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Kategorien > Fantasy Abenteuer > Endzeit-Fantasy

Das tausendjährige Gericht

von Dylan Brown

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1.
Während der gesamten Reise schon träumte er von jenem endlosen Wald. Einem Wald von gigantischem Ausmaß, dessen Größe unsere Vorstellungskraft übertrifft. Eine atemberaubende Wucht, ein tiefes Grüne, welches sich bis über alle Horizonte erstreckte. All die Geheimnisse die er verbarg. Wie viel Vielfalt und Schönheit sollten unter der dichten Decke der Baumkronen zu entdecken sein? Nur einen kleinen Bruchteil konnte die Expedition bestaunen. Aber dennoch war die Reise voller Erkenntnisse.
Die See lag in maieistätische Ruhe vor laViajera und ihren zwei Begleiterinnen. Seit Wochen kamen die Schiffe mit gleichmäßiger Geschwindigkeit und stetig voran. Das Meer war ruhig und friedlich, der Wind gleichmäßig.
Umberto war beeindruckt vom Meer, aber er fürchtete es auch. Er hatte seinen Respekt während der gesamten Reise nicht ablegen können. Zurzeit war der Wellengang schwach und sie reisten unter angenehmen Bedingungen. Beständiges Wetter. Sonne, ein paar Wolken.
Vor nun einem Jahr und drei Monaten stach der Dreimaster laViajera unter Kapitän Vincenco de Andrade in See. Unterstützung bekam die Expedition vom Königshaus Catarro, die sich von dieser Entdeckungsreise Kenntnisse über Rohstoffvorkommen wie Edelsteine und Metalle versprachen. Umbertos persönliches Interesse galt allerdings vielmehr der Flora und Fauna jener fernen Länder. Auf der Hinfahrt brauchte der Tross rund sechs Wochen. Sie blieben über ein Jahr in Arcos. Arcos wurde nach seinem Entdecker Tomas Arcos benannt. Er wagte 10 Jahre zuvor das Abenteuer und brach ins Ungewisse auf. Er kam wieder mit der Nachricht neues Land entdeckt zu haben zurück. Seine Berichtete von fremden Ländern und Kreaturen und von dem Wald der kein Ende habe, verbreiteten sich schnell im gesamten Königreich. Es brach eine Entdeckerstimmung aus, die auch Umbertos Expedition möglich machte.
Wie jeden Morgen in den letzten Wochen begab sich Umberto direkt nach dem Frühstück in seine Kajüte und fertigte Zeichnungen an. Er dokumentierte präzise die Pflanzen die er aus Arcos mitgenommen hatte, denn er befürchtete, dass diese die Überfahrt nicht überstehen würden. Einige Pflanzen verkümmerten schon in den ersten Tagen. Ihnen bekam die salzige Seeluft nicht. Doch viele waren noch heil und Umberto tat sein bestes um sie zu pflegen. Seinen Zeichnungen fügte er Beschreibungen über Farbe und Beschaffenheit, und teilweise auch über den Geruch hinzu. Er hatte eine Kajüte im hinteren Bereich des Schiffes mit großen Fenstern, die ihm für seine Arbeit ausreichend Licht boten. Er arbeitete den ganzen Morgen während LaViajera gemächlich hin und her schwankte. Doch plötzlich störte etwas seine Aufmerksamkeit. Etwas war anders geworden. Und dann merkte er es: Das Licht hatte sich verändert. Es war dunkler geworden. Umberto wollte sich gerade zum Fenster begeben, um zu gucken ob sich Wolken vor die Sonne geschoben hatten, da klopfte es an seiner Tür. „Ja, bitte!“ sagte Umberto. Ein jünglicher Matrose trat ein und sagte mit beunruhigter Stimme: „Sir, die Sonne! Schauen Sie, die Sonne“ Umberto würdigte den unsicheren Matrosen mit kritischer Mine. „Die Sonne?“. Erwiderte Umberto fragend. Er neigte sich zum Fenster und musste feststellen, dass die Sonne von seiner Kajüte aus nicht zusehen war. „Was ist mit der Sonne?“ fragte er den Matrosen. „Sie…“ der Matrose setzte erneut an: „Sie verschwindet!“. Umbertos Augen starten einen Moment lang weit geöffnet. „Kommen Sie! Sehen Sie selbst!“. Gemeinsam gingen sie die enge Steige zum Deck hinauf.

