Das Rosenamulett
von
kleine - maus 06
1
2
3
4
1. Kapitel Eine schwere Geburt
Ein kleiner Weg aus Kieselsteinen führte vom Anfang des Waldes bis hindurch zu einer großen Bergkette, die hinter dem Wald lag. Von weitem konnte man schon den großen Eingang einer Höhle erkennen, die wahrscheinlich durch Menschenhand eingemeißelt wurde. Der Weg führte direkt auf die Höhle zu. Wenn man genauer hinschaute konnte man daneben einen kleinen Stall erkennen, vor dem seltsame Pferdeähnliche Wesen grasten. Sie schienen nichts von den Spannungen in der Höhle zu ahnen.
Die Innenwände der Höhle waren steinkalt. Das konnte man sich gar nicht vorstellen, weil draußen das heißeste Wetter des Jahres war. Ganz hinten in einem Eck, lag zusammengekrümmt eine schwangere junge Frau. Sie zitterte am ganzen Körper. Ihre Wehen kamen in kurzen Abständen, und deswegen schrie sie so laut sie konnte, um den Schmerz zu vergessen.
Sie wusste nicht mehr wie sie hier her kam. In ihren Schmerzen vergas Marja sogar, dass sie schwanger war. Wieder zog sich ihr Magen zusammen, als würde in ihr jemand einen Knoten binden. Es war sehr kalt in der Höhle, doch Marja spürte genau das Gegenteil. Sie schwitzte, wie sie noch nie in ihrem Leben geschwitzt hatte. Dann endlich nach so langer Zeit kam ein Mann herein, und beugte sich zu ihr. “Mach dass es aufhört, bitte.” schrie sie ihn an, und krallte ihre Fingernägeln in sein Hemd aus Einhornfell. Der Mann atmete hörbar auf. Er wusste nicht was er tun sollte. Es war zum ersten Mal dass er Vater wurde. Anfangs war er noch sehr glücklich gewesen, doch als er sah wie schlecht es seiner Frau dabei ging, hätte er sich selbst Ohrfeigen können. Er befreite sich von ihrer Hand, und stand auf. “Laurin, bleib hier!” rief die Frau flehend nach ihm. Er wollte bei ihr bleiben, aus tiefstem Herzen doch er ging nach draußen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Er konnte es nicht lange ertragen seine Frau in solchen Qualen zu sehen.
Vor der Höhle war eine alte Frau. “Sie hat Schmerzen, hilf ihr doch.” sagte der Mann flehend zu ihr. Doch die Alte lächelte nur. “Sie wird es schon überleben. Jede Frau hat bei einer Geburt Schmerzen.” erklärte sie ihm, als wäre es das normalste auf der Welt. “Aber doch nicht solche. Ich habe das Gefühl das sie sterben wird.” meinte Laurin, und fuhr sich mit den Händen durch die Haare. “Geh schon, sie braucht jetzt deine Nähe, damit sie sich beruhigen kann. Wenn du bei ihr bist, wird sie ruhiger, versprochen.” Laurin senkte jedoch wieder den Kopf, weil als er gerade in der Höhle war, hatte er ein anderes Gefühl. Drinnen schrie die Frau wieder auf. Intensiv schaute er wieder auf die Frau. “Geh schon, sonst wird sie nie ruhig sein.” Laurin schaute die Frau wütend an. “Du bist ihre Mutter, und machst dir überhaupt keine Sorgen?” Wieder lachte sie. “Ich habe selber Schmerzen gehabt, als ich sie zur Welt gebracht habe.” sagte sie noch mal.
Darauf hin ging Laurin wieder in die Höhle. Seine Frau Marja hatte inzwischen begonnen die Beine von alleine zu öffenen, da die Schmerzen es von ihr verlangten. Dieses mal schrie sie noch lauter wie vorher. Bei diesem Schrei von Marja dachte Laurin dass das Kind schon draußen war, aber er dachte falsch. Man konnte nur den Anfang des Kopfes erkennen. Doch weiter ging es nicht, so sehr Marja auch presste. Plötzlich bemerkte Laurin dass Marja´s Atem immer schwächer und langsamer wurde. Sie war so sehr auf das Pressen konzentriert, dass sie vergas zu atmen. Dass so etwas schlimmes passieren konnte, hätte er nie gedacht. In Panik ging Laurin zu ihr, um ihr Gesicht zu streicheln, damit sie ruhiger wurde, und um ihr Mut zu zu sprechen.
