Das kleine Mädchen
von
Lisaa
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Ich schreie sie an, schlage sie, würge sie, immer wissend, dass sie niemals aufgeben wird, ich nie von ihr loskomme. Das einst nette, liebe Mädchen, dass sich mir höflich und schüchtern vorstellte um mich dann Stück für Stück von ihr abhängig zu machen, ja, mich zu manipulieren und zu kontrollieren.
Ich mochte sie, und das schlimme ist Tief im Inneren mag ich sie noch immer, obwohl ich ihre finsteren Machenschaften längst durchschaut habe und ihre schrecklich quälenden Auswirkungen an eigener Haut erfahren habe. Sie wird nie gehen. Eine niederschmetternde Erkenntniss.
Sie raubt mir alle Kraft, denn so klein sie auch ist, sie hat Kraft, ist an manchen Tagen sogar stärker als ich und zwingt mir dann ihren Willen auf. Ich sehe sie dort in der Ecke sitzen und hämisch grinsen. Denn sie kennt meine Gedanken, weiß, dass ich längs die Hoffnung aufgegeben habe, sie einestages ganz zu besiegen.
Sie Lebt nur durch mich, schlägt mich aber mit meinen eigenen Waffen.
Ich verstehe selbst nicht, warum ich sie nicht bekämpfen kann, obwohl ich ihre Taktik und ihre Ziele kenne. Vielleicht weil ich ihr glaube? Weil sie mich nicht anlügt? Denn egal welche schreckliche Tat sie vollbringt, niemals lügt sie. Oder ist gerade das das schreckliche an ihr?
Wer mich sieht, sieht nicht sie, sondern ihr Werk. Unter Menschen hält sie sich versteckt, doch wenn wir alleine sind zeigt sie sich und ihr schrecklich hübsches Gesicht. Ich frage sie oft, warum sie nicht geht, mich mein Leben leben lässt.
Dann sagt sie zu mir: Du wolltest mich, jetzt bleibe ich, bis ich vollendet habe, was ich angefangen habe. Ich verstehe was sie meint und brauche nicht zu fragen wann es vollendet ist, denn ich weiß, sie wird nur mit mir sterben und selbst dann wird das grinsen nicht aus ihrem Gesicht weichen.
Dass es schwer ist glaubt mir jeder. Doch dass es unmöglich ist, eine Essstörung ganz zu besiegen, weiß nur, wer das kleine Mädchen mit eigenen Augen gesehen hat.
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Kommentare
Soraya schrieb am 2009-04-24 20:59:59:
Ja, Ana (mein Name für das kleine Mädchen) wird nicht verschwinden, vielleicht können wir sie irgendwann beherrschen, aber ich habe es bisher noch nicht geschafft. Ich wünsche dir auch noch viel Glück für die Zukunft!
Liebe Grüße, Soraya
franke,sina schrieb am 2009-02-15 18:43:49:
knall hart, mitten ins gesicht bekommt man diese woerter geschleudert... da ist keine verherlichung drinne, man sieht keinen ausweg fuer das meadchen.... ein tolles thema, ein thema zum nachdenken. ein aktuelles thema und doch findet man es nicht oft. ich finde es klasse, dass du so etwas schreibt, ein thema was in unsere gesellschaft eher als tabuthema angesehen wird.
mach weiter so
lg
sina
ps.das eine meadchen muss besiegt werden, bevor es das andere meadechen in den tod stuerzt!!!!!!
AlterMann schrieb am 2009-02-15 17:23:36:
...Doch dass es unmöglich ist, eine Essstörung ganz zu besiegen...
ist leider grausame Wahrheit. Ich hoffe das es so manch einen als Warnung und Abschreckung dient.
Danke für den Text, und pass gut auf dich selber auf, den besiegen kannst du sie nie - aber kontrollieren!
LuckyStar schrieb am 2009-02-11 07:47:51:
Find es sehr gut wie Du das beschrieben hast!!! So was in der Art kenne ich auch! Wünsche Dir viel Glück und das all Deine Wünsche und Träume in Erfüllung gehen!!!
LG Sabrina
Gimliy schrieb am 2009-02-10 20:51:59:
Hi. Deine Geschichten sind wirklich gut. Sie sind immer so aufgebaut, dass man erst nachdenken muss, was sie meinen und ihre ganze Wahrheit erst erkennen kann, wenn man bis zum Ende gelesen hat. Das gefällt mir. Spannung und Wahrheit, Trauer und Selbstzweifel, sowie Hoffnung. Gute Geschichten.
lg: Gimliy
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