Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Fantasy > Krimi

Das Schlaflied

von Andre Schuchardt

1 2 3 4

Geschichten aus seinem Leben erzählte.
Caefe erzählte er vor allem aus der Geschichte von Funar und der ma'Ganoul. Es sollte durchaus interessant werden, denn die Gründer des Ortes, die Vorfahren der ma'Ganoul, waren wohl Piraten irgendwo aus dem Inselmeer gewesen, welche sich, nachdem sie genug Schätze angesammelt hatten, in Aleca verstecken wollten. Sie fanden dort eine kleine Bucht, in welcher lediglich ein Mann namens Funar lebte. Zwar brachten sie ihn recht bald um, doch benannten sie immerhin ihre Stadt nach ihm. Die Schätze hielten sie angeblich irgendwo versteckt. Der Legende nach schlugen sie Funar beide Hände ab, als er sie bestehlen wollte, und hetzten danach einen wilden Hund auf ihn, der ihm die Kehle zerfetzte. Genau an dieser Stelle wurde auch Caefe hellhörig. Als der Wachtmeister danach jedoch vermehrt darauf hinwies, dass nun Funars Geist in der Stadt umgehen würde, verlor Caefe das Interesse und verließ ihn unter dem Vorwand, sein Zimmer im Gasthaus 'Am Tor' aufsuchen zu müssen.
Zwei Tage später, es war sein fünfter Abend in Funar, ließ er sich von Chazanis zum Haus des Verbliebenen der drei Wächter führen. Der Wachtmeister selbst antwortete nicht auf die Bitten, dies zu tun, sondern starrte immer nur schweigend ins Feuer seines Kamins oder murmelte etwas von Funars Geist. So betrat Caefe allein das Haus, ließ Chazanis draußen warten, und fand drinnen den Wächter ängstlich in einer Ecke kauernd vor. Viel war so aus ihm nicht heraus zu bekommen, doch faselte er ständig etwas von demselben Geist, von dem schon der Wachtmeister gesprochen hatte, und dass sie gegen ihn und seine Herren gekämpft und verloren hätten. Während der ganzen Zeit huschte sein Blick ständig im Raum umher und besonders oft hoch zum Fenster. Plötzlich sprang er mitten im Verhör unerwartet auf, rannte panisch zur Tür, riss sie auf und verschwand in der Nacht. Zuvor hatte er aber Caefe noch gesagt, er solle den Wachtmeister nach seiner Vergangenheit befragen.
Caefe war anfangs zu überrascht um ihm zu folgen und als er sich gefasst hatte, war es zu spät. Er ging zwar dieselbe Straße entlang, fand ihn jedoch nicht mehr. Stattdessen gelangte er in den Hafen, der dieser Bezeichnung aber kaum angemessen war. Es gab neben einem halben Dutzend Lagerhallen sowie drei weiteren Häusern hier eigentlich nur noch die größte Taverne des Ortes. In der Ferne beleuchtete der Leuchtturm die kleine Bucht. Ihm wurde es an diesem legendenbeladenen Ort etwas zu unheimlich und so suchte er die Wärme der Taverne auf.
Dort drinnen fand er unerwarteterweise den Hafenmeister vor, welcher zu den drei verbliebenen Gildenoberhäuptern zählte und den Caefe trotz großer Suche die Tage zuvor nicht hatte finden können. Nun lud er ihn zu einem Bier ein und redete mit ihm über die Vorfälle. Neue Verdächtigungen konnte ihm der sonnengebräunte und wettergegerbte Hafenmeister zwar nicht liefern, doch erzählte er ihm, dass einige Wochen zuvor bei Wartungsarbeiten am alten Leuchtturm eine verborgene, in den Klippen liegende Höhle entdeckt wurde. Die Arbeiter verweigerten bald ihren Dienst und berichteten von aus der Tiefe kommenden Geräuschen, welche sie der Legende des Geistes zuschrieben. Als Caefe schließlich auf die Vergangenheit des Wachtmeisters zu sprechen kam, erzählte ihm der Hafenmeister erst einmal von seiner eigenen. Seine Geschichte spielte völlig im Hafen von Funar. Damals sah er oft die mittlerweile ermordeten ma'Ganoul, noch als Kinder, wie sie ständig von einem Angestellten ihrer Eltern begleitet wurden. Bei dem Tod der alten ma'Ganoul schied er aus dem Dienst der Familie aus und wurde Wächter. Er hielt aber auch dann noch Verbindungen zu seinen ehemaligen Schützlingen aufrecht, als er vor wenigen Jahren das Amt des Wachtmeisters übernahm, welches er nun immer noch inne hatte. Es war schon fast wieder Morgen als Caefe die Taverne wieder verließ. Zwar hatte er einige Fragen an den Wachtmeister, doch war er zu müde und suchte lieber das Gasthaus auf.
