Das Opfer
von
Seth
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Es war der Tag des Opfers. voll Sorge erwachte Mika aus dem Schlaf. schnell rannte sie in die Stube und sah nach ihren Töchtern. sie waren noch beide da. Mika atmete auf.
Nach einer Weile ging Mika auf die Straße. Die wenigen Menschen, die sich auf die Straße wagten, gingen zum Opferhügel, um zu sehen, wer dieses Jahr die Unglückliche war. Auf dem Opferhügel standen schon einige Menschen, als Mika dort ankam: Pater Droon, der wie jedes Jahr, die Totenmesse schon vorbereitet hatte, Hauptmann Fiske, der bei jedem Mord zur Stelle sein musste, auch wenn es noch so wenig Aussicht gab, ihn aufzuklären, Nerred, der am unteren Ende der Stadt lebte und jedes Jahr aus Neugier hierher kam, Aobrithil, ein junger Sadist, dem es besonderen Spass zu machen schien, jedes Jahr über das jeweilige Opfer und dessen Angehörigen zu lachen, und der alte Heftor, der jedes Jahr von seiner Mutter dazu gezwungen worden war, das Opfer anzusehen, bis er schliesslich vor ungefähr zehn Jahren den Verstand verloren hatte.
Sie alle standen um den Hexenzirkel, der ganz oben auf dem Opferhügel wuchs und sich nicht abtöten lies. wie jedes Jahr lag in ihrer Mitte der Körper einer jungen Frau, von einem schwarzen Tuch verhüllt. Sie alle wuusten, was jetzt kommen würde: Pater Droon würde das Tuch beiseite ziehen. Darunter würde eine nackte, junge Frau zum Vorschein kommen, zerkratzt, geschändet, der Bauch aufgeschlitz und die Innereien fort. Dann würde man nach den Eltern schicken und ihnen die traurige Nachricht überbringen. Aobrilith würde lachen, Heftor schmunzeln, was er immer tat, egal, was geschah. Hauptmann Fiske würde Aobrilith fartschicken und Nerred würde mit gestillter Neugier nach Hause gehen. Mika würde dem Pater bei der Totenmesse zur Hand gehen. Jedes Jahr das gleich, und doch hatte man den Täter noch nicht gefunden.
Dann war es soweit. Pater Droon zog das Tuch beiseite, alle hielten den Atem an.
Nerred begann zu schluchzen. Seine Tochter Sele lag in dem Hexenzirkel. Er fiel auf die Knie und bittere Tränen liefen über seine Wangen.
Aobrilith lachte auf, aber es klang falsch, denn jeder wusste, dass er Sele geliebt hatte. Nach einem Moment gab er es auf und warf sich neben dem Vater auf den Boden. Er kroch zu der Toten hin und wollte sie aufheben, aber der Hauptmann hinderte ihn daran. Aobrilith fiel zu Boden und blieb liegen, vor Verzweiflung nicht fähig, sich zu rühren.
Pater Droon begann die Totenmesse zu halten und nachdem er geendet hatte, half er dem Hauptmann, die Leiche fortzuschaffen. All das würde im nächsten Jahr wieder passieren und dann war es wieder Zeit, Angst zu haben. Eigentkich war es immer Zeit, Angst zu haben, denn etwas schlimmes konnte immer passieren. Aber die Gewissheit, dass jedes Jahr eine Tochter der Stadt sterben würde warf einen dunkles Tuch der Trauer über die Stadt. So war es immer und so würde es immer sein.
Neftor schmunzelte.
Mika stellte sich zu ihm hin und sagte: "Ich beneide Dich, Heftor, ich beneide Dich wirklich, dass Du bei all dem, die Kraft hast zu schmunzeln, dass Du bei all dem nicht von der ewigen Trübsal ergriffen wirst."
Sie ging
Heftor schmunzelte und starrte auf den hexenzirkel. Er hatte sie nicht gehört.
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Kommentare
Lexa schrieb am 2006-10-17 13:58:26:
Gute Geschichte, hab schlecht geschlafen und merke wie sich mit dieser Geschichte etwas großes anbahnt. LG Lexa
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