Das Tor - Kapitel 21
von
Bone1979
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-Einundzwanzig-
Wie zu erwarten wurde die Verfolgungsjagd, der Stunt von Anna und Alexander und die Schießerei innerhalb kürzester Zeit zum Medienereignis. Ein kleiner Athener Sender der öffentlich-rechtlichen besaß exklusives Bildmaterial. Bis zu jenem Augenblick, wo Pérez Männer die Übertragung beendeten. Die Medien hielten die Israelis für Mitglieder der Athener Spezialeinheit. Das Echo verschaffte ihnen die nötige Zeit Vorkehrungen zutreffen. Ben machte von der Botschaft aus entsprechende Telefonanrufe.
Alexander hatten sie auf die medizinische Station der Botschaft gebracht. Dort behandelte und versorgt man ihn. Stunden nach den Ereignissen kam er wieder zu sich. Eine Krankenschwester sah nach ihm.
Er fühlte sich matt, ausgepumpt und völlig am Ende. Trotzdem würde er weiter machen. Die Sache war noch nicht beendet. Das Problem war nur sie hatten nichts brauchbares in Händen. Schneider`s Tagebuch und Nava befanden sich Anna`s Obhut. Sie besaßen weiterhin einen der Schlüsselsteine. Mehr aber auch nicht. So wie er Anna kannte, fände sie einen Weg auch ohne den kompletten Satz Schlüsselsteine das Tor von El Dorado zuöffnen.
Wie ging es also weiter!?, fragte Alexander sich selbst. Er konnte Nava nicht aus den Fängen der Allianz befreien. Das Notizbuch war ihm egal. Nava hingegen nicht. Neue alte Schuldgefühle zwängten sich an die Oberfläche. Sie bedeutete ihm was, das konnte er nicht leugnen. Genau deshalb würde er weitermachen und alles daran setzen sie zurückzuholen.
„Alles in Ordnung?“, fragte Sven hörbar besorgt. Seine Miene war zerfurcht.
Das Schmunzeln verursachte ein schmerzhaftes Ziehen im Rippenbereich. „Yo. Mach dir keine Sorgen.“
Sein Bruder machte sich Sorgen, behielt sie aber für sich.
Das Sven was auf der Seele lag merkte Alexander sofort. „Was ist los?“
„Wieso hast du das getan?“ Einen vorwurfvollen Unterton konnte er sich nicht verkneifen.
Er hörte es. Alexander setzte sich auf, schaute aus den Fenstern.
„Bei der Aktion hättest du drauf gehen können.“, schob Sven hinterher.
Sein Bruder hatte Recht. Er war kein Actionjunkie, der sich wegen des Kicks in gefährliche und brenzliche Situationen begab. Alexander überlegte nicht groß, sondern handelte instinktiv. Ob es sich nun bei der Verfolgungsjagd handelte oder beim Sprung aus einer Gulfstream ohne Fallschirm. Ihr Job bei der HUSC war sicherlich nicht ungefährlich, im Gegenteil. Dennoch neigte er zu waghalsigen Aktionen bei ihrer Nebentätigkeit. Im Nachhinein gesehen hatte Sven recht.
„Es ist wegen Nava?“, fuhr Sven fort. „Die Sache in Kambodscha!?“ Man könnte meinen er führe ein Selbstgespräch. „Du liebst Sie immer noch.“ Das war weder eine Frage noch eine Vermutung, sondern eine Feststellung.
Er empfand mehr für Nava als für die sonstigen Frauen, die ihnen begegneten. Da konnte Alexander nicht widersprechen. „Vielleicht…“ Das stimmte nicht und sie wussten es. „Möglicherweise.“, gab er wenig überzeugend zurück. „Ich konnte nicht tatenlos mit ansehen, wie Anna sie entführt. Versteh doch, ich musste es wenigstens versuchen.“ Etwas Besseres fiel ihm nicht ein. „Ich verspreche mich in Zukunft zurückzuhalten.“ Sven sah ihn skeptisch an. „Indianer Ehrenwort.“, schwor Alexander.
Da kam Ben ins Zimmer. „Hey, wie geht’s dir?“
Mit dem Auftauchen des Israelis war das Thema beendet. Sven hatte gesagt, was er sagen wollte. Alexander war nun mal so. Gewiss hatten seine Aktionen dazu geführt, dass sie aus der einen oder anderen brenzlichen Situation entkommen konnten. Er vertraute einfach auf seinem Instinkt, statt auf den gesunden Menschenverstand.
