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Kategorien > Fantasy > Mystery

Das letzte Spiel vom Ende der Welt

von Andre Schuchardt

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warnen. Weiterhin würden die Söldner sich auch so den Weg bahnen und zusätzlich die Frau umbringen, sollte Er das Tor jetzt nicht öffnen. Also fügte Er sich in Sein Schicksal und öffnete das Tor, während die Söldner Zeichen sendeten.

Von unten ertönte Geschrei, als man Seiner Tat gewahr wurde, und Personen stürmten in die Kammer, in welcher Er stand: die Söldner und die Wächter, welcher Er geweckt hatte.

Zuerst kamen die Söldner.

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1[Anm. des Autoren: Ungefähr 1400 Jahre in unserer Zeitrechnung]

Sie stellten sich vor Ihn, zeigten mit ihren Waffen auf Ihn und der Kleine verkündete: „Gut gemacht! Jetzt brauchen wir dich aber nicht mehr, also stirb!“

In dem Moment, in dem sie sich auf Ihn stürzen wollten, kamen aber die Wächter in den Raum. Sie sahen nur die Söldner, die entsicherte Kurbel des Torseiles und kombinierten Eins und Eins zu… Drei, was Ihm in diesem Moment aber nur Recht sein konnte. Es entbrannte ein Kampf zwischen den Söldnern und den Wächtern – und es sah so aus, als würden die Söldner gewinnen.

Er aber wartete das Ergebnis des Kampfes gar nicht erst ab, sondern floh aus dem Gebäude, verfolgt vom dem klirrenden Geräusch der aufeinander prallenden Schwerter. Draußen hatte noch niemand das offene Tor bemerkt, doch Khanon Mharale rückte bereits mit seiner Armee an.

Die Sonne ging gerade auf und es versprach ein schöner, sonniger Tag zu werden. Vöglein zwitscherten, die Bäume grünten und trugen duftende Blüten und außerhalb der Stadt widmeten sich Kaninchen ihrem Lebensinhalt.

Derweil rannte Er durch die Straßen und schrie die wenigen, schon wachen Leute an, dass sie angegriffen würden, doch niemand schenkte Ihm Beachtung, niemand sah Ihn auch nur. Irgendwann brach Er in einer Häuserecke zusammen und begann zu weinen. Zumindest solange, bis Er endlich warnende Schreie der Stadtbevölkerung hörte. Er blickte auf und sah gerade Horden von Söldnern die Stadt erstürmen. Sie rannten Kriegsrufe brüllend durch die Straßen, schlugen flüchtenden Bürgern Äxte in den Rücken und schlachtete andere Passenten noch brutaler ab, bis sich ihnen irgendwann Soldaten in den Weg stellten.

Da begannen das Waffengeklirr und das Kampfgeschrei.

Die Soldaten der Stadt waren unterlegen; in der Unterzahl, seit Tagen belagert und durch diesen plötzlichen Einbruch völlig demoralisiert, führer- und strukturlos, gewannen die Söldner schnell die Oberhand über sie. Einige von diesen begannen bereits damit die Stadt zu plündern, Dinge in Brand zu setzen oder gleich völlig zu zerstören.

Entsetzt floh Er ins spätere Hafenviertel, hörte hinter sich den Kampfeslärm, Leute schreien und sterben und die besagten Dinge krachen. Am Lagerhaus angekommen sah Er in Richtung Tor Feuer auflodern. Mit Tränen der Selbstverachtung und Schuld in den Augen stürzte Er sich in den Tunnel, ohne Fackel, und suchte einen Weg aus der Stadt.

Schnell musste Er im Tunnel Seine Flucht verlangsamen, sah Er doch nicht einmal die Hand vor Augen, geschweige denn irgendetwas vom Wege. Langsamer werdend tastete Er sich voran, immer gewahr, dass plötzlich ein Abhang kommen würde. Die Felswand war rau und scharf und riss Ihm die Fingerkuppen blutig, doch das bemerkte Er gar nicht.

