Day and Night
von
Lucky_Blue
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Day and Night
Es ist dunkel draußen, es regnet. In dem kleinen Wohnmobil in dem ich mit meiner Mutter lebe ist es kalt. Sie lacht heiser zugedröhnt von irgendeiner Droge die ich nicht genau definieren kann. Ihr Lachen klingt jetzt verzweifelt, sie fängt an zu weinen. Sollte ich sie trösten? Ich mag es nicht wenn sie weint. Nein, beschließe ich. Sie ist ein Monster, ihr verdanke ich all die Schrammen und blauen Flecken auf meiner Haut. Ich habe so einen Hunger, warum musste sie schon wieder das ganze Geld für Drogen ausgeben? „Es tut mir alles so leid, mein Schatz! Mama wird alles wieder in Ordnung bringen. Mama verspricht das.“ Ihre verzweifelte Stimme lässt mich hochschrecken, wie konnte ich nur nicht bemerken, dass sie direkt hinter mir steht? Ich blicke auf ihre blutigen Hände und sehe dass sie eine blutverschmierte Scherbe in der Hand hält. „Was hast du vor? Lass mich in Ruhe!“ Ich renne zur kleinen Tür. Nicht schnell genug! Ich spüre wie die Scherbe mir meine rechte Pulsader aufschlitzt. Ich schreie „Warum?! Lass mich los!“. Ich schlage, kratze, beiße um mich doch nichts hilft. Ich spüre einen weiteren Schnitt an meinem linken Handgelenk, das Blut tropft langsam auf den Boden. „Es ist alles meine Schuld. Aber jetzt ist es vorbei. Hab keine Angst, mein Schatz! Bald ist alles vorbei.“ Ich will schreien doch mein Mund ist staubtrocken, das letzte was ich höre ist eine Polizei Sirene.
Schreiend wache ich auf. „Ganz Ruhig, Audrey.“ Ermahne ich mich selbst. „Ich bin nicht mehr das hilflose 11-jährige Mädchen aus dem Wohnwagen! Ich bin jetzt 15 und in Sicherheit.“ Ich setze mich im Bett auf und betrachte das Leoparden Muster meiner Bett Decke. Es ist eigentlich ziemlich hübsch, so wie alles in meinem neuen Zimmer. Ich mag auch die neue Pflege Familie ganz gern. Sie sind die ersten bei denen ich länger als zwei Monate bin und so wie es aussieht wollen sie mich auch behalten, was ich nicht verstehe aber wofür ich trotzdem dankbar bin. Es klopft an meiner Zimmer Tür. „Ja? Herein?“ Ich bin immer noch glücklich das zu sagen, bis jetzt sind die Leute immer gegangen und gekommen wie sie wollten. Allerdings hatte ich bis jetzt auch nie ein eigenes Zimmer. „Ich habe dich schreien gehört und dachte mir dass du vielleicht ein Glas Wasser vertragen könntest.“ Ein freundliches Angebot von meiner Pflege Mutter Stella. Sie ist wirklich nett aber ich vertraue ihr noch nicht. Bis jetzt wollte mich noch nie jemand lange behalten. „Ähm, ja. Danke.“ „Möchtest du darüber reden?“ fragt sie mich mitfühlend. „Nein, ehrlich gesagt lieber nicht.“ Antworte ich ihr knapp. Nur weil sie freundlich ist muss sie nicht alles wissen. „Wie ist diese Schule denn eigentlich so auf die ich ab morgen gehe?“ versuche ich ein Gespräch anzufangen. Ich will jetzt nicht wieder einschlafen. Noch ist die Erinnerung zu frisch. „Ah ja, die Schule ist wirklich gut. Es ist zwar keine Privat Schule aber dennoch viel besser als eine normale High School...“ plappert sie munter drauf los aber ich höre ihr schon nicht mehr zu. Stattdessen unterziehe ich sie einer gründlichen Musterung.
Stella hat lange blonde Haare und hell blaue Augen. Ihr Gesicht ist ein wenig rund und ihre Figur ein bisschen mollig, doch alles in allem ist sie ziemlich hübsch. Ich trinke einen Schluck Wasser und höre mir den Rest ihrer Lobes Hymne auf die Albert-Einstein High an. Sie klingt ganz okay und ich muss keine dämliche Schuluniform tragen was auf jeden Fall schon einmal ein Trost ist. „Ich denke du möchtest jetzt sicher wieder schlafen, nicht wahr?“ fragt sie mich mit warmer Stimme und ich muss wirklich sagen dass es mir dank dem belanglosen Geplauder mit ihr viel besser geht. „Ja, danke dass du hergekommen bist als du mich schreien gehört hast.“ „Immer wieder gern.“ Antwortet sie und lächelt mich an. Als sie das Zimmer verlassen hat falle ich in einen traumlosen Schlaf.
