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Kategorien > Fantasy > Mystery

Der Abschluss

von Andre Schuchardt

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Mitternacht ward es und ich drückte mich an eine Hauswand. So gut es ging versuchte ich mit der Dunkelheit eins zu werden. Ich hielt mich lautlos und ruhig, derweil ein betrunkener alter Mann an mir vorbei torkelte, der dabei noch teilweise einen kurzen Flug aufs Gesicht wagte, sich aber wieder aufrichten konnte und schließlich das düstere Gemäuer passierte, welches ich mir zum Ziele auserkoren hatte.
Bald darauf huschten zwei weitere Gestalten die Straße hinab, gekleidet in dunkle Mäntel, welche aber die hervorstechenden blitzenden Klingen nicht verbergen konnten. Sie folgten dem armen Betrunkenen. Dieser verließ gerade den Lichtkegel einer alten Feuerstelle am Wegesrand. Die Räuber, Attentäter oder was auch immer, umgingen dieses Licht. In Windeseile waren sie bei ihrer Beute und gingen ihrer Arbeit nach. Natürlich achtete ich darauf nicht selber auch noch entdeckt und gemeuchelt zu werden, während die beiden Mörder ihr Opfer kunstvoll verschwinden ließen.
Ich erschauerte – es war doch recht kühl – und überquerte dann so schnell ich nur konnte ohne aufzufallen die Straße zu 'meinem' Haus hinüber. Wie überall hier in der Straße lag ein recht großes Gebiet zwischen diesem und dem nächsten Gebäude, geteilt durch einen Zaun, welcher auch die Massen der Straße fernhalten sollte, die auch gern ein ebensolches besitzen würden – Gebäude oder Gebiet. Ich ging die hohen Stäbe des Zauns entlang bis zur großen Eingangstür.
Dort zuckte ich zusammen, als ich hinter mir plötzlich eine schreiende Frauenstimme vernahm. Die dazugehörige Frau lief vor ungefähr einem Dutzend Männer davon und floh Richtung Innenstadt. Es war wahrlich keine gute Gegend für Nachtspaziergänge rechtschaffender Leut. Und das, obwohl es einst das neue Reichenviertel war, wie man noch an den protzigen Gebäuden erkennen konnte. Immerhin konnte ich mich glücklich schätzen bewaffnet hier aufgetaucht zu sein, wenn es auch nur eine Taschenarmbrust war, die mich hier begleitete. Besser doch als gar nichts, oder? Ich fasste sie mit der Linken und hielt kurz Ausschau in der Nacht. Natürlich entdeckte ich nichts, welcher gute Dieb ließ sich auch schon so einfach blicken? Dann wandte ich mich wieder dem Haus zu und suchte nach einem Weg, möglichst einfach hinein zu gelangen. Der Zaun, welcher den Garten umgab, war wohl um einiges zu hoch um ihn hinauf klettern zu können. Die Tür vor mir sah recht stabil aus, ließ sich jedoch vielleicht öffnen. Ansonsten war die Mauer des Hauses zu glatt zum erklimmen und das nächste Fenster um einiges zu hoch um es zu erreichen.
Ich untersuchte erstmal den Eingang etwas genauer und drückte versuchsweise die Türklinge hinunter – manchmal war der einfachste Weg doch tatsächlich der richtige. Doch ich wurde leider nicht überrascht. Also zückte ich mein kürzlich erworbenes – und nicht etwas geklautes, nein, niemals – Einbrecherwerkzeug und machte mich an meine zutiefst anständige und ehrliche Arbeit. Einige Zeit später – ich hatte leider noch nicht soviel Übung mit diesen Gerätschaften – war ich endlich im Inneren des Hauses und sah mich dort um. Hier drinnen war es fast genauso düster wie draußen vor dem Haus: dunkle Wände, Böden und Decke und alles eingerichtet von einem scheinbaren Liebhaber der Tätigkeit des Folterns, so schien mir zumindest, denn überall standen furchtbar unbequem aussehende Möbelstücke, von denen ich jedoch im Dunkeln kaum etwas erkannte. Mehrere Türen führten aus diesem Eingangszimmer hinaus, ebenso eine Treppe ein Stockwerk höher.