Stunden später stand er in einer Seitengasse des Marktplatzes und betrachtete den Wachtmeister, wie er tot in einer Lache aus Blut lag, ohne Hände und mit zerfetzter Kehle. Bei ihm standen alle drei Gildenoberhäupter und zwei Wächter, deren Beruf mittlerweile in der Stadt schlecht vertreten war. Denn auch der aus seinem Haus panisch Entflohene wurde in demselben Zustand wie sein Vorgesetzter gefunden, außerhalb der Stadt in einem Graben. Das Oberhaupt der Gilde der Händler erzählte Caefe, wie ihn der Wachtmeister Tags zuvor besucht hatte und nach Caefes Aufenthaltsort befragte, weil er ihm irgendetwas zu erzählen hätte. Was es wohl auch gewesen sein mag, würde nun verborgen bleiben. Caefe gingen sowohl die Verdächtigen als auch die Vermutungen aus, als er später in den Unterlagen von Chazanis blätternd etwas Interessantes fand.
Mittlerweile war es kurz vor Sonnenuntergang. Caefe beobachtete die dem Meer entgegen sinkende Sonne. Er saß auf der einen Stufe, die aus dem obersten Stockwerk des Leuchtturmes heraus auf den Balkon führte und dachte nach. Darüber, dass er fast eine ganze Woche vergeudet hatte in diesem Kaff abseits der Hauptstadt. Mit den Fingern befühlte er den rauen Stein in seinen Händen. Der Leuchtturmwächter, welcher unter ihm im zweiten Stockwerk des Gebäudes wohnte, hatte ihn bereitwillig eingelassen. Die Geschichte, dass er kurz vor einer Lösung um die Mordfälle in der Stadt stand und dafür in den Turm müsse, hatte gereicht. Ins Fundament eingelassen und mittlerweile losgelöst fand er dort den Stein, welchen er mit hinauf nahm um ihn besser und in Ruhe betrachten zu können. Ein letztes Mal warf er einen Blick auf diesen seltsamen Stein, den das selbe Wappen zierte welches er schon in Chazanis' Unterlagen gesehen hatte: das Wappen der Stadt und gleichzeitig Familienwappen der ma'Ganoul. Es stellte ein seltsam schauriges Zeichen dar, das ihren Vorfahren nach Funars Tötung eingefallen sein musste.
Er steckte den Stein ein, als die Sonne für diesen Tag endgültig hinter dem Horizont verschwand und machte sich auf, den Turm zu verlassen. Wenig später stand er am Fuß der Klippen unterhalb des Turmes und leuchtete mit einer Laterne aus dem örtlichen Gemischtwarenladen die Höhle aus, die man damals bei den Wartungsarbeiten gefunden hatte. Er betrat sie und folgte einem langen Tunnel bis zur nächsten Höhle. Diese war zu seinem Erstaunen ausgeleuchtet durch Kerzen auf dem einen Tisch in der Ecke und Fackeln in den Wandhalterungen. Auch ein Stuhl, ein notdürftiges Lager sowie ein ausgetretenes Lagerfeuer, dessen Asche noch frisch war, deuteten darauf hin, dass hier jemand wohnte. Er war sich jetzt sicher, dass er hier den so genannten und offensichtlich sehr lebendigen Geist finden würde und wollte ihn stellen. Dazu setzte er sich auf den Stuhl an den Tisch und wartete.
Aus der Höhle führte noch ein zweiter Tunnel tiefer in den Fels und nach etwa einer halben Stunde näherte sich dort aus der Dunkelheit ein flackerndes Licht. Eine Gestalt

1 2 3 4

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.