Das Schicksal von Lancun - Part Zwei
von
Bone1979
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Part Zwei
(© by Alexander Döbber)
Sie sahen vor Anker liegende Segelschiffe im Hafenbecken. Schiffe, die mit Hilfe von Menschen – Maschinen – Tieren, be- und entladen wurden. Kutschen, Groß bis Klein, offene und geschlossene. Überplante und Offene Ziehpritschen mit einem Rad oder zweien. Karawanen aus Kamelen, Lamas, Pferden, Ochsen, Eseln. Verhandelnde Menschen. Bekannte und Fremde Tiere. Unterschiedliche Volksgruppen des Kontinents Lancun. Soldaten in Rüstungen. Frauen und Männer in teuren Gewändern und in Lumpen gekleidet. Dicke, dünne, gepflegte oder verwahrloste Personen. Hier spielte das Leben.
Am Horizont sah Sie entfernte Segelschiffe. Kleine wie Große. Zu dem tummelten sich im Hafenbecken auch gewöhnliche Boote. Händler fuhren von Schiff zu Schiff, um den Besatzungen an Bord ihre Waren anzubieten. All das war gewaltig für Jungs in Ihrem Alter.
Da hörten Sie wie jemand am Wagen emporkletterte. Dann kamen Hände zum Vorschein, die sich am Rand festhielten und hochzogen. Sie gehörten einem Mädchen. Ihre Kleidung und Ihr äußeres ließen nur einen Schluss zu. Die Eltern waren vermögend. Ein Kind aus der Mittelschicht trug keine Kleidung aus feinem Stoff mit edlen Stickereien. Anderseits war sie alles andere als sauber. Stellenweise war der Stoff schmutzig und zerrissen. Richard glaubte sogar Blutflecken zu sehen. Auch ihr Gesicht war dreckig. Die Augen funkelten wie die Spiegelung der Sonne vom Meer.
Das Mädchen strahlte Selbstbewusstsein aus, trug Ihren Kopf erhobenen Hauptes. Sie war stolz. Wovon Richard sofort fasziniert war. Mohammed hingegen ließ keine besondere Reaktion erkennen.
„Du entkommst uns nicht.“, sagte eine tiefe kindliche Stimme.
Sie wandten sich um. Am anderen Ende vom Wagen waren Drei Straßenjungen hinauf geklettert. Ihnen fehlte es an körperlicher Pflege, bei Straßenkindern nichts Ungewöhnliches. Die Drei blickten Mohammed und Richard an. Sie im gleichen Alter zu sein. Der Anführer begann zu grinsen.
Am anderen Ende vom Wagen waren Zwei Jungs hinaufgeklettert. Damit war die Straßengang in der Überzahl. In der Mitte hielten sich die Jungs und das Mädchen auf. Keine günstige Ausgangsposition.
„Von euch beiden bekommen wir Wegzoll und eine Platznutzungsgebühr für unseren Wagen.“, erklärte der Anführer grinsend. Seine Kameraden lächelten hämisch.
„Wir wussten nicht, dass das eure Wagendach ist.“, erwiderte Richard naiv. Dabei war er ein helles Köpfchen.
Die Straßenjungs lachten alles andere als freundlich. Schnell wurde Ihm klar, worauf es die Jungs abgesehen hatten. Ärger.
„Jetzt wisst Ihr Bescheid.“ Dabei entblößte er seine schlechten Zähne. Bei den Vorderzähnen klaffte sogar die eine oder andere Lücke. Sie kamen auf Sie zu.
Da stellte sich Mohammed in den Weg. Was die Jungs wenig beeindruckte. Es freute sie eher. Bevor Richard sich versah, kam es zum Kampf.
Sein neuer Freund erwies sich als geborener Kämpfer. Dem rechten Jungen schlug er in die Leber. Dem Anführer verpasste er eine Kopfnuss, brach Ihm damit die Nase. Rammte dem linken Jungen das Knie in den Magen. Keiner der Drei hatte erwartet das Mo so schnell war. Selbst Richard war überrascht von der Schnelligkeit.
Er wandte sich rum, sah, wie das Mädchen von Zwei Jungs attackiert wurde. Wobei der rechte nicht zum Zuge kam. Ohne weiter darüber nachzudenken, stürzte er sich in den Kampf. Das Mädchen war imstande sich zu wehren. Sie verpasste dem Jungen einen ordentlichen Schlag ans Kinn, er taumelte.
