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Kategorien > Aus dem Leben > wahre geschichte

Depri? - ein Tagebuch

von Addy

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Hey.
Mein Name ist M. Ich bin 17 Jahre alt und führe ein tolles Leben. Nur leider sieht es so aus, als ob ich krank wäre. Ärzte sagen sogar ich sei sehr krank. Bin ich das?

Vorwort

Das hier ist echt. Ich bin echt. Es ist ein Tagebuch einer etwas anderen Art. Wer weiß vielleicht werde ich es irgendwann Leuten zeigen denen es genauso geht oder Leuten die verstehen wollen.
Heute ist der 3. September 2009.
Etwa ein halbes Jahr nachdem die „Krankheit“ begann sich das erste mal wirklich bemerkbar zu machen. 5 Monate nachdem ich von einem Arzt folgenden Satz hörte: „Sie sind wirklich sehr krank aber es tut mir Leid wir können Ihnen nicht helfen.“
Das was mir zu schaffen macht ist längst nicht vergleichbar mit Krankheiten wie Krebs oder ande-ren Leiden, die Menschen oft nicht überleben. Da kann ich nicht mitreden, ich werde nicht um mein Leben fürchten müssen.
Aber ich muss DAMIT leben.
Ich bin psychisch krank.


1. Die böse Kindheit...wie immer.

„Ich bin nur so weil ich eine schlimme Kind-heit hatte.“ So ein Quatsch! Wer so etwas von sich gibt hat keine Ahnung wo von er redet.
Nicht das ich Ahnung davon hätte, ich bin kein Psychologe, nur die Patientin. Aber ja meine Kindheit war in vielerlei Hinsicht anders. Meine Mutter Ines trennte sich von meinem Vater als ich 2 Jahre alt wahr. Auf das Warum will ich hier nicht näher eingehen. Wir zogen nach Tornau vor der Heide, ein wunderschönes kleines Dorf, umgeben von Wald und Feldern. Bernd hieß der neue Mann in Ines Leben. Er hatte ein Haus mit Garten und war ein liebevoller Vater, alles was Ines sich für uns gewünscht hatte. Doch sie wurde nicht glücklich. Ich wiederum wuchs auf mit einem Hund namens Addy mit dem ich Phantasiewölfe in der Heide jagte. Es war schön. Gelegentlich gab es Streit wegen Unterhalt wenn mein Vater ihn nicht pünktlich überwiesen hatte und wenn ich eine 3 in der Schule bekam.
Als ich begann meine Mitmenschen genauer zu betrachten und bemerkte das irgendetwas faul war, war ich ungefähr 8. Ich fing an zu bemerken, dass Ines immer dünner wurde und das Bernd und sie fast täglich schlimme Streits hatten. Plötzlich fragte ich mich auch warum Wein und Sektflaschen in unserem Schuhregal und unter den Betten lagen, denn es wurden immer mehr. Die Streits fingen an zu eskalieren. Ines war nur noch selten ansprechbar. Sie sagte es sei alles die Schuld meines Vaters, sie wäre nie so tief gefallen hätte er sie nicht so verletzt. Ich liebe meinen Vater Uwe über alles schon damals als ich ihn nur aller zwei Wochen sehen durfte. Ines wusste das und sie hat ihn und mich dafür gehasst. Sie fing an auf Bernd loszugehen, zu prügeln, ich saß auf der Treppe und hab geweint als er ihr aus Notwehr mit der Faust ins Gesicht schlug. Oft kam sie zu mir um sich trösten zu lassen, ich streichelte dann immer ihre Haare weil sie das so sehr mochte. Eines Tages kam ich aus der Schule, ich war bereits elf und sah meine Mutter in der Küche. Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam jedenfalls schnitt sie sich den Arm auf. Sie wolle nicht mehr leben, sie hätte es satt, sagte sie. Ich hörte das oft von ihr. Ich riss ihr das Messer aus der Hand und suchte verzweifelt nach etwas um den Arm zu verbinden und presste ihr Küchenpapier auf den Arm. Dann ging ich zum Telefon und wollte den Notarzt rufen, doch Ines überredete mich es nicht zu tun. Ich brachte sie ins Bett und rief meinen Vater an:
„Papa, hol mich hier raus!“



