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Kategorien > Fantasy > Drachen, Einhörner und Abendteuer

Das Schwert des Espadan

von Feder

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Das Schwert des Espadan


Jemand stand hinter ihm. Raghal spürte es. Blitzschnell rollte er sich herum. Einen Augenblick schwebten Kopf und Oberkörper über dem Abgrund. Hinter ihm stand Ginera - genau die Person, von der er noch vor wenigen Augenblicken gedacht hatte, dass sie ihn bei seinem Vorhaben behilflich sein könnte. Die Finger der rechten Hand hatte sie zu Klauen gespreizt, die Spitzen glühten in einem satten Rot. Gleich würde der Zauber vollendet sein, und ihn entweder zu einem Häufchen Asche verbrennen oder hinter Feuerwänden einschließen. Etwas anderes konnte es bei Ginera der Feuermagierin nicht geben.
Raghals magisches Element war das Wasser, aber die Zeit reichte nicht mehr, um einen Gegenzauber zu wirken. Mit einem Hechtsprung warf er sich nach vorne und packte Gineras Knöchel, brachte sie zu Fall. Atem entwich pfeifend aus ihren Lungen, als sie auf dem Boden aufschlug. Ihre Konzentration war gestört. Der Zauber zerrann wirkungslos. Einen Augenblick lag sie bewegungslos auf der Erde.
Raghal presste ihre Hände nach unten. "Was machst du hier? Bist du mir nachgeschlichen?"
"Nein! Lass mich los. Wir müssen nicht so tun, als wären wir Todfeinde."
"Nein, müssen wir nicht. Ich habe schon vergessen, dass du mich eben umbringen wolltest."
"Ich habe dich nicht erkannt von hinten und mit dem Kopf in der Schlucht", keuchte Ginera und wand sich unter seinem Griff.
Raghal schaute forschend in ihr Gesicht. Sie sah aus, als ob sie es ehrlich meinte, obwohl sie ihn eigentlich auch von hinten erkennen sollte. Dazu hatten sie in den vergangenen Jahren zu oft zusammengearbeitet. Ihre rechte Hand hielt er vorsorglich noch am Boden, während er sie nach Waffen und magischen Artefakten durchsuchte. Er fand nichts.
"Also was willst du hier?"
"Ich habe einen Auftrag zu erledigen, so einfach ist das. Du wahrscheinlich auch. Schließlich sind wir beide Söldnermagier und verkaufen unsere Künste, an jeden der dafür einen angemessenen Preis zahlt."
Raghal kam ein Verdacht. Hatte sein eigener Auftraggeber womöglich zwei Magier angeheuert, um den einen gegen den anderen auszuspielen? Das sah ihm ähnlich. "Wer hat dich engagiert und was sollst du tun?"
"Ich soll etwas holen für Graf Selkis. Und du?"
"Ich soll etwas holen für - Graf Matharin." Raghal war über die verschiedenen Auftraggeber nicht wirklich erleichtert. Graf Matharin und Graf Selkis regierten benachbarte Provinzen. Seit Jahren führten sie Krieg gegeneinander. Er war geschickt worden, um etwas zu holen, das Graf Matharin den Sieg bringen sollte.
Ginera fing an zu kichern. "In dieser einsamen Schlucht gibt es nur eines, was für zwei Grafen interessant sein dürfte. Wir werden beide dasselbe holen sollen."
"Das Schwert Espadan, um damit unbesiegbar zu werden", prustete Raghal, der Gineras Lachen noch nie widerstehen konnte.
"Dann holen wir es."
"Aber "
"Raghal, wie kannst du nur sowenig Sinn für Humor haben. Wir holen erste einmal das Schwert. Dann wird uns schon was einfallen. Hast du einen Weg in die Schlucht entdeckt?"
"Es gibt nur einen Weg in die Schlucht", sagte Raghal abwehrend. Er fragte sich noch immer, was passiert wäre, hätte er Ginera nicht rechtzeitig entdeckt.
"Und deshalb lagst du hier oben und hast runtergeschaut, obwohl einzige Weg auf der anderen Seite der Schlucht beginnt und vonnem Drachen bewacht wird. Wenn er besiegt ist - was bisher noch niemand geschafft hat - steht noch der Schmied Jerong zwischen dir und dem Schwert Espadan. Er hütet es seit Jahrhunderten wie seinen Augapfel. Also erzähle mir nicht, dass du diesen Weg meinst und nur hier oben gelegen hast, um den Himmel zu betrachten. Wo alle Welt nur einen Weg kennt, gibt es nämlich immer noch einen geheimen, zweiten. Also was hast du entdeckt?"
