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Das gesuchte Glück

von Stephanie Pots

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Das gesuchte Glück
Es war ein kalter Winternachmittag, als ich aus dem Fenster blickte. Der Himmel verdunkelte sich und es begann zu schneien. Schnell schaute ich auf mein Blatt. Hatte sich da etwas bewegt? Die Zeilen vor mir schwammen nur so dahin. Hier konnte ich einfach keinen klaren Gedanken fassen. Im Schlafzimmer angekommen, blickte ich wieder aus dem Fenster. Dort stand ein Mann. Er sah mich an. Glücklich winkte ich zu ihm und lächelte fröhlich. Merkwürdig das ich keine Krampfadern bekam, merkwürdig das er nichts bemerkte. Ich steckte den Zettel in die Hosentasche. Der Mann kam zur Tür. Ich begrüßte ihn, küsste ihn leidenschaftlich. ,,Wie war dein Tag?“ fragte ich ihn. Der Mann zog seinen Mantel aus und übergab mir seinen Hut. Er setzte sich in das Wohnzimmer und rauchte eine Zigarre vor dem offenen Kamin. Er antwortete nur, mit der Frage, was es zum Abendessen gab. Ich blickte in die Küche und sah eine saubere und aufgeräumte Küche. Keine Spur von der Mühe, die ich mir jeden Abend machte, war zu sehen. Keine Spur von der Hoffnung, dass es ihm schmeckte, war zu spüren. Ich hatte keinen Hunger, ich hatte schon gegessen. Da fühlte ich plötzlich Papier in meiner Hosentasche. Ich zog den verknüllten Zettel raus und setzte mich unter Vorwand auf Toilette zu müssen, in das Badezimmer. Hochzeit? Pro und kontra lautete die Überschrift. Bis jetzt hatte ich fünf dagegen einen dafür gefunden. Unten drunter stand die Frage: Liebt er mich? Liebe ich ihn auch? Mir fielen keine Argumente mehr ein. Ich starrte in den Spiegel und sah mich an. War ich hübsch genug? Ich betätigte die Toilettenspülung und verschwand. Im Wohnzimmer saß ich ihn sitzen. Auf seinem Lieblingssessel. Dort stand ich, er konnte mich sehen, eine Weile. ,, Ich habe heute..´´ , ,.. Ich habe Hunger.´´ Ich nickte. Meinen Satz konnte ich nicht formulieren. Die Wörter drehten sich im Kreis. Ich ging in die Küche. Das hatte er bemerkt.
Durch das kleine Küchenfenster sah ich ihn. Einen kräftigen Jungen Mann, sein Name war Robert. Er wollte mich holen, dass hatte er gesagt und das wusste ich auch. Schon vom Weiten sah er mein trübseliges Gesicht, trotzdem gab er mir ein Zeichen. Er schenkte mir einen Handkuss. Ich war glücklich. Er wartete wie Vereinbart. Ich wusste, wo der Koffer stand, doch ich wollte ihn nicht holen. Als ich um die Ecke bog, saß der alte Mann immer noch vor dem Kamin. Mit hoch aufgerichtetem Kopf sagte ich:,, Ich verlasse dich. Auf Wiedersehen.´´ Dem Mann klappte der Mund auf. Entschlossen drehte ich mich um und öffnete die Tür. Als ich die Türschwelle übertrat, fühlte ich etwas in mir, was ich seit langer Zeit nicht mehr gefühlt hatte, mein gesuchtes Glück.

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Kommentare

Katja1991 schrieb am 2010-10-26 19:17:51:
Ich bin wirklich beeindruckt. Diese Geschichte kann man wunderbar analysieren.

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