Das letzte Spiel vom Ende der Welt
von
Andre Schuchardt
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Lichtkegel, damit jeder eventuelle Insasse der Halle zuerst geblendet worden sei und nun erst langsam etwas erkennen könne – alles möglichst theatralisch dargeboten.
Aber die Halle war leer.
Gárjuno und Amíra sahen sich viel sagend an.
„Ich glaube, ich habe gewonnen“, stellte Gárjuno nicht ohne Schadenfreude fest.
„Nicht so schnell mein Lieber, lass ihn uns suchen!“
Gárjuno nickte, sie mussten sicher sein. Also öffneten sie die Falltür und stiegen in den Tunnel hinab. Aus einem versteckten Fach unter der Treppe nahmen sie sich Fackeln und Zunder und entzündeten erstere. Der Tunnel führte ein paar hundert Fuß weit und endete in einer Sackgasse.
So dachten Gárjuno und Amíra zumindest und wunderten sich deshalb sehr, als sie an einer Grube zu stehen kamen.
„Die war gestern aber noch nicht da, oder?“ fragte Amíra ihren Begleiter etwas verunsichert.
Dieser schüttelte den Kopf. Doch dann fiel ihm etwas auf.
„Sieh mal!“ rief er und deutete auf den Boden der Grube.
Ein Abhang führte dort hinab, den er augenblicklich hinab rutschte, sich mit einer Hand abstützend und mit der anderen die Fackel hochhaltend.
Ein paar Augenblicke später hatten sie die Leiche des Spielers hinaufgeholt. Er musste sich den Kopf wohl an einem Stein aufgeschlagen haben, als dieser Teil des Tunnels plötzlich unter Ihm einstürzte – oder Er ihn schlicht entdeckte und hinabrutschte.
„Wir müssen ihn wegschaffen, sonst können wir das Spiel vergessen, weil wir niemanden mehr hier rein schicken können!“ stellte Gárjuno fest.
Der Abtransport des Toten aus der Stadt war schwierig, doch sie schafften es und schon am nächsten Abend konnte das nächste Spiel stattfinden.
Eines Tages fand ein Reisender Seine Leiche auf einer grünen Wiese außerhalb der Stadt und an den Felsen ebendieser gelehnt, unter einem schon seit Urzeiten verschütteten Höhleneingang. Man ließ den Fall schnell schließen und es konnte nie geklärt werden, wer Er war.
Ende
Anhang A
Aus der Historie von Ojútolnán:
„347vdF wurde in Deltán erstmalig der Hafen Rylla am Soráre-See (einer Bucht des Aruélomeeres), nah der Stadt Soráre, erwähnt.
Im 1.Jh.vdF zeterte der Sonnenkult in Charyson (Deltán) gegen die heidnischen Tolumen und rief zum Krieg auf. Um 200dF befand sich Deltán im Krieg gegen Telum und Gamun und musste Söldner anstellen. 211dF hatte das Land aber bereits keine Mittel mehr und zögerte die Soldauszahlung hinaus. Der Söldnerführer Khanon Mharale ist besonders erbost und rebelliert. Er vereinigt einige Söldnerkompanien unter seinem Banner und besetzt Rylla. Da Deltán von dem eigentlichen Krieg zu sehr gebunden war, konnte es dagegen nichts unternehmen. Mharale ließ die Stadt in Ar-Rillach umbenennen und besetzte in den folgenden Monaten und Jahren das Gebiet an der deltánischen Küste des Aruélomeeres von Ar-Rillach bis Aoédo am Ozean – einzig, um seine Leute beschäftig zu halten.
225dF hatte Deltán den Krieg verloren und lag in Chaos und Anarchie. Städte wie Soráre erklärten sich für unabhängig. Soráre im speziellen aber wurde Ziel von Mharale und von dessen Armee im Jahre 232dF komplett zerstört. 4 Jahre später starb er, ermordet von einem seiner Hauptmänner, Asíla Lariso, der bei der Zerstörung von Soráre mit ansehen musste, wie seine dort beheimate Familie niedergemetzelt wurde.
Lariso geriet nach dieser Tat in einen Streit um die Nachfolge Mharales mit dessen restlichen Hauptmännern. Letztlich kam ihm der rettende Einfall: ein Höhlenkomplex unter Ar-Rillach wurde mit Fallen und anderen Herausforderungen gespickt. Wer immer die Führungsposition erringen wollte, durfte an dem Wettbewerb teilnehmen. Als Sieger stand letztlich Narell Galando (204 – 267) fest, ein einfacher Söldner aus Deltáns Nachbarland Troumland. Dieser stellte als erstes Lariso als Berater ein.
Lariso sorgte dafür, dass die 2 Hauptmänner, die mit dem Ergebnis nicht zufrieden waren, ein jähes Ende nahmen. Galando – natürlich stets beeinflusst von Lariso – führte den Wettbewerb als feste Institution ein, um den neuen Herrscher zu bestimmen – eine Tradition, die als das „Große Spiel“ noch heute Fortbestand hat. Außerdem ließ er Ar-Rillach in Arrilla umbenennen; ein Name, welcher der einheimischen Bevölkerung besser gefiel.“
Ergänzung: Arrilla wurde sehr erfolgreich und vergrößerte sein Gebiet. Im 7. Jh. nannte Níoan Dujinn dieses Guehúdan. Im Jahr des Feuers, 2000, zerbrach die Stadt, doch blieb bestehen und konnte sich halten. Im 29. Jh. begann Rardisonán, sich Guihúdan (ehemals Guehúdan) „anzunähern“. Als der Tolnán Darémioíl 2984 seinen Krieg gegen Aleca begann, setzte er Guihúdan unter Druck und nutzte dessen Häfen und Burgen als Basen. Als 2992 das Große Spiel abgehalten werden musste, sorgte Darémioíl dafür, dass ein Sympathisant von Rardisonán das Spiel gewann. Fortan kam die Eingliederung – schleichend, aber sie kam. Im Bürgerkrieg von 3400 bis 3500 blieb Guihúdan neutral. Zur „Belohnung“ war Guihúdan eines der wenigen Länder von Rardisonán, das nicht völlig umgekrempelt wurde, als Ausimé Sazar sein neues Reich Ojútolnán formte. Lediglich der Stadt Arrilla gab er ihren neuen und heutigen Namen: Ciprylla; nach Cip Rylla, dem Kap von Rylla.
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