Am nächsten Morgen ertönte aus meinem neuen Wecker den Stella mir geschenkt hatte Barbie Girl und ich drehte mich stöhnend von der einen auf die andere Seite. Wer zur Hölle stellte denn Wecker her die Barbie Girl spielten? Ich hatte den Wecker auch nur angenommen weil Stella mich so hoffnungsvoll aus ihren blauen Augen angestrahlt hatte. Diese Familie war so dermaßen reich! Brian fuhr einen schwarzes Porsche Cabrio. Hallo? Einen Porsche? „Audrey? Es ist halb sieben. Bist du wach?“ ertönte die warme Stimme von Stella von unten aus der Küche. Ich schnupperte vorsichtig in die Luft- Waffeln? „Machst du gerade Waffeln?“ rief ich nach unten. „Ja! Bist du gleich fertig? Wenn Brian dich noch mit zur Schule nehmen soll musst du dich beeilen!“. Brian ist der Sohn von Stella also ist er technisch gesehen mein neuer Bruder. Er sieht eigentlich ganz gut aus, er ist der typische Sunny Boy. Blonde Haare, tiefblaue Augen und ein muskulöser Körperbau. Er ist auch ziemlich nett zu mir er hat keinerlei Vorurteile mir gegenüber. „Bin gleich fertig.“ Ich zog mir eine dunkle Röhren Jeans und ein hell grünes Top an. Dazu noch ein schwarzes Halstuch und schwarze Armstulpen um meine hässlichen Narben zu verstecken die sich an meinen Handgelenken entlangzogen. Dann bürstete ich mir noch meine schwarzen Locken und trug Mascara auf. Ich blickte noch kurz in den Spiegel. Meine Locken glänzten und meine grünen Augen wurden durch die schwarze Mascara noch betont, ich sah gut aus. Ich schnappte mir meine schwarze Lederjacke und hastete nach unten. Mit schwarz konnte man schließlich nie etwas falsch machen, oder? „Wow. Scheint so als müsste ich meine Pflichten als großer Bruder bald ernst nehmen wenn du immer so aussiehst.“ Sagte Brian nachdem er einen Blick auf mein Outfit geworfen hatte. Bruder? Hatte er Bruder gesagt? In mir stieg ein warmes Gefühl auf. „Wieso? Was stimmt denn damit nicht?“ ich deutete auf mein Top. „Ach, vergiss es. Komm du musst frühstücken! An deinem ersten Tag solltest du besser nicht zu spät kommen, oder?“ meinte er fröhlich. Ich zog eine Grimasse als ich an die Schule dachte. Ich nahm mir ein paar Waffeln und schlang sie geradezu herunter. „Ich hab noch nie jemanden so schnell essen sehen.“ Sagte Stella mit einem Lächeln. „Hm. Ja, kann sein. Hab ich mir irgendwann angewöhnt. Früher konnte ich ja nie wissen wann ich wieder etwas kriegen würde.“ Es entstand ein peinliches Schweigen und ich setzte eine fröhlich Miene auf „Ähm, können wir bitte dann jetzt los?“ murmelte ich an Brian gewandt. „Na, klar! Mum, wir sind jetzt weg.” Auf der Fahrt zur Schule sprachen wir wenig. Als wir endlich vor der Schule anhielten stürzten sich sofort mehre Mädchen auf Brian. Angewidert betrachtete ich ihre Outfits. Cheerleader. Igitt. „Brian!“ quietschten sie unisono „Da bist du ja endlich. Wir haben uns schon Sorgen gemacht als du Brittany nicht wie immer abgeholt hast.“ Ein vollbusiges blondes Mädchen mit tiefem Ausschnitt trat hervor und küsste ihn leidenschaftlich. Brian wirkte nicht sonderlich glücklich. Ich räusperte mich und wollte mich gerade diskret entfernen als Brittany mich plötzlich
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Kommentare
Lina schrieb am 2011-09-13 14:48:51:
wirklich schöner Text
du muss auf jeden Fall weiter schreiben:)
Hallo8 schrieb am 2011-09-12 17:57:19:
coole Geschichte...wann folgt die Fortsetzung?? :D
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