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Kategorien > Fantasy > Krimi

Das Schlaflied

von Andre Schuchardt

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darunter zu leiden.
„Wie geht es euch?“ fragte eine Stimme in seinem Rücken, „ihr habt mir einen harten Schlag verpasst.“
Caefe war diesmal sofort auf dem Beinen und wirbelte herum. Der Mann kam gerade die Treppe herauf.
„Tut mir Leid, aber ihr kennt mein Gesicht, weshalb ich euch wohl nicht mehr gehen lassen kann“, sprach er und hob das Schwert, mit dem er nun ankam.
So lange wartete Caefe aber nicht, sondern stürmte augenblicklich auf ihn los. Er war froh, dass man ihm das Schwert der ma'Ganoul nicht abgenommen hatte.
Der Kampf dauerte nicht sehr lange. Vielleicht sollte man aber erwähnen, dass Caefe ein eher mittelmäßiger Kämpfer war und am Ende unterlegend auf der Brüstung lag, während ihm sein Gegner die Klinge an die Kehle hielt. Das Geschehen schien denkbar schlecht für ihn zu sein, doch fiel ihm noch eine Möglichkeit zur Rettung ein. Mit viel Geschick riss er sein Knie hoch und rammte es seinem Angreifer in eine empfindliche Gegend. Ächzend rollte dieser zur Seite und Caefe unter ihm hinweg, bevor er sich mit einem Faustschlag auf ihn stürzte und sich nun wieder in der Rolle des Angreifers fand. Sie rangen eine Weile, da gab plötzlich ein Teil der rostigen Brüstung unter ihnen nach und brach weg. Beide stürzten sie.
Caefe sah sich dem näher kommenden Steinboden gegenüber, doch wurde sein Fall von dem Mann abgefedert, unter dessen Last das Geländer gebrochen war. Für diesen sah es schlechter aus. Mit einem unangenehmen Knacken landete er mit dem Arm zuerst auf den Steinen und hing halb über dem Rand des Turmes. Caefe versuchte aufzustehen. Langsam bröckelte ein Teil des Bodens weg, schließlich fiel ein ganzer Stein in die Tiefe. Der Mann, welchem der Sturz das Bewusstsein geraubt hatte, rutschte ein Stück dem Abgrund entgegen. Caefe rappelte sich endlich auf und sprang zurück, sogleich aber wieder vor, um den Mann an den Beinen zu packen und ihn vor einem tiefen Sturz zu bewahren. So wurde er fast mitgerissen, doch ließ er rechtzeitig los.
Den Mörder sah man in Funar nie wieder. Weder tot, noch lebendig. Caefe aber erwarteten einige vom Hafen herbei geeilte Leute, die den Kampf von dort beobachtet hatten. Man behandelte seine Wunden und ließ ihm nun endlich die Anerkennung zukommen, die er verdient hatte. Trotzdem hielt man sich weiter zurück, da man sich des Schicksals des unbekannten Mannes nicht sicher sein konnte, denn er war im Meer verschwunden. Der siegreiche Caefe wollte aber nun nur noch nach Hause, nach Raygadun. Er empfand die vergangene Woche als störend, verbunden mit unsinnigen Gesprächen und sinnlosem Herumlaufen. Die ganze Woche über hatte er sich sehnlichst gewünscht, möglichst im Bett zu verbleiben. Nun immerhin kehrte er heim nach Raygadun. Sollten die Bewohner von Funar nun doch mit ihren angeblichen Geistern und Schätzen machen, was sie wollten; sein Auftrag war beendet.
Sofort als er zurück im 'Am Tor' war, ließ er sich eine Kutsche bestellen. Am nächsten Morgen reiste er ab. Der Kutscher, der sich als ebenfalls aus der Hauptstadt stammende Aladir Arenas vorstellte, unterhielt ihn während der ganzen Fahrt mit netten Geschichten. Er selbst verspürte aber keinerlei Lust, über die letzten Tage zu sprechen. Neben sich auf dem Sitz der Kutsche lag eine schwere Kiste. Darin befand sich das Schwert der ma'Ganoul, welches ihm der Gildenrat als Belohnung überlassen hatte, sowie die Laterne, welche er dem Mann abgenommen hatte. Er hatte schließlich nicht vor, einen armen herrenlosen Gegenstand, der immerhin auch Geld wert war, sich selbst zu überlassen. Soweit käme es noch. Aber oft musste er an den Mann denken. Zu gerne hätte er gewusst, wer dieser gewesen war. Vielleicht würde er es ja noch irgendwann herausfinden.
Voraus sah er die Vororte Raygaduns. Endlich daheim! Endlich wieder sein Bett!


Ende


Fortsetzung folgt...

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