Das Weiße Königreich - Epilog
von
Bone1979
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Epilog
(© by Alexander Döbber)
Ihre Schritte hallten an den leeren Fluren, Gängen und Räumen wieder. Links. Rechts. Runter. Hoch. Irgendwann blieben sie stehen. Wegen dem Hall der kurzen Schritte stellte Selena fest, das Zwei Zwerge weitergingen.
Kurze Zeit später kehrte einer zurück. Woraufhin sich die Gruppe wieder in Bewegung setzte. Ein entferntest heulen kam stetig näher. Das Heulen kam vom Wind. Später spürte sie ihn und die Kälte der Nacht. Sie hatten die Burg verlassen. Wegen der hohen Feuchte in der Luft, konnte Selena sagen das Nebel herrschte.
Dann blieben sie stehen. Man nahm ihr die Fesseln und die Augenbinde ab. Ihr Instinkt bezüglich des Nebels hatte Sie nicht im Stich gelassen. Doch der Ort war nicht der den Sie erwartete. Auch ließ der Dichte Nebel keinen Blick auf die Umgebung zu. Lediglich die Drei Zwerge, Sirka und Michael konnte sie deutlich erkennen. Selena sah ihn verwundert an. Ihr dämmerte es.
„Wieso?“, fragte sie ihn.
„Ich schulde dir was, weil du mir das Leben gerettet hast.“
Sie ging auf Michael zu und küsste ihn. Er erwiderte den Kuss nicht ganz unfreiwillig. Für einen Moment war alles vergessen, nichts spielte mehr eine Rolle. Doch alles hatte ein Ende, auch dieser Kuss.
Sie lösten ihre Lippen voneinander.
„Ich hoffe du findest, wonach du suchst.“, sagte Michael und reichte Selena ihren Waffengurt, sowie eine Verpflegungsbeutel.
Die Albin legte den Gurt an, achtete darauf den Waffen nicht zu nah zukommen und hängte sich den Beutel um. Nach allem, was passiert war, hatte sie nicht damit gerechnet doch noch ihr Ziel zu erreichen. Auch wenn die Weise eine gänzlich andere war.
Ihr Blick ruhte einige Augenblicke auf Michael, der ihr immer wieder zusetzte und alles abverlangte. Vor Geduld und Selbstbeherrschung. Es gab nämlich Augenblicke da hätte sie am liebsten umgebracht.
Selena wandte sich ab, atmete tief ein und ging los. Der dichte Nebel ließ einen kaum die Hand vor Augen erkennen. Dennoch gewann sie mit jedem Schritt an Sicherheit. Dabei wandelte sich die schwere Sehnsucht in Zufriedenheit. Ohne zurückzublicken, ging Sie weiter und weiter, bis der Nebel sie vollkommen einhüllte.
Michael sah ihr solange hinterher, bis der Nebel Selena verschluckte. Mit gemischten Gefühlen machte er kehrt. Sirka sah ihn mit ihrem strengen Blick an. „Was?“ Man musste kein Genie sein, um zu erahnen, was der Blick bedeutete. „Hey. Sie hat mich geküsst.“, verteidigte er sich. Zusammen mit den Zwergen setzten sie sich in Bewegung. „Ich schwöre dir das sind diese Heilkräuter. Die Hauen richtig rein.“ Die Zwerge kicherten leise.
Wenig später kehrten sie in die Saalartige Kammer zurück, wo König Balthasar auf sie wartete. Das Tor schloss sich von alleine und die glühenden Runen verblassten, bis sie gänzlich verschwanden und nicht mehr zusehen, waren.
„Wie war der Ausflug?“, fragte der Zwergenherrscher neckisch wie ein kleines Kind.
„Erfrischend.“
So sehr sich die Zwerge auch bemühten, ihnen gelang es nicht das Lächeln zu verbergen. Balthasar war es aufgefallen, schließlich konnte er noch recht gut sehen. Auch der Blick von Sirka blieb nicht verborgen. Er ließ es jedoch dabei bewenden.
Zusammen mit dem König verließen sie die Kammer. Zurück blieben Fünfundzwanzig schwer bewaffnete Zwergenkrieger, deren Aufgabe es war die Passage auf die andere Seite der Himmelswächter zu bewachen.
