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Kategorien > Aus dem Leben > Alltag

Das Treffen

von Nacht

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Alle Tische im Kaffee als Paul eintritt. Was ist denn heute nur los? Gibt es etwas umsonst? fragt er sich selbst. Es handelt sich dabei um sein Lieblingskaffee. Die Wände bekleidet mit Bildern von Stränden aus aller Welt. Grosse, breite Fenster, die dem Sonnenstrahlen dieses herrlichen Tages einladend entgegenstehen. Stilvolle Möbel, und ein ruhiger Raum zu Lesen und Relaxen.

Er kratzt sich nachdenklich am Kopf. Gleichzeitig führen ihn seine Schritte zu einem Tisch in der Ecke, neben der Bar. Er ist zwar schon besetzt, aber vielleicht kann er noch einen Platz auf einen der freien Stühle ergattern?
Bevor er sich seiner Jacke entledigt, fragt er mit freundlichem Ton:
"Ist hier noch frei, bitte?"
Eine blonde Frau, in einem weissen Sommerkleid, hebt ihren Blick, und lächelt. Paul ist sofort von ihrem durchdringenden Blick gefesselt. Sie sagt mit freundlicher Stimme:
"Ja bitte, nehmen sie Platz."
Ohne sich grossartig um Paul zu kümmern, liesst sie weiter in ihrem Magazin. Dabei benutzt sie beide Hände.
Paul wundert sich zwar ein wenig, aber beachtet sie nicht weiter.
Er bestellt einen Kaffee, und nimmt sein neu erworbenes Taschenbuch zur Hand. Er beginnt zu lesen. Doch die Frau beschäftigt ihn doch mehr, als er sich eingestehen will. Immer wieder schaut er abwechselnd aus dem Fenster, und dann die Frau an. Draussen kämpfen die ersten Sonnenstrahlen, gegen die Kälte des langen Winters. Paul spürt die warmen Sonnenstrahlen auf seiner Haut.
Ausser ein leisses Geräusch vom Umblättern der Seiten, hört man kein Geräusch am Tisch. Paul schaut verstohlen auf die lieblichen Hände der Frau. Saubere, längliche Finger. Gepflegte Nägel, und eine sehr gepflegte Haut, fallen ihn ins Auge. Er denkt sich
Warum fährt die Frau nur alle Zeilen mit ihren Fingern nach? Da packt ihm die Neugierde, und er sagt zu ihr:
"Schöner Tag, heute? Die Sonne tut gut nach dem langen Winter."
Sie lächelt ihn an, und erwidert:
"Ja ich geniesse die Wärme auch sehr gerne. Und sie tut auch gut nach der eisigen Kälte."
Dabei bewegt sich ihr Blick über die Seiten des Magazins hinaus, auf Paul zu. Doch sofort senkt sie ihren Blick wieder auf die Seiten ihres Magazins.

Doch so leicht will sich Paul nicht geschlagen geben.
"Sind sie eigentlich öfters hier?"
Fragt er, und schaut sie dabei direkt an. Sie hebt den Kopf, nickt kurz und erwidert:
"Ich verbringe jeden Tag meine Mittagspause hier, warum?"
Im selben Moment ist Paul seine Frage ein wenig peinlich. Sicher denkt sie, dass ich neugierig bin. Um die Situation zu entspannen, sagt er:
"Ich komme zwar erst seit kurzem hier her, aber finde es sehr gemütlich, und schön hier. Nach diesen Worten rutscht er, wie zufällig, an ihr heran. Dann sagt er:
"Ach übrigens, mein Name ist Paul Müller."
Dabei schaut er sie an.
"Claudia Weiss,"
bekommt er zur Antwort. Dabei streckt sie ihm ihre Hand entgegen. Er nimmt sie entgegen. Dann spürt er ihre weiche Haut, die eine kleine, zierliche Hand umkleidet.

Sie unterhalten sich über Gott und die Welt. Dann sagt Claudia:
"Ich muss nun gehen."
Paul bedauert das, und sagt:
Das ist aber schade. Sehen wir uns wieder?"
"Sehen werde ich sie bestimmt nicht wieder. Aber wenn sie am Freitag Zeit haben, dann können sie mich wieder hier am Tisch treffen."
Paul ist etwas verwirrt von ihrer Aussage, aber er erwidert freudestrahlend:
"Gerne, ich bin hier, und habe Zeit. Ich freue mich schon."
"Dann bis Freitag."
Sie gibt ihm die Hand. Im selben Augenblick holt sie ihren weissen Stock unter dem Tisch vor, und verlässt das Kaffee. Paul schaut erstaunt hinterher. Er denkt bei sich, welch hübsche, nette Frau. bei diesen Leuten gibt es keine Vorurteile, die ein Kennenlernen erschweren. In Gedanken verlässt er das Kaffee. Doch er freut sich schon auf den nächsten Freitag.



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Kommentare

Gimliy schrieb am 2009-03-19 21:29:54:
Hi, diese Geschichte gefällt mir wirklich gut. Der Anfang erscheint so gewöhnlich, so billig - Dann baut sich langsam eine gewisse Spannung auf - Das Ende erklärt dann alles. Gut geschrieben, allerdings müsste Paul doch merken, dass sie kein gewöhnliches Magazin liest, denn Punktschriftblätter sind eindeutig dicker, als gewöhnliche und daher würde ich auch nicht von Magazin, sondern eher von Buch oder so sprechen, Heft ginge vielleicht auch noch. Aber sonst gibt´s nicht viel zu meckern.

Übrigens, ich bin auch einer von Solchen :-) Bin auch immer mit Blindenstock unterwegs, aber das nur am Rande.
Die Aussage am Schluss trifft ins Schwarze! Damit sagst du genau dass, was ich auch immer über die Welt der Blinden sage, es zählen einfach andere Dinge und da wir in manchen Situationen von anderen Menschen abhängig sind, müssen wir wohl mehr auf sie zugehen.

Schreib weiter so,
lg: Gimliy

Ps: Was ist mit "Geheimnisvolle Nachbarin"? Es gibt immer noch keine Lösung :-(!

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