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Kategorien > Horror > Psycho

Das zweite Gesicht

von Scorpion

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Ich lag in meinem Bett. Mein Freund Malcom lag schon in sanfte Träume gehüllt neben mir, während ich , wie so oft nicht schlafen konnte. Seit einiger Zeit schon nagte die Schlaflosigkeit an mir und zwang mich schon oft an den Rande eines Nervenzusammenbruches. Ich lag mit geschlossenen Augen neben Malcom, eingehüllt in ihre Decke, und versuchte krampfhaft einzuschlafen. Angespannt lauschte ich dem unentwegten Ticken der Uhr, was mir des öfteren beim Entspannen half und den einstieg in die Traumwelt erleichterte. Ich beneidete meinen Freund, der mit dem Einschlafen offenbar nie sonderliche Probleme hatte. Langsam spürte aber auch ich den erholsamen Schlaf näher kommen. Ich spürte, wie mich die Zärtlichkeit des Schlafes überkam. Ich vernahm ein leises, aber durchdringendes Wimmern. Es schien aus der Ferne zu kommen. Mein Atem stockte und mein Herz schlug schneller. Das Wimmern schwoll immer lauter an, bis es schlieslich zu einem unerträglichem, verzweifeltem Kreischen wurde. Ich hatte das Gefühl, dass die kreischende Stimme jetzt direkt neben meinem Ohr war. Ich konnte diese schreckliche Verzweiflung in seiner Stimme kaum noch ertragen, als sie mit einem Male ruckartig verstummte. Eine durchdringende, allumfassende Stille erfüllte mich und ich fühlte mich in einer merkwürdigen Schwerelosigkeit gefangen. Ein wiederwärtiges, fieses Kichern durchbrach die Stille und vor mir erschien eine grauenerregende Fratze. Meine Eingeweide drohten sich zu entleeren und ich verlor die Kontrolle über jegliche Körperfunktionen. Das Wesen, was sich jetzt in seiner vollen Gestalt direkt vor mir aufgebaut hatte, starrte mich nun aus seinen wiederlichen, weit aufgerissenen Augen an. Aus seinen Augen rann gelbe Augenflüssigkeit auf mich herunter.Das Wesen hob seine Arme und fasste mich, beinahe zärtlich, an meinem Gesicht an. Mein anhaltender Panikanfall verhinderte jegliche Bewegungen. Das Wesen fing an, mit seinen langen scharfen Fingenägeln an meinem Kiefer zu ziehen. Ich verspürte, wahrscheinlich aufgrund des erlittenen Schocks, keinerlei schmerzen dabei und verkannte vermutlich deshalb die Gefahrensituation. Plötzlich hörte ich ein reissendes Geräusch, wie als hätte jemand ein Stück Stoff zerrissen. Zu spät erkannte ich, was es wirklich war. Das Wesen war dabei, meine Gesichtshaut wie eine Orange abzuschälen. Meine Stimme versagte und eine eisige Kälte überzog mich. Meine Eingeweide fingen nun an sich vollständig zu entleeren. das Wesen hielt mir mit einem triumphierenden Grinsen mein eigenes Gesicht vor die Augen. Es war nur noch ein Hautlappen. Mit einem Male, konnte ich mich selber sehen. Ich war aus der lästigen Hülle meines Körpers entflohen und beobachtete nun das Geschehen wie eine aussenstehende Person. Das Wesen bohrte mit seinen langen, dünnen Fingern in meinem fleischigem, roten Gesicht herum. Er fuhr mit seinen Fingern in meine Augen und rührte erregt darin herum. Meine Augäpfel glitten zur Seite und quollen seitlich aus meinen Augenhölen. Das Wesen war voller diabolischer Freude als es meine fleischigen Überreste einmal in der mitte zerteilte und ohne zu zögern aufriss. Mit einem Schreien erwachte ich aus meinem Traum. Immer noch schweissgebadet stellte ich fest, dass sich der Inhalt meiner Darmwindungen tatsächlich auf meinem Bett verflüssigt hatte. Ich wollte aufstehen, um mich im Badezimmer sauber zu machen. Als ich schon fast an der Badezimmertür war, stolperte ich über etwas. Ich konnte es nicht erkennen. Zu weit war die Nacht schon fortgeschritten. Ich machte das Licht an. Entsetzen packte mich und mein Körper fing an zu zittern. Ich sah Malcom, meinen geliebten Freund vor mir liegen. Sein Gesicht war abartig entstellt. Seine Gesichtshaut war heruntergerissen und sein rotes Fleisch war hervorgetreten. Seine Augen hingen an zwei dünnen Fäden links und rechts an seinem Gesicht herunter. In seinem Rachen steckte ein Messer.

