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Kategorien > Fantasy > Abenteuer

Das Weiße Königreich - K29

von Bone1979

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Neunundzwanzig
(© by Alexander Döbber)

Während es den Jungs und Tanja entgangen war, oder ihnen fehlte der Blick eines Soldaten, waren den Anderen gewisse Details aufgefallen. Die Tribünen ähnlichen Flächen waren eher so was wie Wehrgänge. Entlang des Treppenaufgangs befand sich in der Ebene ein Graben, der Tief genug war, damit Langbeiner, wie Orks oder Menschen, über die Grabenwand der Tribüne hinweg sehen konnten. Ein solcher Wehrgang war die perfekte Position für Bogen, - und Armbrustschützen. Was durch die Freifläche noch unterstützt wurde. Interessant an der Sache war, dass die Wehranlage in die Stadt zeigte und nicht nach außen, wie eigentlich üblich. Daraus ergab sich die Schlussfolgerung, dass man etwas bekämpfen, wollte das schon in der Stadt war und nicht von außen kam.
Paladin wurde bei der Feststellung unwohl. Er konnte sich einfach des Eindrucks nicht erwehren das alle Verteidigungsanlagen nach Innen gerichtet waren, statt nach Außen.
Als Sie durch die Straßen ging, fanden sich weitere Spuren von Kämpfen. Die Zwerge waren bis aufs äußerste angespannt. Ein unheimlicher Ort. In diesem Moment erlangte Paladin die Erkenntnis das Sie hier nichts zu suchen hatten. Es gab einen Grund, warum die Ritter des Ordens sich einst, bemühten ihn zu verheimlichen.
Am anderen Ende der Stadt führten mehrere Stufen zu einem Vorplatz hinauf.
„Bei Toran.“, grummelte Kronos grantig.
Der Vorplatz führte zu einem Tor, das im Felsgestein des Berges lag. Zu ihrer anfänglichen Überraschung stand das Tor offen. Was nicht weiter verwunderlich gewesen wäre. Anders sah es bei den Symbolen aus, die am Torbogen deutlich zu erkennen waren.
Wie schon beim Tempel von Sida handelte es sich um Runen. Der Einzige, wohl aber gravierende Unterschied war das es nicht um zwergische Runen handelte. Sondern um Elbische. Und das abklingende Schimmern ließ nur einen Schluss zu.
Sie waren nicht die einzigen...

***
Wer auch immer das Heer der Urikais kommandierte, machte seine Sache besser als ver-mutet. Feldhauptmann Kostas konnte sich für einen Moment sammeln. Um ihn herum tobte ein Kampf um Leben und Tod und darüber hinaus.
Statt das Zentrum unter Druck zu setzen, wie er eigentlich erwartete, attackierten die Urikais vehement die Flanken. Die vorletzte Reserveabteilung der Urikais teilte sich auf und stürmte in die Reihen ihrer Artgenossen in die Flanken. Das Zentrum wurde vom Kommandeur weites gehend vernachlässigt.
Eine Welle des Zorns schwabbte an die Oberfläche. Andererseits konnte man über die nicht Beachtung eine gewisse Erleichterung empfinden. Manch einer der Männer tat das mit Sicherheit auch, was Kostas ihnen nicht zum Vorwurf machte.
Bei den Stabsbesprechungen war ihm nicht entgangen das weder der Ork noch der Zwergkommandeur besonders begeistert darüber waren das er vorschlug das Zentrum einzunehmen. Die Stimmungen bei den Besprechungen spiegelte die des Heeres wieder. Orks und Zwerge sahen in den Menschen die Schwachstelle. Was ihn wütend machte. Gleichzeitig war ihm klar, woher diese Ansicht kam.
Orks und Zwerge besaßen eine gänzlich andere Einstellung zum Kampf als Menschen. Oh, wenn es sein musste, waren Sie zu enormen Leistungen im Stande. Leider beschränkte sich die Leistung auf wenige.
Wie die Verbündeten sah Kostas im Rückzug eine Niederlage. Hier und Jetzt kam es gar nicht in Frage. Sie besaßen die Chance das Gefahrenpotenial für das Nord,- und Grenzland auf ein nie da gewesenes Level zu bringen. Auf Jahre hin konnten die Menschen sicher sein, dass die Biester Zion nicht mehr so schnell überquerten. Möglicherweise konnte man sogar Siedlungen auf der anderen Flussseite in Betracht ziehen. Kostas glaubte nicht das jemand so verrückt war, aber…
Seine Konzentration kam wieder zum Ort des Geschehens zurück. Etwas anderes als ein Sieg bei dieser Schlacht stand gar nicht zur Debatte. Für die Orks und Zwerge stand sogar fest, wer die Lorbeeren für den Sieg einheimste. Im Moment sah es jedoch anders aus.
Die letzte Garnison der Urikais teilte sich und stürmte in die hart umkämpfte Flanke. Ihre Verbündeten hatten alle Hände voll zu tun, hielten aber unermüdlich stand und gewannen stetig an Boden. Fiel die Flanke, hatten die Menschen keine Chance. Der Sieg würde Kräfte bei den Urikais freisetzen, denen man kaum was entgegenzusetzen hatte.
Kostas winkte den Trompeter zu sich.
Der Soldat eilte zu ihm. „Ja, Sir.“, brüllte er über das Getöse der Schlacht hinweg.
„Blasst zum Sturm.“
Dem Mann fiel der Kinnladen herunter. Mit diesem Befehl hatte er nun als Allerletztes gerechnet.
„Auf was wartet IHR.“, schrie Kostas den Trompeter an. Seine Entscheidung stand unwiderruflich fest.
Die Entschlossenheit seines Kommandeurs machte dem Soldaten klar, dass er es ernst meinte. Was er eigentlich hätte wissen müssen, denn in einer Schlacht gab es keinen Platz für Scherze.
So nahm er die Trompete in die Hand, sah noch Mal zur Sicherheit zum Kommandeur, blies die Backen auf und blies das Kommando zum Sturm.

(Ende Kapitel 29)

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