Das Schicksal einer Glühbirne
von
Marvin Krug
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Hallo, ich bin eine Glühbirne. Genauso wie tausende meiner Weggefährten, werde ich in einer Fabrik hergestellt. Bestehen tue ich aus einem runden Glas. In meinem Inneren befindet sich ein Glühdraht und mein Unterteil besteht aus einem Metallgewinde. Von einigen meiner Vorfahren habe ich gehört, dass man mich in ein Gestell schraubt, wofür das Metallgewinde zuständig sein soll. Auch haben sie mir gesagt, dass der Draht in meinem Inneren manchmal, wenn jemand auf einen Knopf drückt, anfängt zu glühen. Dann werde ich hell und warm und die Menschen freuen sich, dass sie nicht mehr im Dunklen sitzen. Das freut mich, denn ich will Gutes tun.
Ich bin schon ganz aufgeregt, denn nachdem ich gerade in einen Pappkarton gepackt wurde, geht meine Fahrt ins Ungewisse auch schon los. Mit einem LKW fahren wir zunächst in ein dunkles und kaltes Lager, aber ich habe gehört, dass wir nur zwei Tage hier bleiben sollen. Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn hier ist es wirklich sehr unangenehm.
Nach zwei Tagen geht nun die Fahrt weiter und nach weiteren 5 Stunden kommt der LKW zum Stehen. Nun geht endlich die Tür auf, wir werden gepackt und in einen Laden mit dem Namen „Media Markt“ gebracht. Davon habe ich schon gehört, das ist der Laden, der damit wirbt, nicht blöd zu sein. Zusammen mit meinen Freunden werde ich nun in ein Regal gestellt. Langsam wird mir klar, dass ich nun bald zum Einsatz kommen werde, das macht mich glücklich, aber dennoch bin ich sehr nervös, denn ich weiß nicht, wo meine Reise hingehen wird.
Allmählich füllt sich der Laden und hunderte von Menschen laufen an mir vorbei, manche bleiben kurz stehen und betrachten mich, andere heben mich hoch und stellen mich anschließend unsanft zurück in das Regal. Im Laufe des Tages wird das Regal immer leerer und immer mehr meiner Weggefährten verlassen mich, bald stehe ich alleine in dem Regal. Langsam gebe ich die Hoffnung auf, heute noch gekauft zu werden, doch gegen Ende des Tages, eine halbe Stunde bevor der Laden geschlossen wird, kommt ein kleines Mädchen mit einem Lachen im Gesicht auf mich zu. Es schaut mich interessiert an und nimmt mich schließlich mit zu seiner Mutter. Ein Gefühl von Glück und Aufregung schießt durch meinen Körper, nun ist es nur noch ein kleiner Schritt bis ich endlich eine Familie habe.
Das nächste, was ich mitkriege ist, dass ich auf dem Fließband der Kasse liege und von einem roten Licht geblendet werde. Dies macht mich so benommen, dass ich erst aufwache, als ich von zwei großen, rauen Händen aus meiner Verpackung gezogen werde. Diese Hände gehören wohl dem Vater meiner neuer Familie. Nun werde ich sorgfältig in eine Lampe geschraubt und hänge jetzt kopfüber in der Küche der kleinen Familie über dem Esstisch. Kurze Zeit später leuchtet auch schon mein Draht auf und ich werde so hell, wie die Sonne. Erst jetzt begreife ich, dass das kleine Mädchen auf den Lichtschalter gedrückt hat und ich jetzt die gesamte Küche erleuchte. Glücksgefühle steigen in mir auf, denn ich sehe, dass das kleine Mädchen sehr erfreut über mein Licht ist und auch Vater und Mutter scheinen glücklich zu sein.
Von nun an bin ich das Licht in einer Küche, dies macht mich stolz, denn nun habe ich endlich eine Aufgabe. Ich kann all den Menschen, die sich in der Küche aufhalten zusehen und ihren Gesprächen lauschen. Doch das alles passiert nur, weil ich den Menschen Licht spende und ihnen ein Gefühl von Geborgenheit gebe. So geht das alles noch mehrere Jahre weiter und man könnte meinen, dass ich ein perfektes Leben habe, wenn nicht dieser eine Tag gewesen wäre.
An diesem besagten Tag liest der Vater, wie jeden Morgen, die Zeitung, allerdings gibt es an diesem Tag einen Artikel zum Thema „Energiesparlampen“. Dieser Artikel sollte mein Leben verändern, denn er behauptet, dass Energiesparlampen viel besser als Glühbirnen seien, denn sie würden viel weniger Strom verbrauchen und wesentlich länger halten. Als der Vater abends von der Arbeit zurück kommt, sehe ich, dass er eine dieser Energiesparlampen in der Hand hält. Ein Gefühl von Angst durchflutet meinen Körper und ich merke, dass meine Zeit wohl bald zu Ende sein wird. Schnell werde ich aus meiner Halterung gedreht und achtlos in den Mülleimer geworfen. Ich sehe noch, dass die Energiesparlampe meinen Platz einnimmt, dann geht die Klappe des Mülleimers zu und ich liege in Dunkelheit, umgeben von Joghurtbechern und Essensresten. Dies ist also der Dank dafür, dass ich jahrelang treu meinen Dienst getan habe.
Am nächsten morgen werde ich durchgeschüttelt und in ein orangefarbenes Auto der Müllabfuhr geworfen, dort herrscht ein bestialischer Gestank. Da liege ich nun zwischen Verpackungsmüll, Essensresten und einigen anderen Glühbirnen. Mit der Zeit wird es immer voller und der Druck auf mich wird immer größer. Plötzlich merke ich, wie mein Glas die ersten Risse bekommt und mein Draht zerbricht. Ich mache noch meinen letzten Atemzug, dann bin ich tot, begraben in einem Müllauto.
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Kommentare
Marvin Krug schrieb am 2009-01-12 15:47:51:
ähm die hab ich selbst geschrieben, der autor lautet also Marvin Krug
hallo ihr leser schrieb am 2009-01-11 14:04:57:
Hab ne frage ?????
Von wem wurde diese Kurzgeschichte geschrieben??????
Wäre echt nett wenn du es wüstest!!???
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