***
Zu jeder Stunde sah eine Heilerin nach dem Mädchen. Vor dem Zimmer standen Zwei Soldaten der Königin. Je ein Soldat stand den Flurenden. Ein weiterer Soldat hielt sich im Zimmer auf. Sobald es an der Tür klopfte, öffnete er sie. Die Heilerin kontrollierte den Zustand des Mädchens.
Als Sie sich erneut auf den Weg machte, glaubte sie nicht daran das sich der Zustand des Mädchens verändert hatte. Niemand wusste, was ihr fehlte. Ihre Augen waren Schwarz und lösten bei ihr stets eine Gänsehaut aus. Unheimlich.
Marta ging den Aufgang hoch. Zu so später Stunde herrschte eine Stille in den Weiten der Königsburg, die einem schon Unbehagen bereiten konnte. Da sie am Hofe geboren und aufgewachsen war, kannte sie diese Stille. Sie fand es erholsam. Am Tage konnte einem der Lärm den letzten Nerv rauben.
Den patrouillieren Wachen schenkte Marta ein mitfühlendes Lächeln. Manch einer erwiderte es. Als sie den Flur erreichte, indem das Zimmer des Mädchens lag, blieb sie verwundert stehen. Eigentlich hätte sie dem Wachposten begegnen müssen. Von dem fehlte jedoch jede Spur. Marta blickte sich um. Niemand war zu sehen.
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch ging Marta weiter. Als sie sich dem Zimmer näherte, war von den beiden Wachen nichts zu sehen. Unschlüssig blieb sie stehen. Angst schürte sich in ihren Eingeweiden. Die Wachen würden nie ihren Posten verlassen. Außer sie erhielten entsprechende Anweisungen. Welche wiederum von der Königin kommen musste. Sie war aber am Morgen abgereist.
Seit ihrer Kindheit hatte sie das unheimliche Gefühl nicht mehr gehabt. Vorsichtig näherte sich Marta der Tür. Beim Anklopfen merkte sie das die Tür offen war. Ein weiteres Indiz, das etwas nicht stimmte. Statt dem Drang nachzugeben einfach umzukehren und die Soldaten zuholen, schob Marta die Tür weiter auf.
Auch wenn es ihr einen unglaublichen Schreck beibrachte, hatte sie insgeheim mit dem Anblick gerechnet. Alle Fünf Soldaten lagen Tod im Zimmer. Zweien hatte man die Kehlen aufgeschlitzt. In den Brustpanzern der Türwachen befanden sich Löcher. Sie stammten von Schussbolzen, wie sie Armbrustschützen verwendeten. Die Zimmerwache hingegen besaß eine Stichwunde in die ungeschützten Torsoseite. Was ihr nebenbei auffiel, war der Umstand das bei allen die Schwerter noch in den Scheiden steckten.
Marta wendete sich vom Blick der Toten ab und schaute ins Bett. Schon beim Anblick der Leichen wusste sie, dass das Bett leer war. Jemand hatte das Mädchen entführt.
***
Trotz all der Geschehnisse im Land ging das Leben mehr oder weniger weiter. So auch in der Unabhängigen Hafenstadt Karlstadt. Neben den Häfen der Königreiche Katalonien und Andorra, sowie dem Bund der Freistädte, gehörte Karlstadt zu Größten in Eurasien.
Ein Großer Dreimaster ging im Hafenbecken, einem natürlichen Fjord, vor Anker. Am Hauptmast wehte die Flagge der Gilde. Kaum hatte der Kapitän die Formalitäten mit dem Hafenmeister geregelt, machten sich seine Leute ans Ausladen. Am Pier wurden die Hafenarbeiter eingewiesen.
Wie auf vielen Handelsschiffen waren neben der Ladung aus Passagiere dabei. Diesmal beförderte Kapitän Zack ein Dutzend Leute die in den verschiedensten Häfen seiner Route an Bord kamen. Darunter waren auch Drei Männer, die er vom Aussehen her zum ersten Mal zu Gesicht bekommen hatte und Zack war schon seit seinem Dreizehnten Lebensjahr auf See.
Sie trugen Gewänder mit feinen Stickereien. Der Stoff war handgearbeitet und keineswegs von der Stange. Die Haare hatten sie stets zusammengebunden und in gleichmäßigen Abständen waren Knoten drin. Unter dem Gewand trugen sie
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Kommentare
Bone1979 schrieb am 2008-09-27 20:36:36:
Hab damit begonnen die 1. Spin-Off Geschichte zu schreiben.
- "Selena"
Würde mich über Kommentare freuen.
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