Ginera lag immer auf der Erde, auf ihre Ellenbogen gestützt und schaute ihn an. Einzelne braune Haarsträhnen hatten sich bei dem Gerangel aus ihrem Zopf gelöst und hingen wirr um ihren Kopf.
Er hatte ihr nie lange böse sein können. "Links von uns müsste es einen Weg geben, an dem wir uns abseilen können."
"Na, dann los."
Der Weg hinunter war lang und mühsam. Der Nachmittag neigte sich bereits seinem Ende zu, als Raghal und Ginera endlich auf dem sicheren Boden der Schlucht standen. Durch das Blätterdach des Waldes drang nur noch wenig Licht. Zusätzlich umgab sie ein von Raghal herbeigerufener Nebel. In dichten Schwaden wallend hatte er ihren Abstieg verborgen. Die Augen der beiden Magier durchdrangen ihn mühelos. Für sie war nur ein grauer Schleier über die Erde gebreitet.
Raghal zitterten vor Anstrengung die Knie. Er warf einen verstohlenen Blick auf Ginera. Sie war außer Atem, zeigte sonst keine Anzeichen von Erschöpfung. Sie hatte auch keinen Zauber aufrechterhalten müssen, tröstete er sich.
"Was jetzt?" wisperte Ginera.
"Wenn wir uns links halten, treffen wir auf die Gebäude. Es gibt zwei, eine Schmiede und ein Wohnhaus. Ich sah von oben ihre Rauchfahnen", gab Raghal genauso leise zurück. Der Nebel verbarg sie zwar vor fremden Blicken, trug aber auch die Geräusche weit.
"Das Schwert Espadan ist bestimmt in der Schmiede. Was hast du für einen Plan?"
Raghal hatte bisher noch keinen Plan gehabt, antwortete aber schnell: "Ich wollte mich anschleichen und nach dem Schwert Espladan suchen."
"Kein schlechter Plan. Wenn Jerong uns entdeckt, lasse ich ihn erstarren."
"So machen wir es." Das hörte sich alles so einfach an, und Raghal fragte sich einen Augenblick, warum das Schwert nicht schon vor langer Zeit geholt worden war, wen nicht mehr dazu gehörte, als ein wenig Schleichen und Suchen. Er zuckte mit den Schultern. Jetzt war es zu spät für Skrupel und vor Ginera wollte er sich auf keinen Fall eine Blöße geben.
"Pass auf deine Nebel auf", zischte sie.
Tatsächlich fransten sie an den Rändern aus und waren beträchtlich dünner geworden. Hastig hob Raghal die Arme und murmelte die Worte der Macht, die sie wieder herbeiriefen, während er die Handflächen nach unten drehte und die Arme am Körper herabgleiten ließ.
Sie gingen in die verabredete Richtung, bis vor ihnen die Schmiede auftauchte. Durch die dünne Bretterwand war das Fauchen eines Blasebalgs zu hören und das Zischen, wenn heißes Eisen zum Abkühlen in Wasser getaucht wurde.
"Jerong arbeitet noch", fasste Ginera das Offensichtliche zusammen.
"Nicht mehr lange. Es ist bald ganz dunkel. Wir warten neben der Tür, bis er raus kommt und fangen dann mit der Suche an."
Sie brauchten nicht lange neben der Tür zu warten, bis jemand mit einer Fackel in der Hand herauskam.
"Verdammter Nebel. Wo der so plötzlich herkommt. Man sieht kaum zwei Schritte weit", hörten sie ihn knurren.
Ginera und Raghal warteten bis die Gestalt zwischen den Bäumen verschwunden war. Sie wollten eben die Schmiede betreten, als hinter ihnen jemand sagte: "Ich grüße euch, Fremde. Warum kommt ihr im Schutz eines Zaubernebels und nicht offen zur Tür herein, wie sich

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Kommentare

RVHoppyGFeeNarzisse297199513 schrieb am 2009-05-15 19:27:47:
Boah, dein Schreibstil ist eine Droge!!! Unbedingt mehr davon!! Riesengroßes Lob an dich, du bist in Sachen Schreiben mein Vorbild! =D
Feder schrieb am 2006-10-26 21:20:59:
Ich bedank mich mal für den lieben Kommentar^^
Drache36@gmx.net schrieb am 2006-10-21 13:49:26:
Des is super!!Ich hab noch net so viel gelesen,aba es hört sich super an.Die Idee ist super,der Schreibstil genial und die Namen sehr einfallsreich.Mega Kompliment an den Schreiber!!! ;-)

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