„Besser. Gibt es was neues?“
„Nein. Sie sind verschwunden.“
Das war zu erwarten gewesen. „Anna hat das Notizbuch und Nava.“ Alexander zuckte mit den Schultern. Ein heißer Stich war die Folge. Eine Rippenprellung. „Wir stehen mit leeren Händen da.“, fasste er zusammen.
„Nicht unbedingt.“
***
Nur langsam und schleppend kam Nava wieder zu Bewusstsein. Sie fühlte sich gerädert, als hätte sie untrainiert an einem Triathlon teilgenommen. Leichte Übelkeit. Ein pelziger Film auf der Zunge. Eine trockene Kehle. Hundeelend ging es ihr. Sie schaute sich um. Eine schlichte Flugzeugkabine. Das Dröhnen der Flugzeugturbinen, schwache Vibrationen.
„Sie sind wach.“, stellte Anna Bergmann gleichgültig fest.
Ihre Gegenspielerin stellte ihr ein Glas Wasser und ein Päckchen Aspirin hin. Sie setzte sich in den gegenüberliegenden Sitz. Zwischen ihnen stand ein moderner Glastisch. Auf ihm lagen Kartenabschnitte, Ausdrucke, Papiere und am Rand Doktor Schneider`s Notizbuch.
Nava nahm eine Aspirin und spülte sie mit dem Glas Wasser runter. An die letzte Begegnung konnte sie sich noch gut erinnern. Sorge um Alexander schwappte auf. So wie sie ihn kannte, hatte er versucht Anna aufzuhalten. Wegen ihr oder dem Notizbuch!? Ein kurzer unschlüssiger Blick zum verschließendem Einband.
„Ihre Sorge ist unbegründet.“, meinte die Frau ihr gegenüber. „Er ist zäher, wie er aussieht.“
Ärger stieg in Nava auf. Was wusste sie schon!? Vermutlich kannte sie Alexander besser als sie. Diese Erkenntnis machte Nava wütend. „Keine Sorge. So wie ich ihn kenne“ Anna betonte die letzten Worte absichtlich zweideutig. „wird er trotz der Schlappe nicht aufgegeben.“ Sie schaute Nava an, lehnte sich zurück, blickte zum Notizbuch und trank einen Schluck. „Sie bedeuten ihm mehr als sie ahnen.“ Die Erkenntnis hatte einen biederen Beigeschmack. Eifersucht!! Nicht unbedingt. Ein kleinwenig vielleicht.
„Wieso haben Sie mich entführt?“, wollte Nava ärgerlich wissen.
Anna lächelte freudlos. „Sie hatten das Notizbuch.“
Sie schaute hin. Darum ging es also. Sie war nicht das Ziel. Ein schnippischer Gedanke kam ihr, verdrängte ihn sofort.
„Mit den Notizen von Doktor Schneider waren wir in der Lage einen Ausgangspunkt für unsere Expedition festzulegen.“
„Sie haben die Stadt gefunden?“ Der Schreck ließ sie alles für einen Moment vergessen.
„Zu meinem Leidwesen scheint Herr Schneider nicht alles notiert zuhaben. Wir wissen aber wo wir suchen müssen. Es ist daher nur eine Frage der Zeit.“
Der Schreck verflog zwar aber ein Rest blieb. Sie hatten ein Suchgebiet. Ihr war klar, dass die Frau recht hatte. Mit den Ressourcen, die ihr zu Verfügung standen, war es tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis die Goldene Stadt gefunden wurde. Ein Geheimnis für die Ewigkeit gab es nicht.
Sie schaute auf den Tisch. Topografische Karten Süd- und Mittelamerikas lagen da. Ein Ausschnitt fiel ihr ins Auge. Vorsicht keimte auf. Wenn es stimmte, was Sie sagte, wieso ließ das Material auf dem Tisch liegen, wo sie es einsehen konnte. Andererseits schien man bereits unterwegs zu sein. Sie konnte nirgendwo hin. Eine Nachricht absetzen ließ sich ebenfalls nicht.
„Ohne die Schlüsselsteine gelangen sie nicht in die Stadt.“ Ein Gefühl sagte ihr, das es daran nicht scheitern würde.
Ein amüsiertes Lächeln erschien auf dem Gesicht ihrer Kontrahentin. „Er hat wohl nicht viel von mir
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