Nun sah ich mich zuvorderst im Erdgeschoss um. Die Nacht draußen war ziemlich finster an diesem Abend und ich musste gut aufpassen nicht gegen irgendwas im Dunkel des Gebäudes zu stoßen. Ich durchquerte die große Eingangshalle sowie das auch nicht gerade klein gehaltene Wohnzimmer und landete bald in der Küche. Dort fand ich die Treppe hinab in den Keller. Man muss mir verzeihen, dass ich unterwegs kaum Muse hatte das Mobiliar aller Räume zu studieren. Nun hatte es mir die Treppe angetan. Doch erstmal plünderte ich vergnügt und erfreut die nicht verschlossene Vorratskammer, in der es allerlei gute Sachen zu entdecken gab. So 'gutes' hatte ich doch schon seit Wochen nicht mehr!
Dann plötzlich vernahm ich ein Geräusch und erstarrte augenblicklich. Reichlich laut knarrend öffnete sich die Küchentür – das hatte sie bei mir nicht getan! - und jemand betrat das Zimmer. Ich – noch in der Vorratskammer versteckt – verkroch mich möglichst schnell und leiser als dieser Eindringling, dabei meine Panik unterdrückend, hinter ein paar Säcke voll von Mehl oder was auch immer es darstellen sollte. Ich hüllte mich so gut es ging in meinen nachtschwarzen Umhang und hoffte auf das Beste. Der Neuankömmling entzündete ein gedämmtes Licht in der Küche und klapperte dort eine Zeitlang irgendwo herum. Schließlich betrat er auch die Vorratskammer. Es war ein Mann im Nachtgewand, wie ich aus meinem Versteck direkt neben der Tür heraus gut erkennen konnte. Er ging zielstrebig auf das gegenüberliegende Regal zu. Ich hoffte nicht zuviele Spuren hinterlassen zu haben. Prompt murmelte der Mann auch etwas von Ratten vor sich her und dass man sich eine Katze besorgen müsse, als er die von mir hinterlassenen Überreste erblickte. Sich an seinem – durchaus wohlgenährten – Bauch kratzend nahm er eine Armvoll Essen und verließ die Kammer bald wieder.
Ich ließ den angehaltenen Atem langsam weichen und wartete. Dass das Haus noch bewohnt sei hatte mir Kowarra aber nicht erzählt. Ich beschloss, mich darüber noch zu beschweren. Nebenan gingen die Geräusche des Mannes weiter. Was machte der dort bloß? Irgendwann jedenfalls kam er noch einmal in meinen Zufluchtsort und holte sich nun auch etwas Wein. Letztlich – meinem Empfinden nach wohl Stunden später – verschwand er endlich wieder gänzlich aus der Küche. Ich wartete noch etwas länger, wagte mich schließlich wieder heraus und überprüfte kurz die Umgebung – in der Küche. Die Luft schien zum Glück wieder rein zu sein. Nun konnte ich mich auch an die Kellertreppe machen – aber nicht ohne vorher noch ein klein wenig Proviant mitzunehmen, das versteht sich doch. Der Abstieg die Treppe hinab war noch düsterer als der Rest des Hauses. Ich hielt mich dicht an der Wand und tastete mich vorsichtig abwärts, immer langsam einen Fuß vor den anderen setzend. Unten angekommen knallte ich trotz aller Vorsicht beinahe gegen eine massive Eisentür – verschlossen, wie ich frustriert fest stellen musste, und nach einigen Versuchen stellte sie sich auch als nicht knackbar heraus.
Also ging ich wieder hoch, die dunkle Treppe verfluchend, um einen Schlüssel zu suchen. In der Küche fand sich keiner, auch nicht im Wohnzimmer – und erst kein passender in den restlichen fünfzehn Zimmern des Erdgeschosses. Demnach musste ich wohl zwangsweise in den ersten Stock des Gebäudes. Es fanden sich dort wenig interessante Dinge, lediglich einen Raum nach dem anderen, eingerichtet mit den typischen Gegenständen der wohlhabenden Klasse, ohne dass sich

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Kommentare

Hanna Christine Mazur schrieb am 2008-10-09 17:16:27:
Ich finds geil

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