Richard raufte gerade mit einem Jungen, als ein Schrei ertönte. Das Mädchen war von Ihrem Gegner so kräftig geschubst worden, dass sie zu Boden fiel. Dumm nur, dass das Holz morsch war, wodurch sie durch das Dach krachte und Drei Meter in die Tiefe stürzte.
***
In ihren Ohren war ein komisches rauschen oder kratzen. Sie konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Eine kalte Taubheit erfasste auf einmal ihre Gliedmaßen. Der Schmerz in ihm verflog. Als ihr Blick wieder klar war, sah sie das Gesicht von einem der Jungen über dem Loch im Dach. Sie sah, wie er seinen Mund bewegte, hörte aber nichts.
Plötzlich riss er die Augen auf. Etwas stimme nicht. Sie versuchte durch die aufkommende Panik den Kopf zu bewegen. Ein heißer Schmerz durchzuckte sie und bis die Zähne zusammen.
Auf einmal spürte das Mädchen einen warmen fremden Atem auf ihrem Gesicht. Blanke Panik ergriff sie. Aus ihren Augenwinkeln bemerkte sie eine Bewegung. Hier war noch jemand...
Und schlich scheinbar um sie herum. Dabei blieb es stets im Schatten. Langsam bekam das Mädchen wieder ein Gefühl in Arme und Beine. Bewegen konnte sie sich weiterhin nicht. Da tauchte das Gesicht von dem zweiten Jungen über ihr auf. Nur kurz dann verschwand er.
Wieder bewegte sich was im Schatten. Es bewegte sich auf sie zu, tauchte in dem Lichtschein auf, der durch das Loch entstanden war.
Ein Wüstenpuma war das Etwas. Irgendwo in ihrem Gedächtnis merkte sie das die Raubkatze nicht die übliche Sandfarbe hatte, sondern weiß war. Eine Besonderheit.
Es gelang Ihr nicht in Panik zu verfallen. Natürlich empfand sie höllische Angst, die das Mädchen nicht lähmte, sondern das Gegenteil bewirkte. Der Wüstenpuma kam immer näher. Dabei sah die Raubkatze gar nicht gefährlich aus. Der Schein trügte.
Ihr eigentliches Problem war wie sollte sie aus dem Wagen kommen und die Raubkatze auf Distanz halten. Übers Loch zu entkommen war unmöglich. Die Wagentore ließen sich nicht von Innen öffnen.
Das Mädchen hoffte, das man den Wüstenpuma bereits gefüttert hatte. Wenige Schritte entfernten sie voneinander. Sie begann vor Angst zuschwitzen.
Dann passierte etwas Merkwürdiges. Die Raubkatze wich erschrocken zur Seite, von Ihr ab. Dabei fauchte es einmal. Jedoch nicht in ihre Richtung. Vorsichtig bewegte Sie seinen Kopf. Aus einer Bodenluke ragte der Kopf von einem Jungen.
Er verscheuchte den Wüstenpuma energisch. Ohne darüber nachzudenken groch sie auf ihn zu. Langsam kehrte ihr Gehör zurück. Seine Worte waren ihr unbekannt. Die Raubkatze erwiderte sein Rufen mit wildem fauchen. Mit jedem Moment rechnete Sie damit, das der Wüstenpuma sein Bein packte.
Nichts dergleichen passierte. Sie schlüpfte durch die Bodenöffnung, in Sicherheit.
***
Zusammen mit dem Jungen, der die Klappe wieder schloss, groch Sie unter dem Wagen hervor.
Niemand beachtete Sie. Dabei hätte sie in diesem Wagen sterben können. Eine erschreckende Erkenntnis.
Der andere Junge kam zu Ihm. Sie war sichtlich erleichtert. Von den Straßenjungs fehlte jede Spur. Bevor Sie den Jungs danken konnte, verdunkelten mehrere Schatten die Sonne.
Richard wandte sich um. Die Schatten rührten von Sechs Männern her. Alle waren bewaffnet und trugen Uniformen. Zwei Soldaten waren von der Stadtwache Tri. Die restlichen Vier Männer trugen Lederumhänge in dunkelblau. Auf der Brust befand sich bei allen das selbe Wappen. Ein abgerundetes Dreiecksschild mit einem sich aufbäumenden Pferd. Darum lag ein Rosenkranz.
Richard kannte von Ihnen Drei vom sehen her, den Vierten
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