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Kategorien > Fantasy > Abenteuer

Das Weiße Königreich - K1

von Bone1979

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Eins
(© by Alexander Döbber)

„Kopf hoch.“, meinte Samuel zum geknickten Ramon und stieg auf das gesattelte Pferd. Sein Freund war alles andere als begeistert. Für ihn stellte die vermeintliche Strafe keine Strafe da. Der Magistrat hatte sie mit einem versiegelten Umschlag nach Buhan, der Hauptstadt vom Königreich Andorra, geschickt. „Es hätte uns weitaus schlimmer treffen können. Mit Küchendienst.“
„Uns!“
„Mit Gehangen mit Gefangen.“, erwiderte Samuel gut gelaunt. Verwundert darüber das sein Freund lieber Küchendienst geschoben hätte, ritt er los. Es tat ihm schon leid Ramon damit hineingezogen zuhaben. Andererseits besaß er in jener Nacht eine Wahl. Jeder war für seine Entscheidungen verantwortlich.
Das Königreich Andorra lag im Südwesten von Eurasien, ihrem Kontinenten. Folgte man der Hauptstraße, wie sie es taten, erreichte man Buhan zwischen Vier bis Fünf Tagen. Auf dem Rückweg würde Samuel ihre Reiseroute leicht abändern. Man wusste nie, wann eine solche Strafe wiederkehrte. Er war schon ganz gespannt, was sie in Buhan erwartete.
Als die Nacht hereinbrach, erreichten die Freunde einen Gasthof, wo sie übernachteten. Am Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, ritten sie weiter. Auf der Hauptstraße begegneten ihnen immer wieder Menschen. Manche zu Fuß. Andere auf Pferden oder Eseln. Planwagen gezogen von Ochsen. Pritschenwagen mit Hausrat, Holzstämmen, Steinplatten, Körben mit Früchten und Obst, oder Fässer. Patrouillen der jeweiligen Grenzsoldaten.
Nachmittags erreichten sie die Freistadt Merex. Sie folgten der Straßenabbiegung nicht, die in die Stadt führte sondern ritten auf der Hauptstraße weiter. Bei Einbruch der Nacht wurde das Verkehrsaufkommen auf der Straße weniger und wurde von Stunde zu Stunde geringer, bis die Hauptstraße wie ausgestorben wirkte. Ramons Sorgenfalten wurde tiefer und tiefer. Mit dem letzten Sonnenstrahl kamen sie an einer Farm vorbei. Die Familie ließ die Freunde auf dem Dachboden der Scheune übernachten. Dafür half Samuel dem Familienvater am Morgen bei der Reparatur des Pritschenwagens. Ein Rad war gebrochen.
Sie begleiteten die Familie bis zur Hauptstraße und zogen weiter Richtung Buhan. Am frühen Abend des zweiten Reisetages machten sie in einem Dorf am Fluss Persò halt. Der Fluss markierte die Grenze vom Königreich Andorra. Sie schliefen sich ordentlich aus. Da es in der Nacht begonnen hatte zu regnen und am Vormittag nicht aufhörte, entschlossen sie sich zu bleiben. Wie Samuel durch ein Gespräch mit einem Dorfbewohner erfuhr, fand in Buhan ein Treffen der Könige der Menschen, der Oberhäupter der Zwerge, Orks und Elben statt. Angeblich versuchte Hector, König von Andorra das alte Bündnis der Völker wiederzubeleben. Was, so sagte der Mann, zum scheitern verurteilt war. Zwischen den Königreichen der Menschen herrschte Uneinigkeit. Dazu kam das Misstrauen der Orks und Zwerge gegenüber den Elben. Die Menschen waren da nicht anders. Auch bei ihnen standen die Elben nicht hoch im Kurs. Lediglich König Hector versuchte ein stabiles Verhältnis zu den Elben aufzubauen. Worin der Dorfbewohner einen Fehler sah. Den Elben konnte man nicht trauen. Das zeigte schon die Vergangenheit.
Samuel vermied es sich ein Urteil zubilden. Zwar kannte er die Gegebenheiten des heutigen Misstrauens, sonderlich kümmern tat es ihn wiederum nicht. Nicht das er ein Freund der Elben war, ein Feind war er aber auch nicht.
Am Nachmittag ritten die Freunde trotz des anhaltenden Regens weiter. In einer Grenzsiedlung machten sie Rast. Da der Regen nicht aufhörte, entschieden sie über Nacht zu bleiben. Schließlich waren sie gut vorangekommen.
Zwar hingen am Morgen des vierten Tages dicke Wolken am Himmel, dennoch gelang es der Sonne diesen Mantel zu durchdringen. Da der Regen ausblieb, setzten die Freunde ihre Reise fort. Mittags erreichten sie die Stadt Vaduz, die Zweitgrößte im Königreich Andorra. Vaduz war Hauptumschlagsort des andorranischen Handels mit den Nachbarstaaten. Dementsprechend überfüllt war die Stadt. Auf den Hauptstraßen herrschte ein Gedränge, Drücken, und Schieben. Die unterschiedlichsten Sprachen waren zuhören. Frauen, Männer und Kinder jeden Alters und verschiedenster Herkunft tummelten sich auf den Straßen. Einige Orks und Zwerge erblickten die Freunde. Samuel glaubte sogar bei einem Ramschhändler einen Elben gesehen zuhaben. Beim zweiten hinsehen war der Elb verschwunden.
Abseits der Hauptstraße fanden sie einen Gasthof mit Zwei freien Betten. Nach einem guten Essen zog sich Ramon auf sein Zimmer zurück. Noch immer wollte keine rechte Reisefreude bei seinem Freund aufkommen. Ihn faszinierte das treiben auf Vaduz Straßen ebenso wie Samuel, damit hatte es sich auch schon.
Er beobachtete von der Verander aus das Treiben auf der Straße. Selbst abseits der Hauptstraße herrschte rege Betriebsamkeit. Bloß weitaus ruhiger. Auf der anderen Seite des Platzes, an dem der Gasthof lag, hielt eine Kutsche mit Gefolge. Das Interessante an der Kutsche waren die Acht Soldaten zu Pferd, die die Kutsche begleiteten. Schon vom Aussehen her war das keine normale Kutsche, wie sie Fahrdienste benutzten. Sie machte einen edlen Eindruck. Das Emblem an der Türseite verdeutlichte es weiter. Auf der Rüstung der Soldaten war das gleiche Emblem zusehen. Zwei Soldaten stiegen ab und flankierten die Tür. Der Rest positionierte sich um die Kutsche herum und beobachtete die nährende Umgebung. Sie hielten die Hand am Schwertschaft. Ungesehen stieg die Person aus der Kutsche, ging die Stufen zum Haus hoch. Drei Soldaten begleiteten die Frau. Auf dem oberen Treppenabsatz drehte sie sich herum. Es handelte sich um eine hübsche junge Frau in Samuels Alter. Sie sagte etwas zu ihren Begleitern, blickte sich lachend um und verschwand im Haus.
Sein Blick verharrte einen Moment dort, wo sie gestanden und gelacht hatte. Die Kutsche fuhr zusammen mit Zwei Soldaten weg, die die Pferde ihrer Kameraden mitführten. Die letzten Soldaten gingen die Treppe hinauf. Zwei postierten sich an der Haustür und die anderen gingen ins Haus.
Samuel lächelte. Wahrscheinlich dachte man das sei unauffällig gewesen. Vielleicht stimmte es sogar, was er bezweifelte. Recht hatte er. Außer ihm beobachtete noch jemand anders die Ankunft der Frau. Der einzige Unterschied bestand darin, das jene Person wusste um wen es sich bei der jungen Frau handelte.