“Marja, du musst regelmäßiger atmen, dann tut es weniger weh.” versuchte er ihr zu erklären. Doch sie schüttelte nur den Kopf. Sie versuchte was zu sagen, aber heraus kam nur ein Schrei. Schnell ging Laurin wieder nach vorne um nach dem Kind zu schauen. Es war nur ein paar Millimeter weiter rausgepresst worden, die Nase wurde eingedrückt, das konnte Laurin sehen. Aufgeregt rannte er schnell nach draußen zu der alten Frau die gerade angefangen hatte Gänseblümchen zu pflücken. Laurin seufzte. “Jetzt ist sie wirklich in Schwierigkeiten. Bitte komm schnell und Hilf meiner Frau. Sie stirbt sonst, das weiß ich!” sagte Laurin völlig hilflos. Jetzt blickte die alte Frau zu ihm auf. Laurin war völlig außer Atem. “Sie bekommt nicht mehr richtig Luft, und das kleine Kind auch nicht so wie ich das gesehen habe.” Die Alte machte große Augen. “So was ist überhaupt noch nie vorgekommen, das kann gar nicht sein.” sagte sie und machte sich auf den Weg um in die Höhle zu gehen um sich selbst ein Bild daraus zu machen.
Als sie drinnen ankam, stockte ihr der Atem. Marja hatte das Bewusstsein verloren, und konnte nicht mehr von alleine pressen. “Ach du meine Güte!” schrie die alte Frau entsetzt und schlug sich dabei die Hände ins Gesicht. Schnell lief sie zu Marja um nach ihr zu schauen. “Laurin, hol mir schnell kaltes Wasser von dem Fluss vor der Höhle, um ihren Körper abzukühlen.” Noch während die Alte das sagte ging Laurin aus der Höhle. Dort lag eine Schüssel, die er gleich nahm; und damit zum Fluß ging, der in der Nähe war. Als er am Fluß ankam schöpfe er daraus Wasser und ging so schnell er konnte zurück in die Höhle.
“Ich habe das Wasser.” sagte er, und ging wieder näher zu seiner Frau. “Gut, jetzt wasche ihr das Gesicht, damit sie sich abkühlt, vielleicht kommt sie dann wieder zum Bewusstsein.” befahl die Alte. Sofort tat er was sie zu ihm sagte. Mit seiner Hand tauchte er in das kalte Wasser, und berührte damit sanft ihre Stirn. Doch sie rührte sich nicht. Laurin versuchte es immer wieder doch sie erwachte nicht.
Die alte Frau war inzwischen damit beschäftigt das Kind heraus zu holen. Sanft packte sie es am Kopf, und zog daran. “Es ist sehr schwer ohne der Hilfe der Mutter das Kind heraus zu holen.” meinte sie. Sie versuchte es mit ihrer ganzen Kraft. Doch das Kind kam nur langsam heraus. Stück für Stück, wurde die Nase befreit. Leise und langsam fing es an die erste Luft seines Lebens ein zu atmen, aber nur schwach. “Wie sieht es bei Marja aus? Hilft das Wasser?!” fragte die alte Frau voller Sorgen. Laurin schüttelte den Kopf. “Sie wacht nicht auf. Ich habe solche Angst um sie, was ist wenn sie stirbt?!” fragte er unter Schock. Doch die Alte hörte ihn nicht, weil sie beschäftigt war das Kind vorsichtig aus dem Mutterleib heraus zu bringen. Marja begann ganz schwach weiter zu atmen, doch Laurin merkte es nicht, weil er immer noch im Schockzustand war. Man konnte es nicht sehen, doch sie atmete unregelmäßig und sehr schwach. Laurin berührte sie immer noch mit kaltem Wasser. So schnell es Laurin konnte, tauchte er seine Hand ins Wasser und berührte ihre Stirn. Doch es war völlig zwecklos, da Marja immer noch nicht aufwachte. Er sah schon bald, dass es nicht wirklich was brachte. So viel Angst hatte er noch nie um sie gehabt.
Nach kurzer Zeit hatte es die Alte es geschafft das Kind bis zum Bauch erhaus zu holen, man konnte es
1
2
3
4
Kommentare
Lexa schrieb am 2006-10-30 15:44:25:
Nachtigall ick hör Dir trapsen. Eine sehr spannende Geschichte, die bestimmt noch sehr ausbaufähig
ist. Eine schöne Bedeutung, das Neugeborene und die Mystik des Rosenamuletts zu verbinden. Das kann nur gut ausgehen. Gut geschrieben. LG Lexa
Kommentar hinzufügen