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Kommentare

Zukermaus schrieb am 2007-04-30 16:00:32:
Die Geschichte gefällt mir richtig gut! mit abstand das beste was ich je gelesen habe..Respekt!!!!mach weiter so..oder am besten schreib ma ein Buch über so schaurige sachen!! das wäre schön
Lina schrieb am 2007-04-30 15:58:03:
einfach eine voll Krasse geschichte sowas geiles hab ich noch nie gelesen richtg grusselig;)
blackarrows@aol.com schrieb am 2007-01-28 17:04:53:
Also von selbst wäre ich niemals auf den Gedanken gekommen eine Kurzgeschichte zu lesen, und wenn ich so drüber nachdenke, dann hab ich zum letzten Mal das Wort in der Schule gehört, was nun fast 17 Jahre her ist.

Da ich 2004 die Autorin kennen lernen durfte, leider nur recht kurz, aber dafür sehr intensiv (ohne das was gelaufen ist 9, gehört sie seitdem zu den wenigen Menschen, für die ich immer da sein werde, wenn ich helfen kann.

Da Scorpion, die sich desen bis jetzt zumindest nicht bewußt war, mich aber indirekt drum bat, ihre Kurzgeschichten mal anzuschaun, und schwupps statt nem Kommentar bist Du grad mitten in ner Story aus meiner Jugend drin.

Sorry !!!

Wir hatten uns zwischen den Jahren zum ersten Mal wieder, zufällig, seit damals getroffen. Und leider da nur kurz :(

So liebe Scorpionin, auch wenn ich Dir leider aufgrund des Nichtvorhandenseins von Fachkenntniss und Erfahrung keinen Kommentar dazu schreiben kann, anhand dem erkennen kannst, wo zur Zeit Deine Stärken und Schwächen sind.

Dafür kriegst Du jetzt fast wie von den andren eine ehrliche Meinung, die zum einen vom Herzen kommt, zum andren beim möglicherweise offensichtlichen Mangel an Talent, Dir das so zu erklären, das für Dich dann keine Welt zusammenbricht.
Das kann der Dieter dafür sehr gut, was aber auch Sinn macht, damit sich jemand nicht mehr weiter der Lächerlichkeit preis gibt.

Aber genau das Gegenteil ist hier der Fall: vom Sprachlichen her schaffst Du es, beim Leser das Gefühl entstehen zu lassen, das er "Live" bzw. mit seinem dritten Auge in der Geschichte mit dabei ist.

Und soweit ich mit dem Stand des Dudens noch vertraut bin, hast Du da auch keine Wortschöpfungen kreiert, die den Alten Herren sich im Grabe umdrehen lassen würde.

Dann weiterhin viel Spaß dabei, ich werd ab und an nach neuem von Dir Ausschau halten.

Und wenns mal nicht so gut läuft, kannst Du Dich immer und jederzeit bei mir melden. Ich bin dann gern für Dich da !!!
stoken schrieb am 2006-12-19 18:41:50:
ja nicht schlecht für den anfang ;)
Martin schrieb am 2006-12-19 04:03:29:
Man, die find ich gut!!! So richtig zum Blut gefrieren!!! Bin schon gespannt auf mehr.
Dina die großartige schrieb am 2006-12-18 10:28:42:
Das ist mit Abstand das beste was ich jemals gelesen habe!!!!!!!!! Endlich mal wirklich was anspruchsvolles mit Tiefgang.
Ich sehe für dich eine große Karriere als Autorin voraus. DU BIST DER NEUE GÜNTHER GRASS!!!!!°!!
Subkulturkatze schrieb am 2006-12-16 12:51:39:
Boah...gruselig!
Ich habe nur leider nicht ganz verstanden, ob es sich nun um zwei Männer oder Mann und Frau handelt. Der Satz "Ich lag mit geschlossenen Augen neben Malcom, eingehüllt in ihre Decke, und versuchte krampfhaft einzuschlafen." hat mich diesbezüglich verwirrt.
Ansonsten: Schaurig-schön!

Gruß, Subkulturkatze

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