2. Mir fehlen die Worte...

...weil ich viel von der Zeit danach nicht mehr weiß. Ich war sehr glücklich, hatte Freunde und meine erste Teenagerliebe.
Kurz nachdem mein Vater mich und Addy zu sich nach Zscherndorf holte gab es viele schlimme Telefonate zwischen mir und meiner Mutter. Sie drohte mir mit Selbstmord wenn ich nicht sofort zu ihr zurück käme. Dann hören die Erinnerungen auf. Ich weiß das der Kontakt abbrach weil ich nichts mehr von Ines wissen wollte und die Telefonate mehr als Pflicht sah. Jedenfalls ging sie zur Kur. Ich glaube es verging mehr als ein halbes Jahr bevor ich wieder etwas von ihr hörte. Diese Zeit war schön, kindlich. Dann kam ein Brief in dem stand, das sie mich vermisst und nicht verstehen kann warum ich den Kontakt abgebrochen habe. Sie hätte das nicht verdient. Ich weinte noch lange nachdem ich den Brief gelesen hatte, es standen viele Dinge darin die in mir Schuldgefühle verursachten. Es dauerte einige Zeit bis ich den Mut fand Ines anzurufen. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits in der Klinik, wenn ich mich nicht irre. Ich be-suchte sie nun öfter und ich erinnere mich viel Spaß gehabt zu haben. Zu Bernd hatte ich allerdings den Kontakt abgebrochen, obwohl meine Mutter und er nach wie vor ein Paar wa-ren, was sich jedoch sehr schnell ändern sollte.
Rocco, jung, agil und der „Bad Guy“ in meiner Geschichte. Ich mochte ihn, sehr sogar. Er war wie ein großer Bruder, hörte Metall und fuhr mit mir Achterbahn. Rocco war cool. Ines und er halfen sich gegenseitig durch den schweren Entzug und schafften es. Sie zogen zusammen nach Finsterwalde und ich kam regel-mäßig zu Besuch. Ich erlebte meine Mutter zum ersten Mal wieder völlig bewusst als Ines, als sie selbst. Wir lernten uns quasi alle neu kennen. So kam es das ich meinen Vater böse hinterging und zu Ines und Rocco zog. In den Westen.


3. Westdeutschland

Kleve um es genauer zu sagen. Wir wohnten in einem hübschen Reihenhaus mitten in der Stadt. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mich in der Schule als „Ossi“ durchzusetzen aber nach einiger Zeit fand ich Freunde. Ich war 13 und die schwierige Phase ging los. Jungs wurden interessant, Fernsehserien machten süchtig und bei Freunden sein war sowie so das Größte. Nicht für Rocco. Er wollte das nicht, ich sollte lieber mehr im Haushalt helfen. Aus Diskussionen wurden Streits und aus Belehrungen, Strafen. Einmal Müll vergessen und schon ging das Theater los. Gut ich war faul und unordentlich, so wie fast jeder Teenager. Mit der Zeit wurde Rocco immer bösartiger. Heute sage ich, er hat eine gespaltene Persönlichkeit. Er war mein bester Freund und mein schlimmster Alptraum. Nach zwei Jahren hatte sich die Lage bereits extrem verhärtet, wir waren wie Eis und Feuer, aber vertrugen uns doch immer wieder. Rocco war sehr eifersüchtig auf mich, da Ines mich mehr liebte als ihn (heute zweifle ich das an). Er begann zu übertreiben, suchte regel-recht nach Fehlern die mir unterliefen. Diese Zeit war ziemlich heftig, eines Tages waren die Nachbarn sogar soweit und wollten das Jugendamt rufen.
Mit 15 sollte sich mein Leben schlagartig durch eine Folge vom Frühstücksfernsehn ändern. Sat1 berichtete über Auswanderer die sich in Norwegen ein neues Leben aufgebaut hatten. Ein paar Tage später war es bereits eine entschiedene Sache, wir wollten nach Norwegen. Innerhalb eines halben Jahres fand Rocco einen Job in Tönsberg und Internetbekannte die uns helfen wollten.



4.Norwegen
2005 war DAS Jahr. Wir zogen im Oktober nach Norwegen, genauer gesagt an „das Ende der Welt“ Tjöme. Eine

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Kommentare

silkip@web.de schrieb am 2012-03-01 23:01:47:
Hallo Mariele, ich freue mich, dass du deine Vergangenheit so gut versuchst aufzuarbeiten. Diese Kindheit und die vielen Konflikte die du auf deine damals kleinen Schultern geladen hast, wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Du hattest so viel Kraft und warst so eine starke kleine Person. Als ich dich kennen lernte, warst du viel zu erwachsen und viel zu ernst mit deinen 15 bzw. dann 16 Jahren. Du bist aber dann hier in Deutschland wirklich aufgeblüht und ich hatte zu tun, bei deinen Gesprächen mitzuhalten. Danke dafür an deinen Vater Uwe der damals sogar mit dem Motorrad zu uns kam und grüße ihn ganz ganz herzlich von mir und Jan. Auch nach dem Bruch der Beziehung 2008 war ich trotzdem so glücklich, dass wir dich kennen gelernt haben. Bitte trage deinen Kopf hoch und geh immer geradeaus, mit aller Kraft die du hast. Du bist so eine tolle starke junge Frau und ich bin stolz auf dich, kleine große Mariele, ich denke so oft an dich, Silke P.

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