2.
Vor zehn Jahren begannen diese Träume. Lean konnte sie nicht einordnen. Waren es Albträume? Er hatte Angst, doch zugleich war im alles vertraut. Ein Gefühl der Bestimmung und der Erfüllung. Aber dennoch fühlte er sich verfolgt und beobachtet. Jemand oder etwas war hinter ihm her. Er lief. Er rannte. Er stolperte. Er wollte sich umdrehen. Doch dann wachte er jedes Mal auf. Er konnte es nie sehen. Das was ihn verfolgte. Es spielte sich immer an diesem Ort ab. Er war noch nie dort, er kannte ihn nicht. Aber er war ihm vertraut.
Pio packte das Zelt zügig zusammen und Lean sattelte die Pferde. Heute stand die letzte Etappe bevor. Würden sie gut vorankommen, könnten sie ihr Ziel am Abend erreichen. Sie beluden ihre Pferde und stiegen auf.
Lean und sein Begleiter Pio saßen auf Vagas. Pferde, die durch ihre Stabilität und ihre Ausdauer im gesamten Königsreich geschätzt wurden. Sicheren Schritts durchschreiten sie auch unwegsames Gelände. Ihre robuster Statur und ihr ruhiges Wesen ist das Ergebnis ihrer Aufzucht im vagasianischen Bergland. Seit sieben Tagen trugen sie Lean und Pio nun durch das Königreich Catarro. Das vagasianische Bergland hatten sie hinter sich gelassen und ritten seit dem durch die Ebenen von Lavos. In der heutigen Etappe wollten sie die Küstenregion vor Gata durchqueren.
Drei Reiter erschienen am Horizont. „Königliche Garde“, sagte Pio. Lean erblickte Hellebarden, die in der Sonne glänzten. „Schwer bewaffnet!“, fügte er hinzu. Pio: „Keine Sorge, ich habe eine Autorisierung des Könighauses.“ „Ich werde zur Sicherheit ein Stück zurück bleiben.“ sagte Lean und nahm seinen Bogen und Pfeile unauffällig und legte sie griffbereit zur Seite. Pio ermahnte sich Ruhe zu bewahren.
Die Reiter näherten sich. Pio ritt vor und sprach mit der Garde. Lean war zu weit entfernt um zu hören was sie sagten. Er sah wie Pio das Dokument vorzeigte, das ihn als Postreiter in königlichem Auftrag auswies. Einer der Reiter nahm die Autorisierung. Sie schienen sich zu beraten und deuteten auf Lean. Kurzdarauf ritt einer auf ihn zu. Lean sah wie der der Reiter der mit Pio sprach, die Autorisierung zerriss und sein Schwert zog. Er holte aus und schlug das Schwert mit voller Wucht gegen den Hals des Postreiters. Pio sackte leb los vom Pferd. Das Adrenalin schoss in Leans Blut und sein Puls raste in die Höhe. Er reagierte blitz schnell, zog den Bogen und zielte auf den Mörder seines Begleiters. Der Pfeil traf sein Ziel im Gesicht. Der Reiter der auf Lean zu ritt, war nur noch wenige Schritte entfernt und hat sein Schild hoch gezogen. Er war nicht mehr zu treffen. Lean konnte nur noch auf das Pferd zielen. Er zog ab. Der Pfeil bohrte sich tief in den Hals des Pferdes. Die Vorderläufe klappten zusammen und der Gardist rollte über den Kopf des Pferdes und lag direkt vor Lean, der vom Pferd sprang und seinen Dolch zog. Er rammte ihn in die Kehle seines Opfers. Das Blut sprudelte aus der Wunde. Das Pferd mit dem Pfeil im Hals röchelte und rang nach Luft. Lean spannte seinen Bogen und beendete den hoffnungslosen Überlebenskamp des Tieres. Der dritte Reiter war davon geritten. Er war nicht mehr einzuholen. Lean ging rüber zu dem Postreiter. Er war tot. Auch der andere Gardist war erledigt. Hier draußen, noch weit entfernt von der Hauptstadt Gata war es mit der Gehorsamkeit der königlichen Soldaten nicht weit her. Diese Drei wollten sich wohl Bereichern und hatten leichte Beute gewittert. Sie hatten sich getäuscht, dachte Lean

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