***
Zur Dämmerung hin wurde es auf den Straßen von Vaduz ruhiger. Die Händler räumten die Ware ihrer offenen Verkaufsstände ab. Andere schloßen die Läden. Je später die Stunde desto weniger Leute trieben sich auf den Straßen herum. Dabei galt Vaduz als sichere Stadt. In einem Haus, unweit des lebendigen Stadtlebens trafen sich Leute um ein Geschäft abzuwickeln.
Michael gehörte mit seinen Begleitern zu einer der beiden Geschäftsparteien. Sirka war eine Ork. Mit ihren 1meter90 gehörte sie nicht unbedingt zu den größten ihres Volkes. Ihre Statur war für orkische Verhältnisse schmächtig. Sie brachte dennoch bis zu 100kilo mit.

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Kommentare

Pfuhler schrieb am 2008-03-20 17:09:34:
xD Königreich Andorra
tut mir leid das ich da lache aber ich denke du solltest lieber irgendwelche komischen namen nehmen wie echte. aba so vom sprachlichen is es echt nicht schlecht. nicht das beste aber es lässt sich ganz gut lesen
steffikausch (livia) schrieb am 2008-03-18 14:54:26:
ja, ich find auch das dir dieses Stück sehr gut gelungen ist und ich werd auch bald deine anderen Teile durchlesen, oda sogar verschlingen^^ grins*
naja, auf jeden fall gefällt es mir..
lg
Bone1979 schrieb am 2008-03-17 11:55:30:
Hallo und Danke Lurz.
Mir ist einfach kein guter (eigener) Name für den Kontinenten und Staaten eingefallen. Daher greife
ich auf die Wirklichkeit zurück. Eurasien gefiel mir auf anhieb.
Habe "Die Orks von Stan Nicholls" gelesen und sehe die Orks nun etwas anders ~grins...

Mal sehen wie dir die nächsten Teile gefallen

MfG
lurz schrieb am 2008-03-17 10:12:03:
Eurasien gibt es in wirklichkeit auch

Aber wie gesagt, ein echt gelungenes Stück Schreibkunst, und besonders gefällt mir deine Einstellung zu den Orks

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