Als hinter Ihm Metall über Gestein schabte, blieb Er starr stehen. War Ihm jemand gefolgt? Er lauschte. Tatsächlich, Er hörte hinter sich Stiefel über den Kiesboden schlurfen. Vorsichtig nahm Er Seine Schritte wieder auf, ganz langsam, um sich nicht durch Geräusche zu verraten, dabei weitertastend. Angstschweiß stand Ihm auf der Stirn und alle Muskeln drohten aus Furcht zu erschlaffen, Sein Herz pochte laut. Zu laut. Würde es Ihn verraten? Er wusste genau was Ihn erwarten würde, sollte Ihn der Verfolger einholen, spürte bereits das rostige Schwert durch Sein Fleisch schneiden und Ihn töten.

Doch unvermittelt bemerkte Er, dass sich die Felswand verändert hatte. Nein, nicht nur diese, auch der Boden. Die Felswand fühlte sich… schuppig an, der Boden war weich, beweglich, glitschig und warm. Ein ebenso warmer Wind wehte durch den Tunnel und die Geräusche des Verfolgers verstummten. Doch halt! Plötzlich schrie ein Mann hinter Ihm, Angst- und Schmerzensschreie tönten durch den Tunnel. Er blieb stehen und blickte sich um – natürlich sah Er nichts. Langsam ging Er weiter, an der Wand entlang tastend, immer Seinen Tod erwartend. Als sich Ihm dann etwas Spitzes ins Bein bohrte, spürte Er den Schmerz zunächst gar nicht. Entsetzt griff Er sich an die betreffende Stelle und fühlte dort etwas längliches, schuppiges – einen echsenhaften Tierkopf. Panik erfasste Ihn. Er schlug auf den Kopf ein, um von ihm freizukommen. Tatsächlich ließ dieser bald ab – die ganze Zeit ohne auch nur einen Ton von sich zu geben – und Er sprang zurück. Schmerz schoss durch Sein Bein und Er brach zusammen, den finalen, tödlichen Angriff erwartend.

Als dieser nicht kam, raffte Er sich zitternd auf und kroch weiter, um aus diesem verfluchten Tunnel herauszukommen. Er spürte schon förmlich irgendwelche Ungeheuer an Seinen Füßen knabbern, doch ohne Vorwarnung und völlig überraschend erreichte Er den Abhang und war kurz darauf draußen, noch am Leben und hoffentlich in Sicherheit, alle Schmerzen in der Dunkelheit hinter sich lassend.

Als erstes in Seinem neu gewonnenen Leben legte Er sich flach auf den Rücken ins Gras und ließ sich von der Sonne wärmen. Als zweites erst begutachtete Er Sein Bein und fing augenblicklich an, Seine geistige Gesundheit in Frage zu stellen: Er hatte tatsächlich eine blutende Wund am Bein, doch die schien eher entstanden zu sein, als Er sich das Bein an einem Felsen aufgerissen hatte. Erschöpft ließ Er sich wieder ins Gras sinken – Er wollte nur noch schlafen. Dabei ließ Er den Blick über den Felsen um Ciprylla wandern und blieb schließlich an der Stadt selber haften. Die Stadt brannte.

Er sah Gestalten auf den Stadtmauern entlang laufen, sich bekämpfen und schließlich tot zusammen sinken. Einer stürzte gar von den Zinnen und krachte nicht weit von Ihm entfernt auf den Boden. Der Körper platzte auf und Blut verteilte sich im Gras. Wieder packte Ihn Entsetzen und Angst. Er sprang auf, die Schmerzen im Bein ignorierend, und entfernte sich langsam von der Stadt. Rückwärts gehend, da Er den Blick nicht von dem Geschehen lassen konnte.

Immer mehr Gebäude schienen Feuer zu fangen und gingen in Flammen auf, immer mehr Getroffene stürzten von den Mauern. Schließlich entdeckte Er es: Der Schrecken persönlich, eine gewaltige Bestie, wütete in der Stadt, hob mit seinen brutalen Klauen Häuser aus ihrem Fundament und ließ sie gegen andere krachen, während zu seinen Füßen die Söldner weiterhin alles zerstören, mordeten und vergewaltigten. Kurz darauf entdeckte Er das nächste – und noch eins. Und weitere. Womit hatte Mharale sich da eingelassen, was war das?

Irgendwann erreichte Er das Lager der Söldner, welches nun verlassen war und seiner heimkehrenden Sieger harrte. Er aber eilte weiter und

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