern.
Paul hör zu; ich muss dir ein paar Fragen stellen die dir nicht gefallen werden.“
„Also schieß los alter Knabe“, antwortete Paul und legte die Zigarre zurück in den Humidor. „Also schön; du musst nicht antworten okay?“ Karl begann fürchterlich zu schwitzen und seine Stimme begann zu zittern: „Wann hast du Belinda zuletzt gesehen?“
Paul, dem Karls Schweißausbruch nicht entging, war bei dem Namen seiner Frau zusammen gezuckt.
„Ist etwas mit ihr“; fragte er aufgeregt, „Karl nun antworte schon was ist mit ihr?“ Paul war aufgesprungen und schrie seinen Ex-Kollegen an:
„Nun rede schon du verdammtes Aas, was ist mit meiner Frau?“
Er hätte Karl fast am Kragen gepackt, besann sich aber und ließ sich zurück in seinen Stuhl fallen.
„Sie ist tot Paul“, entgegnete Karl etwas abwesend.
Beide schwiegen nun für etwa eine halbe Stunde und jeder war froh über dieses Schweigen. Keiner wollte jetzt noch reden, bis Karls Handy klingelte.
Er wollte erst nicht dran gehen, aber das klingeln verstummte nicht und so hatte er keine andere Wahl. „Du entschuldigst mich“, sagte er zu Paul, „ich komm gleich wieder.“
Paul hatte das alles nur aus der Ferne registriert, da er noch immer in seine Trauer vertieft war. Karl ging in den Verkaufsraum und drückte die grüne Taste auf dem Telefon. „Droschke“, sagte er barsch obwohl das nicht in seiner Absicht lag. „Hallo Karl hier Ingo, ich hab mit Nico gesprochen; so wie es aussieht wurde Belinda tatsächlich mit einem Scharfschützengewehr erschossen. Es ist also möglich, dass es sich um einen Anschlag handelt.“
„Ja soweit waren wir doch schon; aber hast du neue Erkenntnisse am Fundort sammeln können?“
„Leider Nein, aber hör zu es wurden Spermaspuren bei ihr gefunden, das heißt wir müssen sie mit Pauls DNA abgleichen um das schlimmste auszuschließen.“
„Danke dir Ingo, ich melde mich wieder“, sagte Karl und legte auf.“
Ihm wurde plötzlich Kotzübel bei dem Gedanken einer möglichen Vergewaltigung. Karl ging wieder ins Hinterzimmer wo Paul inzwischen am Fenster stand und apathisch hinausblickte.
Karl stellte sich neben Paul und legte ihm den Arm auf die Schultern.
„Kommst du zurecht Kleiner?“ wollte Karl wissen.
„Ich muss zu Nico, offenbar gibt es neue Details zu Belindas Tod.
Wenn du Kannst, komm doch bitte heut Nachmittag bei Nico vorbei.
Du musst die Leiche offiziell identifizieren und einen DNA-Test
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Kommentare
eli schrieb am 2008-03-20 08:25:51:
normalerweise sind krimis nicht so mein genre, aber dieser krimi hat was. gut geschrieben und vorallem auch sehr spannend. mach weiter so
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